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3:0 gegen Bremen : Eiskalte Frankfurter

  • -Aktualisiert am

Stefan Ilsanker beim Jubel über sein zweites Tor Bild: AFP

Die Frankfurter bestehen den Stresstest in Bremen und sind mit dem 3:0-Sieg praktisch aller Sorgen ledig. Ilsanker trifft mit dem ersten Ballkontakt – und dann noch einmal.

          3 Min.

          Die Eintracht hat sich aus dem Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga fürs Erste verabschiedet. Und da nur noch fünf Spieltage zu absolvieren sind, muss sie bei zehn Punkten Vorsprung vor Bremen und acht Punkten vor Düsseldorf auch keine allzu große Furcht hegen, noch einmal hineinzurutschen. 3:0 besiegte die Mannschaft von Trainer Adi Hütter in Bremen den SV Werder, das Ergebnis gibt nicht andeutungsweise wieder, wie hart das Stück Arbeit war.

          Bundesliga
          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Nach sieben Punkten in den letzten drei Spielen lieferte Werder einen harten Kampf und hatte zwischenzeitlich sogar leichte Vorteile. „Es war teilweise grausam“, urteilte Torwart Trapp über den Auftritt seiner Eintracht in der ersten Halbzeit. Immerhin ließen die Frankfurter während des gesamten Spiels kaum Torchancen zu. Nach Silvas 1:0 in der 60. Minute hatte die Eintracht dann die hitzige Begegnung im Griff. Einwechselspieler Ilsanker schraubte das Resultat in der Schlussphase dann sogar noch auf 3:0. „Das ist wie das Ketchupflaschen-Prinzip, erst kommt gar nichts, dann kommt alles“, kommentierte Ilsanker launig seine beiden Treffer. „Bei meiner Torgefährlichkeit dachten wohl die Bremer, sie könnten mich alleine stehen lassen.“ Der Österreicher hatte zuvor noch nie in der Bundesliga getroffen.

          Wenn zwei Mannschaften ihrem Beruf mit einer vorbildlichen Auffassung nachgehen, wenn sie rennen, kämpfen, den Gegner quälen, dann kommt noch lange kein gutes Fußballspiel heraus. Werder Bremen und die Frankfurter Eintracht mühten sich am Mittwochabend in der ersten Halbzeit ihrer Auseinandersetzung mehr als nur redlich, fast schon aufopferungsvoll. Aber am Ende der 45 Minuten hoben sich alle Bemühungen auf: 3:4 Torschüsse, 79:78 Passquote, 56:55 Kilometer Laufleistung, 0:0 Tore, die statistischen Details spiegelten die Verhältnisse. Und ein Vergnügen war es weder für die Akteure noch für die Zuschauer gewesen. Für die Fans vorm Fernseher nicht, weil sich kaum Strafraumszenen ergaben, für die Spieler nicht, weil sie von ihren Widersachern hart malträtiert wurden, es ging um jeden Zentimeter auf dem Spielfeld.

          Die Eintracht hatte den etwas besseren Start, schien zehn Minuten lang dem Bremer Pressing widerstehen zu können und kam durch Silva zu einem Torschuss. Doch dann fand Werder Zugriff und machte aus dem Fußballspiel eine Abfolge von Zweikämpfen. Die Eintracht behauptete sich meistens, aber gegen Ende der ersten Halbzeit geriet sie doch ein wenig unter Druck. Was durch den Torschuss von Bartels in der Nachspielzeit dokumentiert wurde, der aber Eintracht-Torwart Trapp vor keine Probleme stellte. Bartels, erstmals seit Dezember 2017 in Werders Startelf berufen, hatte in der dritten Minute den Tenor dieser Partie vorgegeben, als er Gacinovic rüde in die Beine grätschte und Gelb sah. Die Frankfurter blieben nichts schuldig, vor allem Hinteregger, der ebenso verwarnt wurde und auch danach mit Haken und Ösen weiterspielte.

          Die Bremer Abwehr ist beim Frankfurter Ilsanker nicht sofort zur Stelle und kann das Tor nicht verhindern.

          Der große Aufreger der ersten Hälfte ereignete sich in der 35. Minute. Abraham war im Strafraum der Ball an die Hand gesprungen, was Schiedsrichter Ittrich nicht bemerkt hatte. Aber dem Videoassistenten war es nicht verborgen geblieben. Er ordnete eine Überprüfung an, die Abrahams Vergehen nachwies, aber auch eine millimeterknappe Abseitsstellung des Bremers Klaassen vor der Aktion. Es dauerte über zwei Minuten, bis sich die Unparteiischen zu der Entscheidung zugunsten der Eintracht durchgerungen hatten.

          Nach der Pause fand die Eintracht wieder zur Kompaktheit zurück. Sie hielt die Bremer weit weg vom eigenen Tor, weil sie den Ball wieder besser kontrollierte. In der 59. Minute fiel urplötzlich Kohr der Ball vor die Füße. Der defensive Mittelfeldspieler nutzte das Geschenk und schoss ein. Doch wieder ergab die Videoüberprüfung eine denkbar knappe Abseitsposition.Aber nur eine Minute später erzielte die Eintracht dann doch das 1:0. Eine wunderbare Flanke Kostics köpfte Silva unhaltbar ins Bremer Tor. Wieder wurde der Videoassistent aktiv. Aber der Unparteiische war der Ansicht, dass Hasebe bei der Balleroberung, die zum Angriff führte, kein Foul begangen hatte. Werders erstes Gegentor nach 340 Minuten wurde amtlich.

          Der Bremer Trainer Kohfeldt brachte daraufhin mit Rashica und Sargent zwei frische Stürmer, doch die Frankfurter erspielten sich die Chance zur Entscheidung. Gacinovic umdribbelte drei Gegner, schob jedoch den Ball am Tor vorbei. Die Eintracht musste der vergebenen Großchance aber nicht lange nachtrauern. Die Einwechselspieler Dost und Ilsanker nahmen den Frankfurtern alle Sorgen. Der Mittelstürmer aus den Niederlanden verlängerte nach Kostics Eckstoß die Flugbahn des Balles, der Österreicher musste nach 19 Sekunden Einsatzzeit nur noch den Fuß hinhalten. Damit war den Bremern, die schon mit dem 0:1 nicht umzugehen wussten, endgültig der Nerv gezogen. Ilsanker erhöhte sogar noch auf 3:0.

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