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0:0 gegen Köln : Der FC Kopfball trifft nicht

  • -Aktualisiert am

Und nun? Willi Orban vom 1. FC Kaiserslautern Bild: dpa

Keine Tore zwischen Kaiserslautern und Köln. Den Rheinländern reicht das wohl für den Aufstieg. Die Pfälzer kommen ihrem Ziel derweil nicht näher.

          3 Min.

          Peter Stöger, Trainer des Zweitliga-Tabellenführers 1. FC Köln,  war vor dem Spiel beim 1. FC Kaiserslautern ungewöhnlich offen im Umgang mit seiner taktischen Herangehensweise an die Aufgabe beim 1. FC  Kaiserslautern. Sein Team wolle die Pfälzer Stürmer, allen voran Mohamadou Idrissou, wegen ihrer Kopfballstärke vom eigenen Tor fernhalten und zudem Standards eben wegen der Luftüberlegenheit des Gegners meiden.

          Kennzeichen des niveauarmen 0:0-Unentschiedens im Spiel der beiden traditionsreichsten Teams der zweiten Fußball-Bundesliga wurden anschließend  genau diese beiden Elemente, wobei die gefürchteten Kopfballspieler des FCK kein einziges Mal den nötigen Druck oder wie bei Alexander Rings Versuch (87. Minute) die nötige Präzision in ihre Abschlüsse bekamen.

          Womöglich hatte Stöger bei seinen Spielern zu viel Angst geschürt vor den zuletzt gar nicht so gefährlichen Kaiserslauterern. „Warum hätte ich die Stärken Kaiserslauterns nicht benennen sollen? Das weiß schließlich eh jeder in der zweiten Liga“, sagte Stöger. „Meine Mannschaft hat das gut umgesetzt und Lautern meist zu langen Bällen aus 60 Metern Entfernung gezwungen. Dass sie dann dennoch ein paar Kopfballchancen bekommen, ist bei ihrer Klasse nicht zu verhindern.“

          Neben dem Bemühen um Verhinderung einer Luftschlacht mit den Pfälzern ließen die schwachen Kölner aber jeden eigenen kreativen Spielansatz vermissen. Sie begnügten sich bei lediglich zwei Torgelegenheiten durch Patrick Helmes (28.) und Matthias Lehmann (82.) recht frühzeitig damit, den einen Punkt zu verteidigen, der den Zehn-Punkte-Vorsprung zum FCK und die gute Ausgangsposition im Kampf um den Aufstieg wahrt, aber eben nicht noch zusätzlich verbessert. 

          Ausnahmsweise einmal nicht in der Luft hatte Simon Zoller bereits nach zwölf  Minuten die beste Gelegenheit, die „Roten Teufel“ in Führung zu bringen. Frei vor Kölns Schlussmann Timo Horn schob der Torjäger den Ball aber am Tor vorbei. Der Treffer hätte dem vermeintlichen Spitzenspiel zwischen dem FC Kopfball aus der Pfalz und dem FC Konzeptlos aus Köln vor 41.000 Zuschauern womöglich gut getan.

          Skeptischer Trainer: Kosta Runjaic und der FCK haben es nicht mehr selbst in der Hand

          „Wir haben zu viele Chancen liegen lassen gegen erschreckend harmlose Kölner“, sagte FCK-Linksverteidiger Chris Löwe, der kurz vor Schluss Kölns Schlussmann Horn noch einmal mit einem Distanzschuss auf die Probe stellte. „Der eine Punkt bringt uns nichts. Wir bleiben vier Punkte hinter dem Dritten, sechs Punkte hinter dem Zweiten. Das ist viel.“

          Gefährlichkeit der großen Ebene

          Hoffnung schöpfen die Kaiserslauterer nur aus der Tatsache, dass sie sich immerhin abermals gegen ein Spitzenteam leichter taten als zuletzt in den Begegnungen mit den Abstiegskandidaten, gegen die der FCK wertvolle Punkte liegen ließ. Gewissermaßen kommt der Aufstiegsfavorit mit der Gefährlichkeit der großen Ebene im Tabellenkeller nicht zurecht. Während die „Roten Teufel“ in zwölf Spielen gegen die Konkurrenz aus der oberen Tabellenhälfte 21 Zähler eingefahren haben, gelangen ihnen in 13 Duellen mit den tabellarisch schlechteren Gegnern aus der unteren Hälfte des Rankings nur 17 Zähler. 

          „Deshalb spricht das vermeintlich schwierige Restprogramm wenigstens für uns“, sagte Rechtsverteidiger Florian Dick. „Wir holen eher gegen  Teams Punkte, die mitspielen, als gegen die, die sich hinten reinstellen.“ Dick vermied allerdings ein Nachdenken darüber, ob die Schwierigkeiten auch nicht mit dem Grundproblem des FCK zusammen hängen, neben dem unbestrittenen Potential im Luftkampf kaum mannschaftliches Potential für einen geordneten Spielaufbau zu besitzen. Der in der Winterpause von der Ersatzbank des Bundesligaklubs Mainz 05 verpflichtete Spielmacher Chinedu Ede fehlte am Montag wegen muskulärer Probleme, hat bislang allerdings die in ihn gesetzten Erwartungen auch noch nicht erfüllen können.

          Trainer Kosta Runjaic gab deshalb leicht desillusioniert zu bedenken, dass sein Team bei den noch ausstehenden Spielen die Aufstiegschance nicht mehr selbst in der Hand habe. „Wir haben vier Punkte Rückstand auf Paderborn und sechs auf Fürth, gegen beide Gegner spielen wir nicht mehr“, sagte Runjaic. „Wir brauchen also etwas Glück und müssen sehen, was wir mit den verbleibenden neun Spielen anstellen.“

          Kölner Zuversicht

          Die Kölner verließen den Betzenberg derweil nach dem zweiten torlosen Unentschieden dieser Saison gegen den alten Bundesligarivalen vergleichbar gut gelaunt. Ein durchwachsener Auftritt reichte immerhin zu einem Punktgewinn. „Wir haben einen Punkt mitgenommen und Lautern auf Distanz gehalten. Alles okay für uns“, sagte Stürmer Patrick Helmes. Anders gesagt: Der 1. FC Köln steuert so konstant wie kein Konkurrent auf die Erstklassigkeit zu.

          1. FC Kaiserslautern - 1. FC Köln 0:0

          1. FC Kaiserslautern: Sippel - Dick, Orban, Torrejón, Löwe - Matmour (76. Fortounis), Jenssen, Ring, Gaus (90.+1 Occean) - Zoller (82. Lakic), Idrissou
          1. FC Köln: Horn - Brecko, Maroh, Wimmer, Hector - Lehmann - Ujah (79. Exslager), Matuschyk (89. McKenna), Gerhardt, Halfar - Helmes (90.+3 Finne)
          Schiedsrichter: Gagelmann (Bremen)
          Zuschauer: 43.315
          Gelbe Karten: Ring (5), Torrejón (2) / Ujah (3), Wimmer (2)

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