https://www.faz.net/-gtm-6kyla

3:0 in Kaiserslautern : Eintracht geht zum Griechen

Anstehen zum Gratulieren: Gekas ist der Mann des Tages Bild: dpa

Eintracht Frankfurt hat den derzeit treffsichersten Stürmer der Fußball-Bundesliga: Beim 3:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern schießt Theofanis Gekas zwei Tore. Auch Meier trifft. Für die Pfälzer ist es das sechste Spiel ohne Sieg in Serie.

          3 Min.

          Er konnte sich den Rufen nicht entziehen. Immer wieder forderten die 5000 Frankfurter Fans Oka Nikolov mit Sprechchören auf, zu ihnen an den Zaun zu kommen. Schließlich hatte der mit 36 Jahren älteste Eintracht-Profi allen Grund, die Nähe zum Anhang zu suchen. Sein gehaltener Elfmeter in der 26. Minute, als er den Schuss des Lauterer Torjägers Srdjan Lakic parierte, war letztlich der Ausgangspunkt des 3:0-Sieges der Eintracht. „Neben Theofanis war Oka unser Matchwinner“, sagte Trainer Michael Skibbe.

          Der hatte noch in der ersten Halbzeit auf dem mit knapp 50.000 Zuschauern ausverkauften Fritz-Walter-Stadion eine Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern gesehen, „die uns deutlich überlegen gewesen ist. In dieser Phase ist es uns nicht gelungen, uns spielerisch zu befreien.“ Doch neben dem gehaltenen Strafstoß - Georgios Tzavellas hatte Lakic zu Fall gebracht - war es vor allem die Szene Sekunden vor dem Halbzeitpfiff, die diesem emotionalen Südwestderby in der Fußball-Bundesliga den entscheidenden Kick gab.

          Ausgangspunkt des Frankfurter Führungstreffers durch Theofanis Gekas war ein beherzt geführter und gewonnener Zweikampf des starken Rechtsverteidigers Sebastian Jung in Höhe der Mittellinie. Über zwei weitere Stationen gelangte der Ball zu Patrick Ochs, der den freigelaufenen Griechen mit einem feinen Pass bediente. Saisontor Nummer sechs war der Lohn für Gekas.

          Genauer Grieche: Gekas trifft zum 1:0 für die Frankfurter
          Genauer Grieche: Gekas trifft zum 1:0 für die Frankfurter : Bild: dpa

          Gekas trifft und triftt und trifft

          Als ob es Marco Kurz geahnt hätte. Der Trainer des FCK hatte seiner Mannschaft vor dem Derby von der „enormen Qualität der Eintracht berichtet. Das ist ein Team mit sehr sicheren Abläufen. Und dann schießen sie kurz vor der Pause das 1:0.“ Der Lauterer Coach sprach in seiner Analyse von einem „psychologischen Brett, von dem wir uns nicht mehr erholen konnten.“ Doch damit nicht genug. War zuvor von Gekas nicht sonderlich viel zu sehen, zeigte der kleine Stürmer auch nach der Pause seine Klasse. Scheiterte er noch in der 62. Minute an FCK-Torwart Tobias Sippel, der einen Kopfball von Marco Russ nur abklatschen konnte, so durfte er fünf Minuten später jubeln.

          Nach einem abgeblockten Eckball von Landsmann Tzavellas, der im zweiten Versuch aus dem Feld heraus Gekas fand, überwand die einzige Frankfurter Sturmspitze Sippel ein zweites Mal. Der siebte Streich im achten Spiel war perfekt; Gekas hatte den Sprung an die Spitze der Torschützenliste geschafft. Heribert Bruchhagen war später angetan von der Effektivität des sommerlichen Neuzugangs. „Wir haben ihn als Torjäger geholt, und Gekas hat das bislang eindrucksvoll gelöst“, lobte der Frankfurter Manager und Vorstandschef, um anzumerken: „Für uns alle ist das eine Überraschung.“

          Gekas trifft und trifft und trifft - und die Eintracht verbessert sich Woche um Woche im Bundesligaklassement. Von dem einst missglückten Saisonstart war auf dem Kaiserlauterer Betzenberg keine Rede mehr. „Wir alle freuen uns sehr, dass wir die letzten drei Spiele in Folge gewonnen haben“, sagte Torvorbereiter Ochs. „Wir sind da unten rausgekommen.“

