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3:1 gegen Darmstadt : Müller löst alle Probleme

Wer macht’s für die Bayern? Müller, wie immer. Bild: dpa

Die Generalprobe für die Champions League beginnt für die Münchner zäh. Am Ende steht ein 3:1 gegen Darmstadt, weil die Stürmer ihren Job erledigen.

          2 Min.

          Die Abwehr macht Probleme, der Angriff löst sie - es ist das aktuelle  Bayern-Modell. Nach einem 0:1-Pausenrückstand gegen den Aufsteiger SV Darmstadt  98 brauchte der deutsche Fußballmeister am Samstag das Können seiner beiden  Torjäger Thomas Müller und Robert Lewandowski, um das kommode Polster an der  Tabellenspitze zu verteidigen und drei Tage vor dem Champions-League-Duell bei  Juventus Turin nicht mit Selbstzweifeln aus dieser Bundesliga-Pflichtaufgabe  herauszukommen. Müller erzielte in der 49. und 73. Minute seine Saisontreffer  17 und 18, Lewandowski baute in der 84. Minute mit dem 22. Treffer seine  Führung in der Torjägerliste weiter aus.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Nach 26 Minuten hatte Sandro Wagner den Außenseiter mit einem Kopfball in  Führung gebracht. Dabei machte der Aushilfs-Innenverteidigers Serdar Tasci  keine gute Figur. Sein durchwachsenes Bayern-Debüt, bei dem er nicht wie die  Lösung der aktuellen Bayern-Probleme aussah, endete bereits nach 53 Minuten mit  Auswechslung.

          Von Beginn an entwickelte sich das Spiel so, wie es von der Spielanlage her  programmiert war: den Bayern gehörte der Ball, den Darmstädtern gehörte ihr  Strafraum. Sie riegelten ihn von Beginn an so hermetisch ab, dass der Favorit  zunächst sein Glück vor allem aus der Distanz suchte. Arturo Vidals Schuss aus  18 Metern wurde von György Garics' Schädel gefährlich abgefälscht und flog  Zentimeter über die Latte (10. Minute). Rafinha traf aus 20 Metern das  Außennetz (12.). Dann spielte Douglas Costa von links eine flache  Außenristflanke vors Tor, Lewandowski kam mit der Fußspitze heran, aber Torwart  Christian Mathenia wehrte mit guter Reaktion zur Ecke ab (14.). So frei kam vor  der Pause gegen die dicht massierte, äußerst aufmerksame Darmstädter Abwehr nur  noch Arjen Robben zum Schuss, nach Zuspiel Lewandowski scheiterte aus zehn  Metern an einer starke Beinabwehr von Mathenia (25.).

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          Doch die Darmstädter waren nicht nur zum Verteidigen nach München gekommen. Mit  einem Schnellangriff überraschten sie die schläfrige Bayern-Defensive. Die  Flanke von links durch Junior Diaz verpasste Sandro Wagner mit dem Fuß noch  knapp, doch als Sandro Sirigu den Ball vom rechten Flügel gleich wieder  hineinbrachte, war er aus kurzer Distanz per Kopf zur Stelle. Torwart Manuel  Neuer, diesmal Kapitän, weil Philipp Lahm für das Champions-League-Spiel in  Turin geschont wurde, war ohne Chance - auch weil Tasci bei keiner der beiden  Hereingaben den Darmstädter stören konnte.  Gleich nach dem Wiederanstoß schoss Costa knallhart aus 22 Metern, sein Schuss  wurde von Garics auf die Latte abgefälscht. Doch trotz achtzig Prozent  Ballbesitz wirkten die Bayern vom Gegentor entnervt. Rafinha ließ sich zu einem  doppelten Ellbogenschlag gegen Wagner hinreißen, für die vom Platz hätte  fliegen müssen, von Schiedsrichter Michael Weiner aber nur die Gelbe Karte  erhielt (39.).

          Für eine Bayern-Chance sorgte vor der Pause nur noch der bis dahin tadellose  Darmstädter Torwart - in der Nachspielzeit ließ Mathenia einen harmlosen  Robben-Schuss durch die Finger aufs Tornetz flutschen. Nach der folgenden Ecke  rehabilitierte er sich mit einer guten Parade nach Flachschuss Kimmich.  Nach der Pause aber fanden die Bayern dann die Lücke im Bollwerk. Sie haben in  ihrer Geschichte immer wieder Spezialisten für derartige Bohrarbeiten gehabt -  Männer namens Müller. Die aktuelle Ausgabe namens Thomas nahm zuerst Rafinhas  Zuspiel per Brust an und setzte den Ball, leicht abgefälscht, aus zehn Metern  zum Ausgleich ins Netz. Und dann, als der ganz große Angriffsschwung nach Mitte  der zweiten Halbzeit etwas abzuebben schien und immer wieder ein Kopf, Bein  oder anderes Darmstädter Körperteil vor dem belagerten Tor im Weg war, schlug  Müller ein zweites Mal zu, und wie.

          Vidal chippte eine Flanke an den Fünfmeterraum, die Müller in Schräglage per  Brust annahm. Wie er dann im Rückwärtsfallen den Ball mit einem improvisierten  Fallrückzieher in den Winkel hob, das war eine Schau. Das letzte Darmstädter  Aufbäumen war vorbei, als der unter großem Jubel eingewechselte Franck Ribéry,  nach zweieinhalb Monaten ins Team zurückgekehrt, Lewandowski bedient und der  Pole aus kurzer Distanz zum 3:1 traf.

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