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Zweite Bundesliga : Funkel soll Fortunas Retter sein

  • -Aktualisiert am

Ein Mann mit viel Erfahrung: Friedhelm Funkel soll Fortuna Düsseldorf helfen. Bild: dpa

Wieder verliert Düsseldorf die Nerven und entlässt Trainer Marco Kurz nach nur zehn Wochen. Nun erhofft sich die Fortuna die Rettung vor dem Abstieg von einem überzeugten Karnevalisten.

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          Den Zusatz „launische Diva vom Rhein“ hat sich die Düsseldorfer Fortuna in ihrer wechselvollen Vereinsgeschichte redlich verdient. Seit nunmehr drei Jahren aber haben sich die Stimmungsschwankungen gelegt. Die Diva ist permanent übellaunig. Führungsquerelen in Endlosschleife und sportliche Dauerkrise haben zum Absturz der Rheinländer aus der Bundesliga bis an den Rand der zweiten Spielklasse geführt.

          Die Fortuna steht acht Spieltage vor Saisonende auf Relegationsrang 16, einen Zähler vor einem direkten Abstiegsplatz. War der Klub in den Jahren des stetigen Aufschwungs wieder ein geliebtes Kind der Stadt geworden, bestimmen seit einiger Zeit wieder Kopfschütteln und Abwinken das Bild, kommt die Sprache auf die Fortuna.

          Trainer Marco Kurz musste sein Amt nach nur zehn Wochen wieder aufgeben und wurde entlassen – trotz seines bis 2017 befristeten Vertrags. Nach der äußerst schwachen Darbietung beim SV Sandhausen am Samstag (0:1) und vier Niederlagen in Serie hat die Klubführung die Nerven verloren. Mal wieder. Hübsche Preisfrage: Was haben die sieben Trainer Mike Büskens, Lorenz-Günter Köstner, Oliver Reck, Taskin Aksoy, Frank Kramer, Peter Hermann und Marco Kurz gemeinsam?

          Antwort: Sie alle durften sich seit Sommer 2013 kurz oder sehr kurz als Fortuna-Trainer versuchen. Sieben Übungsleiter und drei Manager (Wolf, Schulte, Azzouzi) haben seit der erfolgreichen Ära des Trainers Norbert Meier mit den unterschiedlichsten Vorstellungen an einem Profikader gewerkelt, dem es an Typen, Stringenz, Profil und Identifikationsfiguren fehlt. Und an dessen Eignung für den Abstiegskampf längst gezweifelt wird.

          Marco Kurz musste nach zehn Wochen schon wieder gehen.
          Marco Kurz musste nach zehn Wochen schon wieder gehen. : Bild: dpa

          Am Sonntag wurde in Düsseldorf der ausgefallene Rosenmontags-Zug vor Hunderttausenden Zuschauern nachgeholt. Auf dem traditionellen Fortuna-Mottowagen fuhren dieses Mal keine Fußballprofis mit – verboten angesichts der deprimierenden sportlichen Situation. Nun übernimmt Friedhelm Funkel den Job des Fortuna-Trainers, am Montag unterschrieb er einen Vertrag mit Laufzeit bis zum Saisonende.

          Funkel ist ein in der Nachbarstadt Neuss geborener überzeugter Karnevalist, war aber auch seit knapp zwei Jahren arbeitslos. Der 62-Jährige verstand sich in seiner langen Karriere zudem eher auf den Zweitliga-Aufstiegskampf. Mit fünf geglückten Bundesliga-Aufstiegen ist Funkel Rekordmann. Der vierte Coach in dieser Saison soll retten, was noch zu retten ist in einem Klub, in dem zu lange die Vorstellung herrschte: Abstieg? Dafür ist doch der Kader zu gut, das Umfeld zu professionell und die Finanzen zu solide. Die in Sandhausen zum Einsatz gekommenen Düsseldorfer Profis bringen es auf die Erfahrung von sage und schreibe 936 Bundesligaeinsätzen. Allein Torhüter Michael Rensing, Kapitän Karim Haggui, Alexander Madlung, Lukas Schmitz und Didier Ya Konan haben jeweils mehr als 100 Erstligaspiele absolviert.

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          „Wir konnten nicht erkennen, dass es ein Aufbäumen gegen den Abstieg gibt. Was einige von uns abgeliefert haben, ist ein Schlag ins Gesicht für die Fans“, begründete der Interims-Vereinsvorsitzende Paul Jäger die Entlassung von Kurz. Dessen Chancen auf ein weiteres Engagement hierzulande dürften nach seinen gescheiterten Intermezzi in Düsseldorf (73 Tage), Ingolstadt (91) und Hoffenheim (105) erheblich gesunken sein. Fortuna-Manager Rachid Azzouzi bezeichnete Kurz unmittelbar vor dessen Abgang als „die ärmste Sau“ und appellierte fast flehentlich an die Mannschaft, die Situation „endlich anzunehmen“.

          Der überzeugende wie überraschende Sieg beim Aufstiegsanwärter SC Freiburg – der einzige Dreier unter dem Trainer Kurz – scheint dem offensivschwächsten Team der Liga jedenfalls nicht gut bekommen zu sein. Nur eine Englische Woche später waren ehemals neun Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz verspielt – und die Abstiegsangst ist in Düsseldorf akuter denn je.

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