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3:0 für Leverkusen : Nürnberg ist nicht Manchester

  • -Aktualisiert am

Der Frust der Champions League ist wie weggeblasen bei den Leverkusenern Bild: AP

Nach dem Debakel gegen Manchester in der Champions League zeigt sich Leverkusen gut erholt. Beim 3:0-Sieg über Nürnberg glänzt vor allem Son mit einem Doppelpack. Auch Kießling ist erfolgreich.

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          Erst nach der 0:5-Blamage gegen Manchester United trat die Abteilung Attacke auf den Plan: in Gestalt der Ein-Mann-Spitze Rudi Völler. Der Sportdirektor der am Mittwoch in der Champions League gedemütigten Werkself von Bayer 04 Leverkusen wehrte sich vor dem Bundesligaspiel des Tabellenzweiten aus dem Rheinland gegen den Tabellenvorletzten 1. FC Nürnberg gegen die akute Verzagtheit und Kleinmütigkeit der Marktstrategen im Klub und im Konzern.

          Den Begriff „Vizekusen“ patentieren zu lassen, wie es der frühere Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser durchgesetzt hatte, sei „schwachsinnig“ gewesen, brandmarkte der geübte Wutredner eine Idee, die für ihn kein schillernder Markenbegriff sein kann. Die von Holzhäusers Nachfolger Michael Schade angestoßenen Diskussionen über eine Imageaufwertung von Bayer 04 seien „der absolute Blödsinn“.

          Und der vom früheren Sportgeschäftsführer Reiner Calmund via Fernsehen laut gewordene Gezeter über den in der Tat schwachbrüstigen Leverkusener Auftritt gegen Englands Meister sei nur in eigener Sache werbewirksam gewesen („er soll Calli bleiben und nicht den Calli spielen“).

          Wegweisende, wenn auch krude Worte eines ehemaligen Weltmeisters in einem Verein, der bisher nur die Sehnsucht nach einem Meistertitel kennt. „Wir sind ein Topklub“, stellte Völler klipp und klar fest, der sich nicht „kleiner machen“ solle „als wir sind“. Das allerdings durfte auch die Mannschaft auf sich beziehen, als sie am Samstagnachmittag zurückkehrte in den Ligaalltag und liefern musste.

          Wir machen den Weg frei: Son zieht ab und trifft für die „Werkself“

          Ohne den kritischen Beobachter Völler, der wegen einer akuten Nierenkolik in einer Klinik lag. Wäre er dagewesen, der Sportchef hätte sich über einen nie gefährdeten Leverkusener 3:0-Sieg freuen können. Die Nürnberger, auch nach 14 Spieltagen noch sieglos, waren vor 27.000 Zuschauern nur in der ersten halben Stunde gleichwertig und hatten einmal Pech, als Hasebes Schuss (19.) vom Pfosten abprallte, der zwölfte Aluminiumtreffer des „Clubs“ in dieser Saison.

          Präziser ging Son (39. Minute) nach Castros exakter Flanke zu Werk. Die Direktabnahme des Koreaners rauschte links oben ins Tornetz zur 1:0-Führung für Bayer. Ein Vorsprung, der mithalf, die Verspannungen innerhalb der Werkself nach dem Manchester-Desaster zu lösen.

          Was soll ich da machen? Nürnbergs Trainer Verbeek

          Kießling war nah dran, seinen zehnten Treffer im elften Duell mit seinem früheren Verein zu erzielen, doch der Kopfball des Leverkusener Schützenkönigs klatschte gegen den Innenpfosten und von da zurück ins Feld (45.+1). Was noch nicht war, holte Kießling mit seinem neunten Saisontor in der 47. Minute nach, als er sich im Doppelpass mit Hegeler den Raum für sein Tor zum 2:0 verschaffte.

          Sein sehenswertes Tagwerk vollendete schließlich Son mit einem Flachschuss zum 3:0, bestens in Position gebracht vom besten Leverkusener, Gonzalo Castro (77.). Bayer fand damit bei vier Punkten Rückstand überzeugend zurück in die Spur als erster Bayern-Verfolger. Alltagstauglich zu sein, ist an manchen Bundesliga-Spieltagen auch eine Menge wert.

          Bayer Leverkusen - 1. FC Nürnberg 3:0 (1:0)

          Bayer Leverkusen: Leno - Donati, Wollscheid, Spahic, Can - Bender (73. Reinartz), Rolfes, Castro (83. Stafylidis) - Hegeler, Kießling, Son (78. Kruse)
          1. FC Nürnberg: Schäfer - Chandler, Nilsson, Pogatetz, Plattenhardt - Frantz, Hasebe - Feulner, Kiyotake (69. Pekhart), Hlousek (74. Esswein) - Drmic (46. Ginczek)
          Schiedsrichter: Drees (Münster-Sarmsheim)
          Zuschauer: 27.395
          Tore: 1:0 Son (36.), 2:0 Kießling (47.), 3:0 Son (77.)
          Gelbe Karten: Castro (3) / Frantz (2), Hlousek (1), Pogatetz (4)

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