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3:1 gegen Hannover : BVB rotiert zum Sieg

Dortmunder Torgarant: Lewandowski (Mitte) trifft gegen Hannover doppelt Bild: dpa

BVB-Coach Jürgen Klopp stellt seine Mannschaft gegen Hannover 96 gleich mehrfach um. Stammspieler erhalten eine Pause, was den Gegner mehr überfordert, als diesen zu bevorteilen: Der Meister siegt 3:1.

          2 Min.

          Drei Tage vor dem Rückspiel in der Champions League gegen Donezk hatte der Dortmunder Trainer Jürgen Klopp seine gewohnte Aufstellung gründlich durcheinander wirbeln müssen. Der seit Wochen mit Hüftbeschwerden spielende Lukasz Piszczek bekam die dringend nötige Pause, für ihn rückte Kevin Großkreutz, die Allzweckwaffe der Borussia, auf den rechten Außenverteidigerposten. Und auch Mario Götze durfte diesmal zunächst zuschauen und wurde doch Robert Lewandowski ersetzt. Die Sperre des Polen war am Freitag um ein Spiel verkürzt worden, aber auf seinem angestammten Platz in der Sturmmitte durfte trotzdem wieder Julian Schieber ran.

          Peter Penders

          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Dass sich da einiges verschoben hatte in der Aufstellung, schien die Borussia nicht weiter zu kümmern – sie machte zunächst da weiter, wo sie im letzten Heimspiel gegen Frankfurt aufgehört hatte. Das Führungstor schien in der druckvollen Anfangsphase der Dortmunder schon überfällig, nachdem Reus und Blaszczykowski gleich in den ersten Minuten drei gute Chancen ausgelassen hatten. Überhaupt nicht zu bemerken war dabei, dass das Stammrevier von Großkreutz eigentlich die linke Seite ist – er stürmte die rechte Außenlinie zunächst munter hoch und runter. Und der kurzzeitige deutsche Nationalspieler bereitete dann auch das 1:0 in der  8. Minute vor, als er Lewandowski mit einem präzisen Pass von der Grundlinie den Treffer auflegte.

          Lewandowski kommt aus dem Mittelfeld

          Dass der Pole diesmal mitunter mit mehr Anlauf aus dem Mittelfeld Richtung Tor stürmte, schien die Abwehr der Niedersachsen gedanklich zu überfordern – der abwanderungswillige Pole stand mehrfach völlig frei im Strafraum der Hannoveraner. Auf Dauer konnte das nicht gut gehen – und es ging natürlich auch nicht gut. Nach 21 Minuten hatte Lewandowski zum zweiten Male getroffen, und wieder war Großkreutz der Wegbereiter. Seinen Schuss hatte Ron-Robert Zieler gerade noch abwehren können, aber dann musste er tatenlos zusehen, wie Lewandowski den Abpraller über die Linie stocherte. Es waren die Gegentore Nummer 43 und 44 für Hannover in dieser Saison, und dass die Probleme der Niedersachsen vor allem in der Abwehr liegen, war bei fast jedem Dortmunder Angriff spürbar.

          Doch auch die Borussia nimmt sich in der Bundesliga mitunter ihre Auszeiten in der Verteidigung. Das war erstmals nach 15  Minuten zu sehen, als Rausch einen wunderbaren Konter der Sechsundneunziger nach einem naiven Dortmunder Ballverlust zwar erfolgreich abschloss, dabei aber im Abseits gestanden haben soll. Sobiech bot sich die nächste Chance in der 38. Minute, als Santana einen Flankenball falsch einschätzte – er brachte aber nur ein Schüsschen zustande.  Der brasilianische Vertreter des weiterhin erkälteten Mats Hummels spielte auch in der nächsten Szene eine unglückliche Rolle, als er einen Freistoß Richtung eigenes Tor verlängerte. Weidenfeller konnte den Ball zwar noch an die Latte lenken, aber Abellaoue köpfte den Abpraller zum 1:2 (40.) ins Dortmunder Tor. Lewandowski blieb auch nach der Pause zunächst das Schreckgespenst der Hannoveraner – wann immer er im Strafraum der Niedersachsen auftauchte, wurde es brenzlig.

          Reus kommt geflogen: Der Arbeitstag des Dortmunder Kreativspielers (rechts) dauert keine 90 Minuten
          Reus kommt geflogen: Der Arbeitstag des Dortmunder Kreativspielers (rechts) dauert keine 90 Minuten : Bild: REUTERS

          Klopp versuchte trotz des knappen Spielstandes weiterhin, die Balance zu halten zwischen Schonung für die Champions League und Sicherung des zweiten Platzes in der Bundesliga. Nach 64 Minuten war so der Arbeitstag für Marco Reus vorbei – für ihn kam Mario Götze, der kurz danach beinahe das 3:1 erzielt hätte, aber da Silva konnte auf der Linie gerade noch klären. Doch so wie dieses dritte Tor dann fiel, war es den Dortmundern vermutlich noch lieber. Der emsige, aber bis dahin mal wieder glücklose Schieber hatte per Kopf den Ball Blaszczykowski in den Lauf gelegt, und dessen Rückpass nutzte der ehemalige Stuttgarter dann zu seinem ersten Bundesligatreffer (76.) in dieser Saison. Es war das Signal auch für Gündogan, sich fortan draußen auszuruhen. Nach dem Spiel ist in diesen Wochen schließlich immer vor dem Spiel.

          Borussia Dortmund - Hannover 96 3:1 (2:1)

          Borussia Dortmund: Weidenfeller - Großkreutz, Subotic, Felipe Santana, Schmelzer - Gündogan (81. Sahin), Kehl - Blaszczykowski (76. Bender), Lewandowski, Reus (64. Götze) - Schieber
          Hannover 96: Zieler - Chahed, Djourou (74. Haggui), Schulz, Pocognoli - Hoffmann, da Silva Pinto - Ya Konan, Rausch (46. Schmiedebach) - Sobiech, Abdellaoue (78. Schlaudraff)
          Schiedsrichter: Welz (Wiesbaden)
          Zuschauer: 80.645 (ausverkauft)
          Tore: 1:0 Lewandowski (8.), 2:0 Lewandowski (21.), 2:1 Abdellaoue (40.), 3:1 Schieber (72.)
          Gelbe Karten: - / Schmiedebach (4), Schulz (3)

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