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3:0 gegen Leverkusen : Die Eintracht begeistert wieder

  • -Aktualisiert am

Zwei Stürmer, drei Treffer: Bas Dost hat den zweifachen Torschützen Goncalo Paciencia im Griff. Bild: dpa

In einer mitreißenden Partie bezwingen die Frankfurter Leverkusen 3:0. Die Tore erzielen Paciencia und Dost. Rönnow hält den Sieg fest. Bayer verpasst die Tabellenführung.

          3 Min.

          Die Frankfurter Eintracht hat zum ersten Mal in dieser Bundesligasaison ihren Fans eine rauschhafte Vorstellung geboten: Die Mannschaft von Trainer Adi Hütter bezwang in einem begeisternden Spiel der Fußball-Bundesliga Bayer Leverkusen 3:0. Goncalo Paciencia (4. und 17. Minute) sowie Bas Dost (80.) erzielten vor knapp 51.000 Zuschauern in der WM-Arena die Tore für die Frankfurter, die die Werkself eine halbe Stunde an die Wand gespielt hatten, dann aber in Schwierigkeiten gerieten, den Vorsprung zu verteidigen, als Bayer seine Klasse ausspielte.

          Bundesliga
          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Wenige Stunden vor dem Anpfiff kam die schlechte Nachricht für die Eintracht: Ihr bester Stürmer der vergangenen Wochen, Andre Silva, kann gegen Bayer nicht mitspielen. „Ein Problem an meinem Fuß“, teilte der portugiesische Nationalspieler über ein soziales Medium mit. Er werde in Kürze aber wieder mitwirken können. Schlimmer wäre es für die Frankfurter Fans aber gewesen, wenn Goncalo Paciencia die Partie verpasst hätte. Silvas Landsmann wurde zum entscheidenden Mann einer mitreißenden Bundesligabegegnung.

          In der vierten Minute erzielte er nervenstark das 1:0 in einer 1:1-Situation gegen den früheren Eintracht-Torwart Lukas Hradecky, der in diesen Momenten seine besondere Stärke hat. Noch größeres Lob in dieser Szene gebührte allerdings Danny da Costa, der den Steilpass auf den Mittelstürmer gegeben hatte. Der Ball landete aus über 30 Metern Entfernung genau auf dem Fuß Paciencias, der zwischen den Leverkusenern Mitchell Weiser und Aleksandar Dragovic eingekeilt war.

          In der 17. Minute verwandelte Paciencia dann genauso nervenstark einen Handelfmeter, den Dragovic verursacht hatte, als er in höchster Not einen Torschuss des Portugiesen blocken wollte und den Ball an die Hand bekam. Schiedsrichter Dingert entschied sofort auf Strafstoß und zeigte dem Österreicher die Gelbe Karte, weil er den Arm weit ausgestreckt hatte.

          Diese beiden Treffer waren die angemessene Belohnung für eine überragende Offensiv-Leistung der Eintracht in der Anfangsphase oder eine angemessene Strafe für die desolate Leverkusener Verteidigung. Dragovic, der den formschwachen deutschen Nationalspieler Tah vertrat, irrte mehr umher, als er lief und Rechtsverteidiger Weiser wurde von Filip Kostic geradezu vorgeführt. Der Serbe knüpfte an seine überragenden Vorstellungen der vergangenen Saison an und bereitete eine Torchance nach der nächsten vor. Doch Rode, Paciencia und Dost vermochten die Gelegenheiten nicht zu verwerten.

          Gut für die Eintracht, dass er so gut aufgelegt war: Goncalo Paciencia

          Der Leverkusener Trainer Peter Bosz erlöste Weise nach einer halben Stunde und ersetzte ihn durch Karim Bellarabi. Eine mutige Maßnahme, denn Bellarabi ist eher Linksaußen als Linksverteidiger. Aber noch schlechter konnte er gegen Kostic auch nicht aussehen als Weiser. Dafür versprach er, durch seine Offensivstärke, Kostic etwas zu binden. Auch Eintracht-Trainer Hütter nahm nach 30 Minuten einen Tausch vor – allerdings nicht freiwillig. David Abraham kam für den angeschlagenen Rechtsverteidiger Almamy Toure ins Spiel.

          Von diesem Zeitpunkt an änderten sich die Verhältnisse in der Frankfurter WM-Arena. Leverkusen stabilisierte sich in der Abwehr und begann nun auch, immer zwingender zu kombinieren. Baumgartlinger und zweimal Alario hätten für die Werkself in der Schlussphase des ersten Durchgangs durchaus einen Treffer erzielen können. Doch entweder trafen sie den Ball nicht richtig oder scheiterten am Frankfurter Torwart Frederik Rönnow, der bei einem Volleyschuss von Alario besonders sehenswert reagierte.

          Kurz zuvor hatte Paciencia die Chance verpasst, einen Hattrick zu schaffen. Seinen Schuss aus kurzer Distanz – nach Zuspiel von Kostic – wehrte Hradecky mit der Schulter ab. So war Leverkusen immer noch im Spiel und die Werkself tat in der zweiten Halbzeit alles, trotz des Rückstandes noch zumindest einen Punkt zu ergattern.

          Die Eintracht wehrte sich, doch sie konnte es nicht verhindern, dass Bayer, das volles Risiko ging, immer wieder zu großen Tormöglichkeiten kam. Havertz und Alario waren es, die den Ball aussichtsreich auf dem Fuß oder auf dem Kopf hatten, doch sie fanden in jeder Szene in Rönnow ihren Meister. Der dänische Vertreten von Kevin Trapp steigerte sich im Laufe des Spiels zu einer phänomenalen Leistung. Die beste unter vielen starken Parade war die in der 75. Minute als er mit einem Reflex die Faust hochriss, um einen von Hasebe abgefälschten Schuss von Havertz gerade so über die Latte zu lenken. In der 66. Minute freuten sich die Hessen über die Einführung des Videobeweises. Schiedsrichter Dingert nahm seine Entscheidung Handelfmeter zurück, weil er auf dem Bildschirm entdeckte, dass Fernandes den Ball ins Gesicht und nicht an die Hand bekommen hatte.

          Da die Frankfurter es lange nicht schafften, ihre Räume zum Kontern zu nutzen, blieb das Match bis zur 80. Minute ein einziger Aufreger. Dann wurschelte Dost mit letztem Willen den Ball zum 3:0 über die Torlinie und der Sieger dieses erlebnisreichen Fußballabends stand fest.

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