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Früherer DFB-Profi ausgemustert : Die Degradierung des Ron-Robert Zieler

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Mit deutlichen Worten kritisiert: Hannovers Torhüter Ron-Robert Zieler Bild: Picture-Alliance

Ron-Robert Zieler hat bei Hannover 96 keine Zukunft mehr. Der Torhüter, der 2014 zum Kader von Fußball-Weltmeister Deutschland gehörte, wird beim Zweitligaklub abgewatscht. Zielers Vater holt zum Gegenschlag aus.

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          Auf Corona wurde Ron-Robert Zieler bei Hannover 96 noch getestet, beim Leistungstest durch Trainer Kenan Kocak war der Weltmeister-Torwart von 2014 da längst durchgefallen. Und daraus machte der Coach auch gar keinen Hehl. „Wir haben uns dazu entschieden, Michael Esser als unsere neue Nummer eins zu verpflichten“, sagte der 39-Jährige. Kurios: Erst vor einem halben Jahr war Esser als Nummer zwei bei den Niedersachsen hinter Zieler zur TSG Hoffenheim „geflüchtet“, nun kehrt der 32-Jährige als Stammkeeper im 96-Tor wieder zurück.

          Zu wechselhaft seien Zielers Leistungen in den vergangenen Monaten gewesen, auch nach Ansicht von Sportdirektor Gerhard Zuber: „Der Torhüter hat eine Schlüsselposition im Team. Wenn man zu der Entscheidung gelangt, dass diese Position nicht so besetzt ist, wie es in der aktuellen Situation notwendig ist, dann muss man handeln.“

          Zieler selbst ahnte wohl, dass es für ihn ungemütlich werden könnte am Maschsee. Nach einer durchwachsenen Spielzeit wollte er wieder angreifen. „Mein Anspruch ist ein anderer, das will und werde ich nach dem Urlaub auch wieder zeigen“, versprach der gebürtige Kölner. Diese Chance wird er nun nicht mehr bekommen.

          „Ein schäbiger Vorgang“

          Zielers Vater Raimunt äußerte scharfe Kritik. „Hier zeigt sich der Versuch, einen verdienten, stets loyalen Profi mit fragwürdigen Methoden aus dem Verein zu ekeln“, sagte der 58-Jährige dem Kölner Stadt-Anzeiger: „Das widert mich an. Das ist ein schäbiger Vorgang, den Ron-Robert absolut nicht verdient hat.“

          Von 2011 bis 2016 war der sechsmalige A-Nationalspieler eine feste Größe als Schlussmann der Norddeutschen. Nach dem Abstieg 2016 wechselte Zieler zu Leicester City, konnte sich dort aber gegen Kasper Schmeichel nicht durchsetzen. Anschließend kam er zwei Jahre lang beim VfB Stuttgart regelmäßig zum Einsatz, ohne jedoch restlos zu überzeugen.

          Obwohl mit Ehefrau Anna Alexandra und dem gerade geborenen Töchterchen Viola Victoria privat vollends in Hannover angekommen, muss sich Zieler einen neuen Arbeitgeber und damit auch einen anderen Lebensmittelpunkt suchen.

          Interessant könnte da ein Wechsel zu Union Berlin sein, nicht nur, weil die deutsche Hauptstadt lediglich knapp 300 Kilometer von Hannover entfernt ist. Die Köpenicker suchen schon seit geraumer Zeit einen Nachfolger für Rafal Gikiewicz, der Pole ist zum Ligarivalen FC Augsburg abgewandert.

          Zieler müsste aber wohl finanzielle Abstriche machen, damit der Transfer zustande kommt. Zuletzt soll er 700.000 Euro pro Jahr verdient haben. Und auch ein Vertrag wie zuletzt in Hannover – bis Sommer 2023 mit einjähriger Option – erscheint unrealistisch für einen mittlerweile 31 Jahre alten Keeper.

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