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3:1 in Cottbus : Bayern kämpft - jetzt um die Schale

  • -Aktualisiert am

Jaja, das Mir-san-mir-Gefühl ist wieder da - doch die Schale noch längst nicht Bild: AP

Vergangene Saison hatten die Bayern in Cottbus verloren. Nun machten sie es besser. Erfolgsgarant war Ribéry, der spät kam - auch wenn ihm ein Missgeschick unterlief. Die Münchner sind nun punktgleich mit Spitzenreiter Wolfsburg.

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          64 Jahre alt ist Jupp Heynckes gestern geworden. Dafür erhielt der Aushilfstrainer des FC Bayern von den Cottbusern vor dem Spiel einen Korb mit Spezialitäten der Region. Mehr Geschenke, verkündete der Sprecher im Stadion der Freundschaft vor der Partie, solle es nicht geben. Und in der Tat: Der FC Energie machte den Bayern das Leben lange Zeit schwer. Doch am Ende wurden im märkischen Sand neue Titelträume für Heynckes und sein Team geboren.

          3:1 gewannen die Münchner durch die Tore von Sosa (23. Minute), Demichelis (62.) und Podolski (66.). „Wenn man die Tabellensituation sieht, dann war der Sieg äußerst wichtig. Vier bis fünf Mannschaften stehen da oben ganz dicht zusammen“, sagte Heynckes. „Unser Ziel, die direkte Champions-League-Qualifikation, ist durch den Sieg wieder im Bereich des Möglichen. Auch spielerisch hat meine Mannschaft einen Schritt nach vorne gemacht und über weite Strecken guten Fußball gespielt.“ Die Münchner Fans stimmten Gesänge an, die sie in dieser bisher so unglückseligen Saison wohl schon aus ihrem Repertoire gestrichen hatten: „Deutscher Meister wird nur der FCB.“

          Der Rest prallte an Torwart Tremmels Handschuhen ab

          Aber erst einmal hingen die Cottbuser Spieler an ihren Gegnern wie die Kletten. Sie klammerten und zogen, ließen vor allen den Offensivkräften wenig Raum. Der Rest prallte an Torwart Tremmels Handschuhen ab oder ging am Tor vorbei, so wie eine Doppelchance durch Podolski und Altintop in der siebten Minute. Das ging so lange gut, bis die Cottbuser plötzlich begannen, Fehler zu machen. In der 23. Minute verlängerte Burca einen Freistoß von Lahm direkt zu José Ernesto Sosa - die Führung.

          Zwei ältere Herren bringen der Erfolg: zweiter Sieg im zweiten Spiel für Jupp Heynckes (r.) und Hermann Gerland

          Heynckes' Ensemble spielte auch in der Folge souverän und konzentriert. Vor allem nahmen die Profis die Zweikämpfe an. Altintop eroberte den Ball von Ziebig, flankte, doch Toni köpfte freistehend drüber (26.). Dann kratzte Burca einen Kopfball von Mark van Bommel noch von der Linie (34.). Das wirkte schon sehr dominant, im Grunde hätte die Partie früh entschieden sein müssen - aber plötzlich riss der Faden.

          Sosa ist Bayerns Bester und setzt ein Highlight

          Erst hatten die Bayern noch Glück, dass Butt mit einer Hand gerade noch gegen Angelow klären konnte. Die Cottbuser blieben frech, weshalb es eine intensive Partie war. Und sie verdienten sich den Ausgleich - auch wenn der nur unter Mithilfe von Martin Demichelis zustande kam. Nach einem Einwurf von Pavicevic verlängerte der Argentinier den Ball zu Rost. Dessen Fallrückzieher konnte Butt noch entschärfen, aber nur vor die Füße von Ivica Iliev, der allein gelassen kurz vor der Pause zum 1:1 traf.

          Die Bayern bekamen das Duell vorerst nicht mehr in den Griff. Einfache Dinge misslangen, nur noch Weitschüsse wie von Altintop (53.) sorgten für Gefahr gegen stetig gefährlich konternde Brandenburger. Heynckes brachte den angeschlagenen Ribéry, der über Schmerzen in der Nackenmuskulatur geklagt hatte, doch ein anderer sorgte nach einer Stunde mal wieder für ein spielerisches Highlight: Sosa, Bayerns Bester, passte präzise auf Podolski, der aus sieben Metern an Tremmel und Burca scheiterte.

          Die Cottbuser Fans rufen verzweifelt nach Jelic

          Zwei Minuten später erwies sich für Cottbus der Ausfall von Rangelow, der sich schwer am Sprunggelenk verletzte, nicht nur als Schwächung in der Offensive. Der Ersatz für ihn, Jula, wirkte orientierungslos, als Demichelis zum 1:2 einköpfte (62.) nach Ecke von Podolski. Der entschied letztlich die Partie, nach Passspiel zwischen Ribéry, Toni und ihm traf der künftige Kölner zum 3:1 (66.).

          Die Cottbuser Fans riefen noch verzweifelt nach Jelic. Der hatte vor Jahresfrist mit seinen zwei Toren Bayern im Alleingang besiegt. Doch er konnte diesmal für kein neues Wunder sorgen. Trainer Prasnikar beließ ihn auf der Ersatzbank. Die Laune der Anhänger über den insgesamt enttäuschenden Nachmittag konnte am Ende auch der von Tremmel gehaltene Strafstoß von Ribéry (90.) nicht mehr aufhellen.

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