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3:0 gegen Stuttgart : Augsburg rackert der Rettung entgegen

Keine verzagte Fußball-Seele: FCA-Trainer Weinzierl Bild: dpa

Die Augsburger Überlebenskünstler schlagen Stuttgart, schließen zu Düsseldorf auf, halten Hoffenheim auf Distanz und schicken Fürth endgültig in die zweite Liga zurück.

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          All jenen verzagten Fußballerseelen, denen der Abstiegskampf schwer auf Gemüt und Beinen lastet, sei dringend ein Besuch in Augsburg empfohlen. Dort lässt sich schon seit einiger Zeit studieren, wie man aus einer bedrohlichen Lage das Allerbeste macht. Und auch am Samstag, beim 3:0 gegen den VfB Stuttgart, war wieder eine Mannschaft zu sehen, die regelrecht Spaß zu haben scheint am sportlichen Überlebenskampf in der Bundesliga.

          Es war imponierend zu sehen, wie das Team von Trainer Markus Weinzierl mit allem, was in ihm steckt, den Stuttgartern zusetzte: Laufbereitschaft, Kampfgeist, Zusammenhalt, das alles gab es in Hülle und Fülle. Mit Toren taten sich die Augsburger zwar lange Zeit schwer. Dann war aber doch noch Verlass auf Sascha Mölders, der in der 61. Minute sein zehntes Saisontor erzielte. Und weil Marcel de Jong (83.) und Dong Won Ji (85.) späte Zugaben parat hatten, dürfen die Augsburger mit sehr breiter Brust in die letzten drei Saisonspiele gehen. Mit dieser Mannschaft ist zu rechnen. Nicht, weil sie den Mut der Verzweiflung bemüht, sondern weil ihr der Glaube an sich und die eigenen Möglichkeiten jederzeit anzumerken ist.

          Augsburger Lebensversicherung: Mölders (rechts) erzielt das 1:0 Bilderstrecke
          Augsburger Lebensversicherung: Mölders (rechts) erzielt das 1:0 :

          Schon die ersten 45 Minuten waren eine lebhafte Angelegenheit - vor allem, weil die Augsburger jede Menge Rabatz vor dem Stuttgarter Tor veranstalteten. Doch ob es Mölders, Moravek, Werner oder Hahn war - immer fehlte es am letzten Rest Präzision, oder aber Ulreich, der Stuttgarter Torhüter, war im Weg. Es war grundehrlicher Fußball, den Weinzierls Team bot: geradeheraus, ohne Mätzchen und dabei stets im Vorwärtsgang. Die Stuttgarter hatten ihre liebe Mühe, die nötige Haltung für dieses Spiel zu entwickeln - was gewiss mit der vollbrachten Qualifikation fürs Pokalfinale und einem Tabellenplatz im Niemandsland zu tun hatte.

          Nach der Pause war mit einem Mal Harnik der Stuttgarter Führung ganz nah. Sein Kopfball aus kurzer Distanz fand jedoch in Torwart Manninger seinen Meister. Das Spiel blieb temporeich und umkämpft - dann kam der Mölders-Moment. Nach einem Eckball von Werner war der Angreifer mit dem Kopf zur Stelle. Schon danach hätten Ji und Werner erhöhen können, und einmal kam auch der VfB beinahe noch zum Zuge: als ein Kopfball von Niedermeier in höchster Not vor der Linie geklärt wurde. Dann aber machten der gerade erst eingewechselte de Jong und Ji das Augsburger Glück perfekt.

          FC Augsburg - VfB Stuttgart 3:0 (0:0)

          FC Augsburg: Manninger - Verhaegh, Callsen-Bracker, Klavan, Ostrzolek - Baier - Hahn, Moravek (87. Reinhardt), Ji, Werner (82. de Jong) - Mölders (89. Oehrl)
          VfB Stuttgart: Ulreich - Sakai, Rüdiger, Niedermeier, Molinaro - Gentner, Boka - Harnik, Maxim (67. Macheda), Traoré (71. Okazaki) - Ibisevic
          Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)
          Zuschauer: 30 660 (ausverkauft)
          Tore: 1:0 Mölders (61.), 2:0 de Jong (83.), 3:0 Ji (85.)
          Gelbe Karten: Ji (2), Ostrzolek (5), Verhaegh (2), de Jong (3) / Ibisevic (10), Maxim (1), Niedermeier (5), Rüdiger (4)

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