          Meier besorgt das 3:0

          Kein Zweifel: Der dritte Auswärtssieg der Eintracht war verdient. In der zweiten Halbzeit waren es fast ausschließlich die Hessen, die die Pfälzer unter Druck setzten. So prüfte Jung Torwart Sippel mit einem beherzten Schuss aus 18 Metern (62.). Von den im zweiten Spielabschnitt enttäuschenden Lauterern war lediglich eine Aktion nennenswert. Der eingewechselte Jan Moravek hatte dabei Pech, dass sein Schuss von der Strafraumgrenze aus von Benjamin Köhler auf der Torlinie geklärt wurde (76.). Es war die beste Szene des ansonsten schwachen Köhler, der diesmal auf der linken Mittelfeldseite dem Frankfurter Spiel keine nachhaltigen Impulse geben konnte.

          Sogar ein drittes Tor glückte der Eintracht noch. Alexander Meier, in der 79. Minute für den mit großem Beifall verabschiedeten Gekas in die Partie gekommen, fügte sich gleich glänzend ein. Diesmal war es Verteidiger Jung, der sich auf rechts durchgesetzt und den Blick für den freien Mann hatte. Ein Rückpass auf Meier - und schon hieß es nach 83 Minuten 3:0. Trotzdem wird es der 27 Jahre alte Mittelfeldmann zukünftig schwer haben, den Sprung zurück in die Stammelf zu schaffen. Skibbe hat sich vorerst darauf festgelegt, mit Kapitän Chris und Pirmin Schwegler vor der Abwehr zu spielen. „Mit diesen beiden im zentralen Mittelfeld hat unser Spiel an Sicherheit gewonnen“, begründete Skibbe nach dem Derbysieg in Lautern. „Aber Meier ist bei Einwechslungen die erste Option.“

          Erste, unbestrittene Wahl im Sturmzentrum ist und bleibt Gekas. An der Seite seines noch für eine Minute einwechselten Landsmannes Ioannis Amanatidis wurde er nach einem neuerlichen trefflichen Arbeitstag und auf Bitten von Vorstandschef Bruchhagen von Reportergruppe zu Reportergruppe herumgeschickt. Seine Botschaft: „Ich habe mir keine bestimmte Anzahl von Toren gesetzt. Ich will einfach nur der Mannschaft helfen.“ Dies gelingt ihm seit Wochen höchst eindrucksvoll.

          Weitere Themen

          Eine sehenswerte Gala von Eintracht Frankfurt

          5:1 in Bielefeld : Eine sehenswerte Gala von Eintracht Frankfurt

          Nach guten Spielen zuletzt kassiert die Arminia im Kampf gegen den Abstieg einen Dämpfer. Eintracht Frankfurt ist kaum zu halten und trifft fast nach Belieben. Auch Joker Jovic ist wieder erfolgreich. Wo soll das noch hinführen?

          Topmeldungen

          Fertigungsstrecke von Geely in der chinesischen 6-Millionen-Einwohner-Metropole Ningbo.

          Autos aus Fernost : Chinas Einheitsfront gegen VW und Tesla

          Wie von Peking gewünscht, knüpft Milliardär Li Shufu ein Netzwerk mit chinesischen Technologiegiganten, um das Auto der Zukunft zu bauen. Auch Daimler darf helfen beim Projekt Welteroberung.
          Demonstranten auf dem Puschkin-Platz in Moskau am Samstag

          Demonstrationen für Nawalnyj : „Putin ist ein Dieb!“

          Zehntausende Menschen protestieren am Samstag gegen den russischen Staatspräsidenten und für die Freilassung Alexej Nawalnyjs. Die Staatsmacht geht hart gegen die friedlichen Demonstranten vor.
          Die Maske als Modeaccessoire

          Maßnahmen gegen Corona : Das Problem mit dem Lockdown

          In Museen, Friseursalons oder Fußballstadien steckt sich kaum jemand mit Corona an. Trotzdem bleibt alles zu. Was haben die Ministerpräsidenten gegen gezielte Maßnahmen?
          Der neue CDU-Vorsitzende Armin Laschet am Samstag beim Online-Parteitag der CDU Baden-Württemberg

          Parteitag der Südwest-CDU : „Ich bin auch Friedrich-Merz-Fan“

          Beim Landesparteitag der baden-württembergischen CDU wirbt der neue Bundesvorsitzende Laschet offensiv um die mittelständische Wirtschaft und Anhänger seines Konkurrenten Merz. Mit Blick auf die Bundestagswahl warnt er vor Rot-Rot-Grün.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.