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Wehen-Debakel in zweiter Liga : „Wir haben versagt“

  • -Aktualisiert am

Enttäuschung bei den Spielern: Wehen Wiesbaden geht gegen Nürnberg unter. Bild: dpa

Nach dem desaströsen 0:6 gegen Nürnberg trennt Wehen Wiesbaden nur ein Schritt von der dritten Liga. Die Stimmung ist im Keller. Trainer Rüdiger Rehm entschuldigt sich.

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          An diesem Sonntag muss die heftig gebeutelte Mannschaft des SV Wehen Wiesbaden nicht weit fahren, es geht quasi um die Ecke zum Hessenderby nach Darmstadt. Auf dem Programm von 15.30 Uhr an steht für die Wiesbadener ihr letztes Auswärtsspiel dieser Zweitliga-Saison. Und was jetzt wie Blei auf ihren Schultern lastet: Es könnte für längere Zeit auch das letzte Zweitliga-Spiel in der Fremde werden. Nach dem demütigenden 0:6 zu Hause gegen den Mit-Abstiegskandidaten 1. FC Nürnberg stehen die stark aus dem Tritt gekommenen Hessen mit einem Bein in der dritten Liga. Der sofortige Wiederabstieg ist für sie nach einem Jahr zweite Liga nur noch schwer abzuwenden. Der Aufsteiger hat den Ligaverbleib nicht mehr in der eigenen Hand.

          2. Bundesliga

          „Wir haben heute versagt. Das darf uns nicht passieren. Ich kann mich für dieses Ergebnis bei allen, die uns die Treue halten, nur entschuldigen“ – der Auftritt seines Teams, das Auflösungserscheinungen zeigte, machte den Wiesbadener Trainer Rüdiger Rehm wütend. Dem FCN mehr Kampfeswillen bescheinigen zu müssen, und dazu noch in so einem wichtigen Spiel, ist für den 41 Jahre alten Fußballlehrer die Höchststrafe. „Wir werden alles raushauen. Das haben wir uns versprochen“, hatte Rehm vor dem Duell gesagt. Es folgten jedoch keine Taten. Deshalb kennt er auch kein Pardon. Rehm kündigte eine „knallharte, interne“ Ansprache an. „Wir werden uns gegenseitig die Köpfe waschen um dann zu sagen: Es gibt noch zwei Spiele.“ Selbst in der größten sportlichen Not passt es nicht in das Weltbild von Rehm, klein beizugeben. „Wir werden niemals aufgeben“, betonte er.

          Ob seine Mannschaft Rehm, der als Motivationskünstler einige Erfolge erzielt hat, diesmal folgen kann, wird das Hessenderby offenbaren. Zumindest der Wille scheint bei den Spielern nicht erloschen zu sein. „Nach heute ist es sicherlich nicht einfacher geworden“, sagte Heinz Lindner nach der für einen Torhüter besonders schmerzvollen Niederlage. „Aber so lange es rechnerisch noch möglich ist, werden wir alles daransetzen, den Klassenverbleib zu schaffen.“ Das ist die Standardformulierung eines Fußballprofis, wenn die Aussichtslosigkeit des Unterfangens im Raum steht.

          Fünf ihrer sechs zurückliegenden Begegnungen hat Wiesbaden verloren. Nach vielen knappen Misserfolgen war das 0:6 der absolute Tiefpunkt. Dieses Spiel deckte die immer wiederkehrenden Probleme beim Verteidigen schonungslos auf. Vor allem bei Standardsituationen waren die Wiesbadener zum wiederholten Mal nicht auf der Höhe.

          Mit nun 59 Gegentoren in 32 Punktspielen bildet der Aufsteiger die schwächste Abwehrformation der Liga. Sechs Gegentreffer hatten die Hessen auch schon beim 3:6 zu Hause gegen Kiel einstecken müssen. Abstiegsreif ist außerdem das Abschneiden in der eigenen Arena. Nur 13 Punkte aus 16 Partien bedeuten den letzten Platz in der Heimtabelle. Die Wiesbadener waren überhaupt nur zu drei Siegen in der Lage, dem standen aber neun Niederlagen gegenüber. Zum Vergleich: In der Vorsaison in der dritten Liga landeten sie vor eigenem Publikum in der Gesamtstatistik auf Rang drei – mit elf Siegen und sechs Misserfolgen. Nun müssen die Wiesbadener sportlich eine schnelle Wiederauferstehung mit fremder Hilfe hinbekommen. Ansonsten wird die dritte Liga ihre neue, alte Heimat sein.

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