https://www.faz.net/-gtm-a0uqm

Zweite Bundesliga : Wie Wehen Wiesbaden den Wiederaufstieg plant

  • -Aktualisiert am

Der Abstieg für Rüdiger Rehm und den SV Wehen Wiesbaden ist kaum noch zu verhindern. Bild: dpa

Nur noch ein Fußball-Wunder würde die Rettung vor dem Abstieg in die dritte Liga bringen. Schon vor dem letzten Spieltag kündigt Trainer Rüdiger Rehm an, „die Suppe wieder auslöffeln“ zu wollen.

          2 Min.

          Rüdiger Rehm würde bei sich keine Fehler erkennen und die Schuld am Abstieg in die dritte Profiliga vor allem bei anderen suchen; oder der Wiesbadener Fußballtrainer hätte andere Vorstellungen davon, wie sich der Verein in Zukunft ausrichten muss – das wären zwei Gründe, warum sich die Wege zwischen Rehm und den Wiesbadenern nach den Saisonabschlussgesprächen in diesem Sommer trennen könnten.

          2. Bundesliga

          Doch für einen Bruch der Arbeitsbeziehung gibt es keine Anzeichen, es wäre zudem überraschend, wenn der 41-Jährige trotz bestehenden Vertrags bis zum 1. Juli 2021 keine Motivation für den nötigen Neuaufbau mitbringen würde. Vor dem finalen Spieltag an diesem Sonntag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur zweiten Fußball-Bundesliga und bei Sky) zu Hause gegen St. Pauli kündigte Rehm bereits an, „die Suppe wieder auslöffeln“ zu wollen: „Wir werden uns alle gegenseitig hinterfragen – wie in der Vorsaison nach dem Aufstieg. Das gehört zur Saisonanalyse dazu. Und danach werden wir weitersehen“, sagte er.

          Momentan stehen die Zeichen auf Fortsetzung der Zusammenarbeit. „Wir sind bekannt dafür, unsere Verträge einzuhalten“, sagte Nico Schäfer, der Geschäftsführer Sport, dieser Zeitung zu den Zukunftsperspektiven von Rehm. Schon im Saisonverlauf hatten die Wiesbadener mit großer Willensstärke an ihrem Trainer festgehalten, daran änderten auch die Krisensituationen nichts: „Es war sicher ein ungewöhnlicher Weg, dass wir auf der Trainerposition sehr kontinuierlich weitergearbeitet haben.

          Viele Trainer hätten in dieser Situation wahrscheinlich mehr Schwierigkeiten gehabt als bei uns. Aber wir stehen für diesen Weg.“ Schäfer kündigte an, „den Weg des kontinuierlichen Weiterwachsens“ zu gehen. Die Frage, ob die Wiesbadener von ihren Strukturen her eher ein Zweitliga- oder ein Drittligaverein seien, beantwortete er so: „Wir sind auf der einen Seite der Drittliga-Dino. Auf der anderen Seite haben wir aber Voraussetzungen geschaffen, die uns für deutlich mehr berechtigen. Was Kontinuität und geschaffene Strukturen betrifft, müssen wir uns nicht schämen, in der zweiten Liga zu spielen.“

          Das Duell mit St. Pauli wird für die Wiesbadener mit größter Wahrscheinlichkeit ihr vorerst letztes in der zweiten Liga sein. Müssten die Hessen doch nicht nur gewinnen und einen Zehn-Tore-Vorsprung des Karlsruher SC wettmachen. Außerdem müsste der Tabellensechzehnte in Fürth verlieren. Im Fußball habe es zwar schon „unglaubliche Dinge“ gegeben, sagt Rehm. „Aber das wäre eines der größten Wunder“, wenn sein Verein noch auf den Relegationsrang 16 vorstoßen würde. In den vergangenen Tagen leistete er bei seinen Spielern mentale Schwerstarbeit. „Die ganze Woche war eine Riesenenttäuschung in der Mannschaft. Ich habe immer wieder versucht, ihr dieses Fünkchen Hoffnung zu geben“, sagte Rehm.

          In der neuen Runde soll es für die Wiesbadener wieder nach oben gehen. „Der Zweitliga-Verbleib hätte unsere Entwicklung nachhaltig gestärkt. Aber für den Abstieg sind wir gefestigt genug, um nicht ins Bodenlose zu fallen“, sagt Schäfer. Geht ihre Rechnung auf, werden die Wiesbadener in der dritten Liga zu den Spitzenteams zählen. Der Etat werde „weitestgehend“ (Schäfer) dem der Spielrunde 2018/2019 in der dritten Liga entsprechen.

          „In der zweiten Liga waren wir vom Budget her der kleinste Verein. In der dritten Liga sind wir nicht ganz vorne, aber sicher im oberen Drittel“, sagt Schäfer. Aber bevor sportlich die neue Zeitrechnung beginnt, sollen erst Fehler gemeinsam aufgearbeitet werden: „Wir wissen, dass wir an der einen oder anderen Stelle etwas anders hätten machen können. Ich kann für uns ausschließen, dass wir sehenden Auges ins Desaster gegangen sind.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Auf der Suche nach Yves Etienne Rausch: Ein Polizeihubschrauber über dem Waldgebiet nördlich von Oppenau

          Flüchtiger bei Oppenau : „Der Wald ist sein Wohnzimmer“

          Noch immer wird er gesucht: Dass sich vier Polizisten von einem „Waldläufer“ überwältigen ließen, sorgt für Belustigung. Polizei und Staatsanwaltschaft haben daher am Dienstag noch einmal detailliert geschildert, wie es dazu kam.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.