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3:0 auf Schalke : Bayerns James zeigt seine Klasse

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Sein erstes Tor in der Bundesliga: James Rodriguez schreit seine Freude heraus Bild: dpa

Der kolumbianische Zugang der Bayern bereitet beim 3:0 auf Schalke zwei Treffer vor und erzielt einen selbst. Die Münchner überzeugen auch sonst in fast jeder Hinsicht.

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          Domenico Tedesco hatte schon am Samstagabend auf der Rückfahrt vom Auswärtsspiel in Bremen damit begonnen, eine Strategie für die folgende Partie gegen den FC Bayern München zu entwickeln. Der junge Trainer wollte seinem Kollegen Julian Nagelsmann in nichts nachstehen, der sich mit der TSG Hoffenheim als erster Bayern-Bezwinger der jungen Bundesliga-Saison hervorgetan hatte. Tedesco und Nagelsmann hatten im selben Lehrgang die Ausbildung zum Fußball-Lehrer absolviert, und seit Saisonbeginn besitzt auch der zu jener Zeit Klassenbeste Tedesco – als Cheftrainer des FC Schalke 04 – das Privileg, in der Bundesliga zu arbeiten.

          Wie Nagelsmann gilt auch er als Laptoptrainer, der analytische Fähigkeiten mit Sinn für die Praxis zu verbinden weiß. Anders als Nagelsmann vermochte der Gelsenkirchener dem FC Bayern und seinem international erfahrenen Trainer Carlo Ancelotti allerdings keine Schwierigkeiten zu bereiten. Im Gegenteil. Beim 0:3 waren die bis dahin punktgleichen Schalker dem Rekordmeister klar unterlegen. Elfmeterschütze Robert Lewandowski (25. Minute) und James Rodriguez (29.) hatten mit ihren Toren vor der Pause die Basis für einen ungefährdeten Auswärtssieg gelegt. Arturo Vidal sicherte den Erfolg mit dem dritten Treffer ab (76.). Die Schalker wirkten zumeist, als wollten sie von den Bayern lernen – dem Favoriten selbst eine Lektion zu erteilen, dazu fehlte ihnen die Chuzpe.

          Schon der Blick auf die Ersatzbank des FC Bayern hatte so manchen in Staunen versetzt. Kurz vor dem Anpfiff nahmen dort (fast) nur Weltklassespieler Platz. Aber auch ohne hoch dekorierte Fußball-Prominente wie Mats Hummels, Thiago, Franck Ribéry, Jerome Boateng und Arturo Vidal gelang es den Münchnern früh, das Geschehen auf dem Rasen zu bestimmen. Während die Schalker im eigenen Stadion noch nach Orientierung suchten, fühlten die Bayern sich in der vollbesetzten Arena wie zu Hause und riefen im gegnerischen Strafraum alsbald Turbulenzen hervor. Der Gelsenkirchener Torhüter Ralf Fährmann rückte in den Blickpunkt und zeichnete sich mehrmals aus. Dennoch schien es nur eine Frage der Zeit zu sein, wann Bayern in Führung gehen würde.

          Die Münchner mussten sich gedulden, bis Schiedsrichter Marco Fritz, unterstützt vom Videoassistenten, ein Handspiel von Naldo mit einem Strafstoß ahndete. Lewandowski nutzte den Elfmeter eiskalt, um den Favoriten in Führung zu bringen. Zuvor hatte Schalke die Bayern-Herrlichkeit lediglich mit einem Abseitstor von Amine Harit unterbrochen.

          Das erste Tor des Kolumbianers: Schalke ist geschlagen Bilderstrecke
          Das erste Tor des Kolumbianers: Schalke ist geschlagen :

          Ancelottis Team untermauerte seine Dominanz mit reichlich Ballbesitz, guten Zweikampfwerten und schließlich mit einem zweiten Treffer. Auch dessen Entstehung dokumentierte die Klasse der Bayern. Nach einer Ballstafette über Müller, Lewandowski und Tolisso erreichte der Ball im Strafraum Rodriguez, für den der Abschluss auch eine Art Elfmeter war. Nach dem zweiten Tor steigerten die Schalker ihren Ballbesitzanteil ein wenig, hinderten den Gegner aber nicht daran, Ball und Gegner zu kontrollieren.

          Auch nach der Pause erwischten die Bayern den besseren Start, Müller versäumte es aber, den Vorsprung auszubauen; sein Kopfball prallte gegen den Pfosten. Schalke, bis dahin zu zaghaft, traute sich allmählich ein wenig mehr aus der Deckung. Doch den Vorstößen der Königsblauen mangelte es an Präzision im Abschluss. Das wollte Trainer Tedesco mit der Einwechslung von Breel Embolo ändern. Der Schweizer Stürmer, der fast ein Jahr verletzt gefehlt hatte, löste nach knapp einer Stunde den 19 Jahre alten Weston McKennie ab, der bei seinem ersten Bundesliga-Einsatz in der Startelf unauffällig geblieben war. Die besten Chancen für Schalke hatten jedoch andere. Jewhen Konopljanka verfehlte knapp das lange Eck, Guido Burgstaller eröffnete auch Sven Ulreich, der den verletzten Nationaltorwart Manuel Neuer vertrat, zweimal binnen einer Minute die Möglichkeit, sich auszuzeichnen (66.).

          Letztlich fehlte es den Schalker Angriffen aber an Wucht und an Verve, um die Bayern ernsthaft zu ärgern. Der Titelverteidiger verwaltete weitgehend unbehelligt seinen Vorsprung, und spätestens der eingewechselte Vidal – wieder war James der Vorarbeiter – raubte den braven Schalkern eine Viertelstunde vor Ultimo den letzten Rest an Hoffnung.

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