https://www.faz.net/-gtm-6mh5h

3:0 in Kaiserslautern : Gomez überragt als Bayern-Souverän

  • -Aktualisiert am

Treffsicher: Mario Gomez erzielt alle drei Tore Bild: dapd

Weder der Ärger um Buchautor Lahm noch das schwere Gruppen-Los in der Champions League verunsichern die Bayern. Beim 3:0 in Kaiserslautern trifft Gomez dreimal. Vorerst übernehmen die Münchner die Tabellenführung.

          3 Min.

          Der FC Bayern München erweist sich zumindest im Sommer 2011 als krisenresistent. Weder der Ärger um Buchautor Philipp Lahm, das schwere Gruppen-Los in der Champions League mit Manchester City, die Scharmützel der Klubführung mit dem Präsidenten des Internationalen Fußball-Verbandes, Joseph Blatter, noch die Erinnerungen an die 0:2-Niederlage in Kaiserslautern in der Vorsaison konnten die Münchner am vierten Spieltag auch nur im Ansatz verunsichern.

          Mario Gomez stellte im ausverkauften Fritz-Walter-Stadion den lockeren und ungefährdeten 3:0-Sieg mit zwei Elfmetertoren in der 37. und 55. Minute und dem 3:0 (69.) sicher. Rodnei langte gleich zweimal zu. Zuerst mit der Hand, dann mit einem Foul an Thomas Müller. Die Münchner waren, ohne Glanz zu verbreiten, für die Pfälzer mehr als eine Nummer zu groß an diesem Tag. Die Pfälzer warten weiter auf ihren ersten Saisonsieg.

          „In Kaiserslautern ist es nicht einfach, 3:0 zu gewinnen“, sagte Bayern-Trainer Jupp Heynckes. „Wir waren heute sehr homogen, haben sehr gut und ballsicher agiert, hatten eine wunderbare Raumaufteilung. Es war unser bestes Spiel in dieser Saison. Ich habe immer gesagt, wir werden uns von Spiel zu Spiel steigern, und ich denke, wir können noch besser werden.“ Der dreimalige Torschütze Gomez sagte: „Wir dürfen jetzt nicht glauben, dass es von alleine läuft. Wir müssen jede Woche hart für den Erfolg arbeiten, alle müssen auch defensiv denken. Dann ist es schwer, gegen uns ein Tor zu machen.“

          Die Bayern, die ohne die verletzten Arjen Robben und Ivica Olic, dafür mit dem leicht angeschlagenen Gomez antraten, schienen in den ersten zehn Minuten sich und der Liga beweisen zu wollen, wie souverän man alle Aufregungen angesichts diverser Brandherde locker wegsteckt. Gegen viel zu vorsichtige Pfälzer zogen die Münchner ein besonnenes Aufbauspiel auf, während die „Roten Teufel“ kein einziges Mal in die Nähe des Münchner Tores kamen. Lahm übrigens, für seine teilweise herabwürdigende Kritik an seinen ehemaligen Trainern Felix Magath, Jürgen Klinsmann, Louis van Gaal und dem ehemaligen deutschen Teamchef Rudi Völler arg gescholten, wurde auf dem Betzenberg nur mit den gleichmäßig auf alle Münchner verteilten Pfiffen bedacht. Weitere Reaktionen gab es nicht.

          Nach dem Spiel reagierte Lahm nochmals auf seine Kritiker. „Ich entschuldige mich für die Darstellung, aber nicht für den Inhalt“, sagte er und spielte damit wohl an auf die vorab herausgezogenen Textpassagen seines exklusiven Medienpartners „Bild“. „Es war sicher nicht gewollt, dass Rudi Völler so dargestellt würde.“ Allerdings wurden in der Berichterstattung immer Originalzitate aus seinem Buch verwendet. Im Hinblick auf das Zusammentreffen der Nationalmannschaft kommende Woche erwartet er zwar „Gespräche, aber mehr nicht“. Bayern-Trainer Heynckes. „Wer in der Mitte seiner Karriere ein Buch herausbringt, muss mit den Konsequenzen rechnen“, sagte er.

          Auf dem Platz in Kaiserslautern interessierten dann nur die sportlichen Aspekte. Gomez und Bastian Schweinsteiger (3.), Daniel van Buyten (5.) mit seinem Kopfball, Schweinsteiger mit einem 20-Meter-Schuss und schließlich Lahm, der den Ball halblinks im Pfälzer Strafraum knapp am Tor vorbei schlenzte, hätten die Partie schon in der Anfangsphase entscheiden können. Kevin Trapp aber erwies sich im Tor der Pfälzer auf die Münchner Drangphase vorbereitet. Bei Kaiserslautern ging es erkennbar darum, größeren Schaden zu vermeiden.

          Die Münchner laufen kaum Gefahr, die Führung einzubüßen

          In der folgenden Zeit legten die Lauterer zwar ihre Scheu etwas ab, wieder ohne zu einer Chance zu kommen und die Münchner ernsthaft zu gefährden. Der israelische Mittelstürmer Shechter und Rodnei verstolperten. Einen Treffer aber konnten die Münchner trotz ihrer Überlegenheit vorerst nicht erzielen. Und fast sah es so aus, als käme diese Partie völlig ohne Aufreger aus. Bis zur 37. Minute, als Rodnei im Zweikampf mit Thomas Müller zuerst die Hand zu Hilfe nahm und Müller anschließend foulte. Schiedsrichter Peter Gagelmann konnte mit seinem Strafstoßpfiff praktisch nichts falsch machen. Gomez verwandelte mühelos zur verdienten Bayern-Führung.

          Auch nach der Pause liefen die Münchner kaum Gefahr, die Führung einzubüßen. Zu harmlos ging der Gegner in die Zweikämpfe und hatte fast nie Zugriff auf das Spiel. Im Gegenteil. Wieder stellte sich Rodnei ungeschickt an und foulte Müller. Diesmal hatte Gomez zwar zuerst Mühe, weil Trapp den ersten Schuss abwerte, er schloss dann aber trotzdem zum 2:0 ab. Mit seinem dritten Tor in der 69. Minute beseitigte Gomez die letzten Zweifel und zog mit seinem dritten Treffer endgültig alle Aufmerksamkeit weg von Philipp Lahm auf sich und sportliche Belange. Die Lauterer zeigten sich dann noch als schlechte Verlierer, als Ilicevic den Münchner Timoschtschuk böse foulte.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Sogenannte Fußballfans in Bulgarien, einem „der tolerantesten Länder der Welt“?

          Gegen den Hass : Die Strafen müssen weh tun

          Im Fußball hat sich ein Klima entwickelt, in dem sich Rassisten und Nazis ungeniert ausleben. Sanktionen schlugen bislang fehl. Ohne Punktabzüge und Disqualifikationen wird es nicht gehen. Aber selbst das reicht nicht.
          Wer zu den Besten in der Forschung gehören möchte, muss sich den Platz hart erkämpfen. Auch in Deutschland gibt es hierfür inzwischen Graduiertenschulen, die die Promovierenden unterstützen.

          Spitzenforschung : Wo die Promotion zur Selektion wird

          Amerikas Dominanz in der Spitzenforschung hat auch die hiesige Nachwuchsförderung kräftig umgekrempelt. Wer oben mitspielen will, muss an eine Graduiertenschule und sich von dort aus die begehrten Plätze erkämpfen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.