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Zweite Bundesliga : Darmstadt 98 und die Dursun-Frage

  • -Aktualisiert am

Bleibt Serdar Dursun bei Darmstadt 98? Bild: dpa

Darmstadt 98 spielte bisher gut in dieser Saison, hat aber erst einen Punkt gewonnen. Vor dem Duell in Nürnberg dreht sich vieles vor allem um die Frage, ob der Toptorjäger weiter bei den „Lilien“ bleibt.

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          Schon einmal hatten die „Lilien“ einen Torjäger in ihren Reihen, der Millionen wert war. Sandro Wagner hieß der, schoss den SV Darmstadt 98 fast im Alleingang zum sensationellen Bundesliga-Verbleib 2016 und zog dann für rund drei Millionen Euro Ablöse nach Hoffenheim weiter. Später verdienten die Südhessen am Wechsel des zum Nationalspieler aufgestiegenen Angreifers zum FC Bayern noch mal mit. Vier Jahre später müssen sie in Darmstadt wieder entscheiden, wie umzugehen ist mit ihrem wechselwilligen Torjäger vom Dienst.

          2. Bundesliga

          Serdar Dursun, dessen 16 Treffer in der Vorsaison Basis für das gute Endergebnis (Rang fünf) waren, möchte sein Glück anderswo suchen. Dort, wo er seinen Ambitionen, für die Türkei an der EM im kommenden Sommer teilzunehmen, öffentlichkeitswirksamen Nachdruck verleihen kann. Und sicher auch mehr verdienen kann, als es der im August 2018 geschlossene Dreijahresvertrag hergibt, den Dursun nach einer zuvor freudlosen Phase in Fürth am Böllenfalltor unterschrieb. Nun stehen die „Lilien“ auch in den letzten Stunden dieser noch bis zu diesem Montagabend dauernden Transferperiode vor der Frage: Geld für Dursun kassieren oder weiter Tore durch Dursun erzielen lassen?

          Dass Transfereinnahmen im Darmstädter Geschäftsmodell, zumal in Corona-Zeiten, zunehmend eine Rolle spielen sollen, hat der Klub offen kommuniziert. Doch weder haben vor Wochen die Verhandlungen mit Hannover 96 gefruchtet, noch stimmt das Angebot des englischen Zweitligaklubs Derby County den SVD zufrieden. Sportdirektor Carsten Wehlmann gibt zu verstehen, dass es sich bei dem 28-jährigen Dursun um einen Toptorjäger der zweiten Liga handele, der in seinen beiden Darmstädter Jahren auf starke 27 Treffer und 13 Torvorlagen komme. Und für dessen Abgang die Südhessen im kommenden Sommer keinen Cent mehr sähen. Nur gilt es abzuwägen, ob für den einzigen ausgemachten Torjäger im Kader auch ein adäquater Ersatz von Rang auf dem Markt aufzutreiben ist.

          Über die Personalie Dursun hinaus wirkt der im Vergleich zur Vorsaison verkleinerte Kader (21 Feldspieler, drei Torhüter) ausgewogen. Nichts deutet auf hektische Darmstädter Betriebsamkeit zum Ende des Transferfensters hin. Betriebsam waren die „Lilien“-Profis durchaus auf dem Rasen während der ersten beiden Zweitligapartien. Nur gelangte aus zwei überlegen geführten Spielen in Sandhausen (2:3) und Jahn Regensburg (0:0) nur ein Punkt auf die Darmstädter Habenseite. Aus satten 39 Torschüssen entsprangen in 180 Spielminuten gerade mal zwei Treffer. „Das ist sehr ärgerlich, wenn man nicht nur den Aufwand betrachtet, den die Mannschaft betrieben hat, sondern auch die gute Art und Weise, wie sie gespielt hat“, sagt Wehlmann.

          Grundsätzlich fühlten sich die SVD-Profis in dem neuen Spielsystem von Cheftrainer Markus Anfang wohl, „weil sie sehen und spüren, dass es funktioniert“. An diesem Montagabend (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur 2. Bundesliga und bei Sky), zweieinhalb Stunden nach Ablauf der Wechselfrist, sind die Darmstädter beim gut gestarteten 1. FC Nürnberg gefordert. Erschwert wird das Unterfangen durch das Fehlen des zentralen Mittelfeldspielers Victor Palsson, der dann schon für die isländische Nationalmannschaft abgestellt werden muss. Ihn könnte wie schon in Sandhausen, als Palsson gesperrt fehlte, Nicolai Rapp ersetzen. Für den dann freigewordenen Posten in der Innenverteidigung hat sich Immanuel Höhn wieder fit gemeldet.

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