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3:0 gegen Köln : Raul beschenkt Schalke dreifach

  • -Aktualisiert am

Nicht zu halten: Raul Bild: dapd

Ein Mann sorgt bei Schalke 04 rechtzeitig zum Fest für zufriedene Gesichter: Raul besiegt die Kölner Abstiegskandidaten im Alleingang. Schalke kann sich damit endgültig von der Hinrunden-Krise verabschieden.

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          Streng genommen gibt es in der Fußball-Bundesliga ja keine Sechs-Punkte-Spiele. Doch Frank Schaefer fühlt sich so, als gäbe es sie. Seit seinem Dienstantritt vor ein paar Wochen habe er nur „Sechs-Punkte-Spiele“, sagt der Trainer des Abstiegskandidaten 1. FC Köln. Damit will er wohl ausdrücken, dass für seine Elf immer doppelt so viel auf dem Spiel steht wie in ruhigeren Zeiten. Wie immer man das betrachten mag, der Auftritt beim FC Schalke 04 wurde für Schaefer und seine Crew zu einem Null-Punkte-Spiel.

          Während der „FC“ in der Abstiegszone verharrt, setzten die Königsblauen ihren Kurs der sportlichen Konsolidierung fort. Beim 3:0 über die Rheinländer gelang dem Bundesliga-Zehnten aus dem Ruhrgebiet der dritte Sieg nacheinander. Einen Tag nachdem Schalke für das Achtelfinale der Champions League der FC Valencia als Gegner zugelost worden war, fügte der madrilenische Stürmerstar Raul mit seinen drei Toren gegen Köln (29./50./87. Minute) weitere umjubelte spanische Momente hinzu und setzte sich mit nun neun Treffern an die Spitze der Schalker Torschützenliste.

          Eine Erfolgsmeldung verbuchten die Kölner immerhin abseits des Spielfeldes. Die Rheinländer verpflichteten Volker Finke, den ehemaligen Coach des SC Freiburg, als Sportdirektor. Finke tritt das Amt zum 1. Februar 2011 an und wird einen Vertrag über zweieinhalb Jahre erhalten. Der 62-Jährige ist noch bis zum Jahresende in Japan bei den Urawa Red Diamonds als Trainer tätig; sein Vertrag läuft aus. Der ehemalige FC-Manager Michael Meier war Ende November entlassen worden. „Volker Finke war der Wunschkandidat der Vereinsführung und passt perfekt in das Anforderungsprofil des 1. FC Köln“, hieß es in der Mitteilung des Klubs. Er stehe mit seiner sportlichen Kompetenz für Werte und sei eine Persönlichkeit mit Visionen. „Finke hat in der Vergangenheit nachgewiesen, dass er eine Mannschaft strategisch und konzeptionell zusammenstellen und aufbauen kann“, hieß es weiter. Finke soll übergreifend für die Nachwuchsabteilung, das Scouting und die Lizenzspielerabteilung verantwortlich sein und wird dabei mit Trainer Frank Schaefer zusammenarbeiten. So weit die Zukunft.

          Im rechten Licht: Raul trifft zum 1:0 für Schalke

          In der Gegenwart waren schon die Vorzeichen waren nicht günstig für Köln: Der „FC“ musste auf die beiden verletzten Stürmer Lukas Podolski und Milivoje Novakovic verzichten, die allerdings beide hoffen, am Mittwoch im DFB-Pokalspiel gegen den MSV Duisburg wieder zur Verfügung zu stehen. Zudem war es zuletzt vor siebzehn Jahren einer Kölner Mannschaft gelungen, eine Bundesligapartie in Gelsenkirchen zu gewinnen.

          Auf dem Rasen deutete nichts darauf hin, dass sich an diesem Nachmittag daran etwas ändern könnte. Die Rheinländer ließen den Schalkern zwar anfangs nicht viel Spielraum, waren selbst im Angriff aber überaus harmlos. Eine Ausnahme bildete schon in der 2. Minute ein Kopfball von Martin Lanig, der knapp das Ziel verfehlte. Sonst hatte der Schalker Torhüter Manuel Neuer nur der Kälte wegen einen ungemütlichen Arbeitstag. Da in der ersten Hälfte beide Mannschaften nicht gerade vor Ideen strotzten, hielt sich der Unterhaltungswert erst einmal in Grenzen.

          Raul, der eiskalte Vollstrecker

          Mitten in die aufkommende Langeweile hinein aber fiel der Führungstreffer für den Favoriten. Der Kölner Verteidiger Christopher Schorch war so freundlich, seinem Gegenspieler Ivan Rakitic den Ball zu überlassen. Der Mittelfeldmann flankte in den Strafraum und fand einen dankbaren Abnehmer. Raul setzte sich im Kopfballduell durch und köpfte die Kugel gegen die Laufrichtung des Torhüters Mondragon ins lange Eck. Das war schon alles, was die erste Hälfte zu bieten hatte. Bis zur Pause blieb es eine zähflüssige Angelegenheit.

          Nach dem Seitenwechsel schufen die Schalker rasch klare Verhältnisse. Jefferson Farfan, seit einigen Wochen in bestechender Form, brachte eine Flanke, die noch abgefälscht wurde, in den Sechzehnmeterraum; dort vollstreckte Raul abermals eiskalt, diesmal mit dem Fuß. Damit war der Widerstand der Kölner gebrochen. Von nun an war der Sieg des FC Schalke nur noch eine Frage der Höhe. Trotz guter Chancen versäumte es die Heimelf zunächst, den Vorsprung auszubauen. Doch Senor Raul war noch nicht fertig. Kurz vor Schluss krönte er seine Leistung mit einem weiteren Tor und machte seinen zweiten Dreierpack perfekt - schon beim 4:0 gegen Bremen im November hatte er dreimal getroffen.

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