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3:0 gegen Leverkusen : Gladbach ist die Macht vom Niederrhein

  • -Aktualisiert am

Gladbacher Fohlen des 21. Jahrhunderts: Max Kruse jubelt mit Patrick Herrmann Bild: dpa

Der nächste Schritt im wundersamen Borussen-Aufstieg unter Trainer Favre ist geschafft. Mit dem 3:0-Sieg gegen Leverkusen kontert sich Gladbach praktisch in die Champions League.

          Mehr als ein Vierteljahrhundert hatte Bayer Leverkusen in Mönchengladbach kein Bundesligaspiel mehr verloren. Doch auch diese Serie musste einmal zu Ende gehen. An einem Tag, an dem es um viel ging, war es so weit. In einer Art Spiel um den dritten Platz besiegte Borussia Mönchengladbach die Werkself 3:0 (0:0).

          Dank der Tore von Max Kruse (50. Minute), Patrick Herrmann (81.) und Ibrahima Traore (89.) hat die „Fohlenelf“ die direkte Qualifikation für die Champions League so gut wie sicher. Zwei Runden vor dem Saisonende besitzen die Borussen fünf Punkte Vorsprung vor Verfolger Leverkusen, der Vierter bleibt. Mit dem neunten Heimsieg nacheinander starteten die Gladbacher sogar einen Angriff auf den Liga-Zweiten VfL Wolfsburg. Sie zogen fürs erste an den Niedersachsen vorbei, die allerdings an diesem Sonntag mit einem Punktgewinn in Paderborn den zweiten Platz zurückerobern können.

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          Beide Mannschaften waren mit viel Selbstvertrauen ins Spiel gegangen. Seit Wochen ungeschlagen wollten sie jeweils ihren Anspruch untermauern, (mindestens) als Liga-Dritter durchs Ziel zu gehen und sich so auf direktem Wege für die Champions League zu qualifizieren. Die Anfangsphase gehörte den Leverkusenern, die zunächst Druck aufbauten, dabei noch keine Chancen herauszuarbeiten vermochten. Gladbach begann abwartend, ließ sich aber nicht in Bedrängnis bringen.

          Plötzlich aber waren die Borussen auch in der gegnerischen Hälfte präsent. Einer dieser überfallartigen Gegenstöße genügte ihnen, um sich Respekt zu verschaffen. Der erste gefährliche Gegenstoß hätte beinahe sogar zum Erfolg geführt. Max Kruse, der vom VfL Wolfsburg stark umworbene Stürmer, brachte den Ball trotz freier Schussbahn jedoch nicht an Bayer-Torwart Bernd Leno vorbei.

          Der Mann zwischen den Pfosten erwies sich für die „Werkself“ nicht nur in dieser Szene als Rückhalt. Nach einer halben Stunde parierte Leno zweimal gegen Patrick Herrmann, der dank Wendells Ausrutscher das 1:0 auf dem Fuß hatte. Auch Christoph Kramer hätte die Heimelf in der ersten Hälfte in Führung bringen können. Doch der Gladbacher Mittelfeldspieler, der zur neuen Saison nach Leverkusen zurückkehrt, verfehlte mit einem Aufsetzer das Ziel.

          Leverkusen hatte sich nach forschem Start zurückdrängen lassen, kam aber gegen Ende des ersten Durchgangs doch zu einer guten Chance – die erste Gelegenheit für Yann Sommer zu zeigen, dass er wie sein Gegenüber zu den Torleuten der Extraklasse gehört. Zuvor hatte er einen Kopfball von Stefan Kießling vorbei gelassen, doch dessen Treffer zählte nicht, weil der Schütze knapp im Abseits stand.

          Auch auf der Gegenseite gab es in dieser Phase eine heikle Strafraumszene. Nach Lars Benders Zusammenstoß mit Herrmann im Strafraum konnten die Leverkusener von Glück sagen, dass Schiedsrichter Peter Gagelmann von einem Elfmeterpfiff absah.

          Fünf Minuten nach dem Seitenwechsel verschafften die Gladbacher sich mit einem ihrer schnellen Vorstöße über wenige Stationen den ersten zählbaren Vorteil. Granit Xhaka führte im Mittelfeld einen Freistoß aus, ehe die in diesem Augenblick überrascht wirkenden Bayer-Profis sich sortiert hatten. Auf dem rechten Flügel war der agile Herrmann nicht aufzuhalten; seine flache Flanke erreichte Kruse, der als Dritter im Bunde zielstrebig vollstreckte.

          Für Leverkusen wurde es nun besonders schwer. Wenn Gladbach einmal vorn liegt und sich ganz aufs Kontern verlegen kann, ist es noch schwerer als ohnehin schon, gegen diese Mannschaft etwas auszurichten. Das hat so mancher Gegner erfahren müssen, der in den vergangenen Monaten im Borussia-Park angetreten ist. Mit dem knappen Vorsprung im Rücken strebten die Borussen strebten dem neunten Heimsieg nacheinander entgegen.

          Als der unermüdliche Herrmann der Heimelf abermals Flügel verlieh, verpasste es Raffael, die Führung auszubauen. Leverkusen bemühte sich um den Ausgleich, es fehlte aber an Witz und an Verve, um die Gladbacher Abwehr bloßzustellen. Während Leverkusen unproduktiv nach vorn spielte, wartete Gladbach auf die Chance, den entscheidenden Treffer zu setzen.

          Die Gelegenheit bot sich im Anschluss an einen Freistoß: den ersten Torschuss von Kramer konnte Leno nur abklatschen, dann war Herrmann zur Stelle und belohnte sich für seine abermals große Energieleistung. Kurz vor Spielende machte Einwechselspieler Traore die Niederlage mit einem fulminanten Schuss von der Strafraumgrenze für Leverkusen noch schmerzlicher.

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