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Sieg gegen Tabellenführer : Schalke-Party in Leipzig

Schon wieder Matchwinner für die Schalker: Amine Harit Bild: EPA

„Königsblau“ siegt gegen RB 3:1 und beweist, dass es unter dem neuen Trainer Wagner wieder Fußball mit Ideen und Konzepten spielt – und sogar Leipzig vom Bundesliga-Thron stoßen kann.

          2 Min.

          RB Leipzig hat am Samstagnachmittag als Tabellenführer im eigenen Stadion sein blaues Wunder erlebt. Der große Favorit verlor verdient 1:3 (0:2) gegen ein Schalke 04, das zeitweilig im Stil einer Klassemannschaft auftrat. Nach Toren von Sané (29. Minute), Harit (43., Foulelfmeter) und Matondo (58.) für Schalke sowie Forsberg (83.) für RB setzte sich das Team von Trainer Wagner zunächst in der Spitzengruppe der Liga fest. „Das war die absolut beste Saisonleistung", meinte Mittelfeldspieler Mascarell anschließend, „wir hatten die Kontrolle, wir haben als Team gekämpft. Wir verteidigen wie die Tiere.“

          Bundesliga
          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Der gestürzte Spitzenreiter hatte es in den ersten zwanzig Minuten versäumt, eine seiner vier guten bis erstklassigen Torchancen zur Führung zu nutzen. Schalke dagegen ging in einem guten und temporeichen Bundesligaspiel mit seinen Gelegenheiten vor allem in der ersten Halbzeit deutlich effizienter um. Mit dem 2:0-Vorsprung zur Pause gewann die Mannschaft zusätzliche Sicherheit und sicherte sich den überraschend deutlichen Sieg auf souveräne Weise.

          Dass die Schalker mit Wagner einen Trainer bekommen haben, mit dem sie nicht nur wieder weit oben in der Tabelle stehen, sondern auch lernen, systematisch Fußball zu spielen, war in Leipzig schon nach wenigen Minuten zu sehen. Der latente Abstiegskandidat der Vorsaison attackierte die Leipziger in der ersten Viertelstunde immer wieder tief in deren Hälfte mit vier oder fünf Spielern und machte dem Tabellenführer einen geordneten Spielaufbau oft schwer bis unmöglich. Die besten Leipziger Chancen entstanden daher zunächst nur nach Umschaltmomenten.

          In der 15. Minute, als Sabitzer aus einer solchen Situation den Ball aus knapp 20 Metern an die Unterkante der Latte schoss. Und eine Minute später, als Leipzig nach einem von Werner eingeleiteten Angriff gleich dreimal scheitert. Erst Forsberg am stark reagierenden Nübel, dann Sabitzer im Nachschuss am sensationell reagierenden Nübel und schließlich Mukiele im dritten Versuch mit einem Schuss über die Latte. Danach blockte Schalke noch einmal im letzten Moment ein Zuspiel auf den vollkommen freistehenden Forsberg (23.). Schalke war bis dahin selbst nur zu einer einzigen nennenswerten Chance durch Kenny gekommen, der aber am glänzenden Gulacsi scheiterte (20.).

          Aber nicht nur Pressing kann man üben, sondern auch Standardsituation. Das bewiesen die Schalker in der 29. Minute, als Oczipka einen Eckball auf Mascarell schlug, der ihm entgegenlief, um den Ball mit dem Kopf zu verlängern – und Sané auf Höhe des hinteren Pfostens per Kopf zum 1:0 für Schalke erfolgreich war. Und kurz vor der Pause schaltete sich in Leipzig der Videoassistent ein, der ein Leipziger Foulspiel im Strafraum von Haidara an Harit erkennte – und der nutzte schließlich selbst den Elfmeter zum 0:2 (43.). Einen „fragwürdigen Elfmeter“ nannte Leipzigs Nationalspieler Marcel Halstenberg die Situation. Schalkes Lizenzspieler-Chef Sascha Riether fand dagegen die Entscheidung richtig: „Da gibt es nichts zu diskutieren.“

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          Dem Team von Nagelsmann fiel nach der Pause nicht viel ein, um die stabilen Schalker dauerhaft in Bedrängnis zu bringen, im Gegenteil. Schalke war bei seinen regelmäßigen Kontern sogar gefährlicher, auch wenn diese zunächst nicht konsequent zu Ende gebracht wurden. In der 58. Minute machten die Schalker jedoch nach Ballgewinn am eigenen Strafraum alles ganz richtig und ganz schnell – und Matondo traf überlegt vor Gulacsi zum 0:3.

          Leipzig drängte zwar in der letzten halben Stunde, doch nach dem deutlichen Rückstand zu lange nicht mit der letzten Überzeugung, das Spiel noch wenden zu können. So reichte es nur noch zu einem Tor von Forsberg (83.) nach dem einzigen Fehler von Nübel. „Er hat uns mit Weltklasseparaden im Spiel gehalten“, lobte Riether den Schlussmann nach Spielende.

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