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3:0 gegen Wolfsburg : Dortmunder Geburtstagsgeschenk für Favre

  • -Aktualisiert am

Happy Birthday Trainer: Lucien Favre hat am 62. Geburtstag allen Grund zum Strahlen Bild: dpa

Erst schwach, dann treffsicher: Am 62. Geburtstag ihres Trainers ringt Borussia Dortmund den zuvor in der Liga ungeschlagenen VfL Wolfsburg nieder, ohne wirklich zu überzeugen.

          2 Min.

          Süße Glücksgefühle erfüllten das Westfalenstadion, als nach einem lange Zeit eher enttäuschenden Fußballspiel abgerechnet wurde. Borussia Dortmund hatte 3:0 gegen den VfL Wolfsburg gewonnen, steht nun hinter Borussia Mönchengladbach auf dem zweiten Platz der Bundesligatabelle, und am kommenden Wochenende steht das große Spiel beim in einer ganz tiefen Krise steckenden FC Bayern München an. Vermutlich hatten die ersten Zuschauer während des Schlussjubels beinahe schon vergessen, dass auch dieser Auftritt des BVB lange Zeit keinesfalls hochklassig gewesen war.

          Bundesliga

          Begonnen hatten die Dortmunder die Partie mit ihren üblichen Ballbesitzfußball-Problemen: Gegen eine aufmerksam verteidigende Mannschaft wie den VfL entsteht schnell eine erdrückende Enge in den Räumen, wo die Ballstafetten zu Torchancen werden sollen. Der einzige gefährliche Dortmunder Torabschluss vor der Pause blieb ein 20-Meter-Schuss von Julian Weigl, der knapp am Tor vorbei flog (15.).

          Die Profis aus Niedersachsen liefen zwar viel hinterher, hatten aber die größte Chance in dieser an Strafraumszenen armen ersten Hälfte. Lukas Nmecha hatte seine Tempovorteile gegen Mats Hummels ausgespielt und den Ball aus spitzem Winkel geschickt über Torhüter Marvin Hitz gechipt, traf aber nur die Latte (22).

          Schiedsrichter Welz ausgewechselt

          Zu allem Überfluss wurde das zähe Spiel dann auch noch durch eine minutenlange Unterbrechung verlangsamt: Zum einem musste Marco Reus, der seit Tagen mit muskulären Problemen kämpft, ausgewechselt werden. Für den Kapitän kam Mario Götze in die Partie.

          Vor allem aber verstrichen etliche Minuten, bis der verletzte Schiedsrichter Tobias Welz ausgetauscht worden war, die Spielleitung übernahm Marcel Pelgrim, der vierte Offizielle. Nun fehlte den Dortmundern nach Jungstar Jadon Sancho und Taktgeber Axel Witsel, die geschont wurden, auch noch Kapitän Reus. Sportdirektor Michael Zorc bezeichnete die etwas überraschenden Personalentscheidungen Favres als „ganz normale Rotation“, inmitten dieser intensiven Saisonphase, in der die Gefahr von Überlastungsverletzungen besonders groß ist. Zwar hatten die Dortmunder auch so viel spielerische Qualität auf dem Platz, aber gefährlicher blieben die Wolfsburger.

          Während der langen Nachspielzeit vor der Pause kam Jeffrey Bruma am langen Pfosten nach einer Ecke zum Abschluss, schoss aber ganz knapp vorbei, insofern war der Führungstreffer früh in der zweiten Hälfte etwas glücklich. Nach 52 Minuten war Wolfsburg weit aufgerückt, und plötzlich wurde es einfach. Achraf Hakimi spielte nach einem lang geschlagenen Ball von Torhüter Hitz quer auf Thorgan Hazard, dessen Schuss aus 13 Metern neben dem linken Pfosten im Tor landete.

          Es war ein Treffer mit bemerkenswerter Wirkung. Als hätte endlich jemand den Energieregler aufgedreht, wirkten die Dortmunder jetzt. Die Südtribüne kochte, plötzlich sah jeder Spielzug schwungvoller und gefährlicher aus, das 2:0 war nun keine Überraschung mehr. Raphael Guerreiro hatte nach Vorarbeit von Hazard aus ganz ähnlicher Position wie sein Kollege zuvor getroffen, diesmal in die rechte Torecke (58.). Endlich sah das Publikum ein schwungvolles Fußballspiel, in dem der BVB ein halbes Dutzend guter Kontergelegenheiten vergeudete und trotz einiger gefährlicher Situationen im eigenen Strafraum endlich mal kein Nervenspiel in der Schlussphase überstehen musste. Als Mario Götze einen zweifelhaften Handelfmeter verwandelt hatte, war endgültig alles klar (88.).

          Der langsame und von Rückschlägen geprägte Genesungsprozess schreitet damit weiter voran, aber natürlich hat so ein Erfolg gegen den VfL Wolfsburg nach ganz schwacher erste Halbzeit nicht das ganz große Durchbruchpotenzial. Wirklich richtungsweisend sind die beiden Partien, die in der kommenden Woche anstehen: am Dienstag gegen Inter Mailand in der Champions League und am kommenden Samstag beim FC Bayern.

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