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3:1 in Mainz : Bayern München nimmt Fahrt auf

  • -Aktualisiert am

Da schau her: Schweinsteiger (m.) erzielt ein Kopfballtor Bild: REUTERS

Die Hierarchie stimmt wieder: Bayern München gewinnt bei Mainz 05 mit 3:1 und nimmt erfolgreich Revanche für die Hinrundenniederlage. Weil Mainz nicht die Form des Herbstes erreicht, hat Bayern in einer spannungsarmen, aber spielerisch sehenswerten Partie leichtes Spiel.

          Lob und Respekt für Mainz, die Punkte für Bayern München - die Fußballwelt ist wieder in Ordnung. Der deutsche Rekordmeister revanchierte sich am Samstagabend mit einem 3:1 im Bruchwegstadion für die 1:2-Heimniederlage in der Hinrunde. Das Ergebnis entsprach den Leistungen weitgehend. Zwar imponierten die Mainzer auch diesmal durch taktisches Geschick, großen Einsatzwillen und einen überragenden Andre Schürrle. Aber sie erlaubten sich zu viele individuelle Fehler, um gegen ehrgeizige Bayern erfolgreich sein zu können.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Die Innenverteidiger Noveski und Kirchhoff waren in entscheidenden Momenten nicht konsequent genug. Arjen Robben bereitete die ersten beiden Treffer von Bastian Schweinsteiger (9.) und Thomas Müller (50.) vor. Das dritte Tor erzielte Mario Gomez in der 78. Minute auf Pass von Müller. Sami Allagui gelang kurz vor Abpfiff die verdiente Ergebniskorrektur. Die Münchner scheinen jedenfalls für das Achtelfinale in der Champions League gegen Inter Mailand gut gerüstet - vor allem die Offensive, die jede Nachlässigkeit zu blitzschnellen Angriffen nutzte. Die 1:2-Heimniederlage in der Hinrunde hatte die Bayern mächtig gefuchst. Im Nachhinein adelten sie den Mainzer Erfolg noch mit der Bemerkung, dass in dieser Begegnung zum einzigen Mal in der Hinserie der Gegner wirklich besser gewesen sei als sie.

          Nach 25 Minuten des Rückspiels schienen die Bayern ihre Peiniger entzaubert zu haben. Sie führten durch ein Kopfballtor von Bastian Schweinsteiger nach Kopfballvorlage von Arjen Robben seit der neunten Minute mit 1:0. Und der Vorsprung hätte leicht noch größer sein können. Immer wieder nutzten die Münchner ihre individuelle Klasse zu rasend schnellen Kombinationen, gegen die das Kollektiv der Mainzer Fußballschule machtlos los. Geschickte Raumaufteilung hin, schnelles Verschieben her, Ribery, Robben und Müller verschafften sich ein ums andere Mal Raum und Zeit, um Torchancen zu initiieren.

          Vorentscheidend: Müller trifft in der zweiten Hälfte zum 2:0

          Dabei profitierten sie freilich auch von Abspielfehlern der verunsichert wirkenden Rheinhessen. Doch Fußballspiele kippen manchmal. Trainer Tuchel tat das Seinige. Er ließ seine Außenverteidiger Zabavnik und Fuchs wieder auf ihre angestammten Seiten spielen und holte seinen besten Spieler Schürrle vom linken Flügel ins Zentrum. Zwei Minuten später hatte Schürrle die große Ausgleichschance. Zwar verfehlte der Jung-Nationalspieler sein Ziel nach einem wunderbaren Spielzug über Risse um Zentimeter. Aber an dieser Aktion richteten sich die Mainzer wieder auf. Von diesem Moment an jagten sie die Bayern wieder so mutig und aggressiv über das Feld wie damals in München. Und wie damals zeigte sich der Favorit verwundbar.

          Drei große Möglichkeiten zum 1:1 erspielten sich die Außenseiter noch bis zur Halbzeit. Allagui setzte einen Drehschuss über das Tor, Risses Versuch wurde kurz vor der Torlinie geblockt und dann rettete Kraft im Bayern-Tor hervorragend gegen Schürrles Flachschuss ins lange Eck. Die Bayern retteten sich in die Pause und kamen erstarkt aus ihr zurück. Butt vertrat im Tor Kraft, der nach einem Zusammenprall mit dem Mainzer Sliskovic nicht weitermachen konnte.

          Aber mehr wirkte sich auf die Begegnung Robbens Reaktionsschnelligkeit und Geschick aus. In der 50. Minute verwertete er eine zu kurze Abwehr von Noveski zu einer artistischen Vorlage für Müller, der keine Schwierigkeiten hatte, zum 2:0 zu vollenden. Die Mainzer reagierten alles andere als niedergeschlagen auf den höheren Rückstand. Vor allem Schürrle blieb eine ständige Bedrohung für das Münchner Tor. Doch bei ihren Offensivbemühungen entblößten sie die Defensive. Nachdem er zunächst den Pfosten getroffen hatte, erhöhte Gomez in der 78. Minute auf 3: 0. Allaguis 1:3 in der 84. Minute war dann der verdiente Lohn für das Mainzer Engagement, der das Ergebnis auch in eine angemessene Höhe rückte.

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