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3:0 gegen Frankfurt : Reus schießt die Eintracht ab

Einer für alle, alle für einen: Dortmund herzt Marco Reus Bild: dapd

Borussia Dortmund beweist nach intensiven Wochen physische Ausdauer und bezwingt Eintracht Frankfurt 3:0. Dabei sieht Schieber früh Gelb-Rot. Doch das kongeniale Duo Reus/Götze gleicht die Unterzahl aus.

          2 Min.

          Es war nur eine scheinbar unbedeutende Szene an der Mittelinie – aber plötzlich war alles anders als zuvor. Julian Schieber war in der 31. Minute zum Kopfballduell mit dem Frankfurter Bastian Oczipka hochgestiegen. Der Linksverteidiger der Eintracht, offenbar im Gesicht getroffen vom Arm des Dortmunder Stürmers, sank zu Boden, hielt sich den Kopf.

          Peter Penders
          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Der Linienrichter winkte mit seiner Fahne, signalisierte dem Schiedsrichter damit ein Foulspiel, und Felix Brych tat, wozu ihn der Deutsche Fußball-Bund vor Saisonbeginn aufgefordert hatte – Vergehen bei diesen Luftkämpfe härter zu ahnden. Er zeigte Schieber die Gelbe Karte, aber weil er das ein paar Minuten zuvor schon einmal getan hatte, bedeutete das in der Fußball-Farbenlehre die Gelb-Rote Karte.

          Dejavu-Erlebnis für Dortmunder Fans

          Und alle Dortmunder Fans im Stadion hatten ihr Dejavu-Erlebnis – eines, auf das sie diesmal liebend gerne verzichtet hätten. Denn gegen den VfL Wolfsburg hatte Schmelzer die (allerdings unberechtigte) Rote Karte gesehen, und aus der 1:0-Führung war eine 2:3-Niederlage geworden. In der vergangenen Woche hatte Lewandowski seinen Arbeitsplatz schon in der ersten Halbzeit räumen müssen, und in der Folge war die Partie gegen den Hamburger SV 1:4 verloren gegangen.

          Und nun hieß es also schon wieder bangen mit der Borussia, die nur drei Tage nach dem Champions League-Spiel in Donezk auch noch eine gute Stunde in Unterzahl spielen musste. Mit Schieber mussten die Dortmunder allerdings genau auf jenen Spieler verzichten, der bis zu jener Szene am wenigsten am Spiel des Meisters teilgenommen hatte. Dem ehemaligen Stuttgarter war die fehlende Spielpraxis deutlich anzumerken, vielleicht war es auch ein wenig Übermotivation. Wegen der Sperre für Lewandowski bot sich ihm erstmals die Aussicht auf mehrere Spiele am Stück, doch nach eine halben Stunde war die große Chance dahin.

          Dafür bot die Szene genügend Stoff für lebhafte Pausendiskussionen – ohne Aussicht auf eine Einigung. Immerhin aber führte die Borussia diesmal schon 2:0, als sie mal wieder in einem Heimspiel in Unterzahl geriet. Der Platzverweis für Schieber lenkte die Aufmerksamkeit weg von jenem Führungstreffer durch Reus, der in seiner Entstehung ein Kunstwerk und eine Freude für jeden Fußball-Genießer gewesen war.

          Götze hatte das Zuspiel von Gündogan direkt und vor allem zur großen Verblüffung der Frankfurter Abwehr weiter gelenkt und dadurch Reus vollkommen frei gespielt. Der Nationalspieler traf nach acht Minuten, und vermutlich waren noch nicht alle bewundernden Gespräche über diesen Treffer verstummt, da stand es schon 2:0. Diesmal war Hummels der Wegbereiter für Reus gewesen, und in der zehnten Minute lag der Ball wieder im Frankfurter Tor. Was man nicht kann, wird ja meistens besser, wenn man es eifrig übt.

          Kann es gar nicht fassen: Schieber sieht von Schiedsrichter Brych Gelb-Rot
          Kann es gar nicht fassen: Schieber sieht von Schiedsrichter Brych Gelb-Rot : Bild: AP

          In Sachen Unterzahlspiel haben die Dortmunder ja einiges an unfreiwilliger Spielpraxis gewonnen, und vielleicht lag es ja daran, dass sich diesmal ein anderes Spiel als gegen Wolfsburg und Hamburg entwickelte. Bis auf eine Schrecksekunde kurz vor der Pause, als Rode den Ball an Torwart Weidenfeller, aber auch am Dortmunder Tor vorbeizirkelte, musste die Borussia von den Frankfurtern nichts befürchten. Die Hessen waren vielleicht auch eingeschüchtert vom aufgebrachten Publikum, das hinter jedem Frankfurter Foul einen potentiellen Platzverweis witterte.

          Hummels rennt für ein ganzes Team

          Doch auch so lag ein drittes Dortmunder Tor dauernd in der Luft, denn in keiner Phase wirkte es so, als seien die lauffreudigen Dortmunder tatsächlich mit einem Spieler weniger auf dem Platz vertreten – vor allem Hummels rannte soviel, als müsse er das Fehlen eines Kollegen alleine auffangen. In der 65. Minute war es dann soweit, das überfällige 3:0 fiel und wieder war Reus der Torschütze, abermals meisterlich frei gespielt von Götze. Kurz danach hatten auch die Zuschauer ihr Erfolgserlebnis: Brych zeigte dem Japaner Takashi Inui ebenfalls die Gelb-Rote Karte, und die personellen Kräfteverhältnisse waren damit wieder ausgeglichen. Und was ein großer Aufreger hätte werden können, wurde so am Ende nur eine Partie mit einem geruhsamen Ende.

          Borussia Dortmund - Eintracht Frankfurt 3:0 (2:0)

          Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Gündogan (89. Sahin), Bender - Blaszczykowski (66. Großkreutz), Götze (82. Leitner), Reus - Schieber
          Eintracht Frankfurt: Trapp - Jung, Zambrano, Anderson, Oczipka - Schwegler, Rode (80. Celozzi) - Aigner (60. Occean), Meier, Inui - Lakic (78. Matmour)
          Schiedsrichter: Brych (München)
          Zuschauer: 80.500
          Tore: 1:0 Reus (8.), 2:0 Reus (9.), 3:0 Reus (65.)
          Gelbe Karten: Hummels (1), Subotic (3) / Lakic (2)
          Gelb-Rote Karten: Schieber (31./wiederholtes Foulspiel) / Inui (74./wiederholtes Foulspiel)

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