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Zweite Bundesliga : Ein komplizierter Sommer für Darmstadt 98

  • -Aktualisiert am

Vermeidet ein Bekenntnis zu den „Lilien“: Victor Palsson (rechts) Bild: Huebner

An diesem Sonntag endet die Saison in der zweiten Bundesliga für die „Lilien“. Doch der Blick geht schon voraus. Und für Darmstadt 98 wird es auf dem Transfermarkt schwierig.

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          Wer bei der seit Jahren hohen Fluktuation im „Lilien“-Kader nicht immer mitkommt, findet auf der Vereins-Website ein probates Nachschlagewerk. Unter der Rubrik „Zu- und Abgänge“ werden die Spielerwechsel des SV Darmstadt 98, nach Transferperioden unterteilt, übersichtlich dargestellt. Wer beispielsweise auf „Sommer 2019“ oder „Sommer 2018“ klickt, dessen Bildschirm wird schier geflutet mit Spielernamen.

          2. Bundesliga

          Im „Sommer 2020“, der ersten Transferperiode unter dem Cheftrainer Markus Anfang, ging es – auch coronakrisenbedingt – weitaus ruhiger zu. Im diesjährigen Sommer dürfte das Kommen und Gehen wieder Fahrt aufnehmen angesichts diverser auslaufender Verträge. Chefcoach Anfang ist in Sorge. Davor, dass der „Lilien“-Jahrgang 2021/22 schwächer aufgestellt sein könnte als der aktuelle. Und dass die zentrale Achse in der in der Rückrunde so erfolgreichen SVD-Formation aus- einanderbrechen könnte.

          Von den beiden Stamm-Innenverteidigern wird Immanuel Höhn den Klub verlassen, und die Leihe von Lars Lukas Mai (Bayern München) endet. Im defensiven Mittelfeld endet die Leihe von Nicolai Rapp (Union Berlin) und der Name Victor Palsson ist immer wieder Gegenstand von Transfergerüchten, zudem vermeidet der isländische Nationalspieler schon lange trotz laufendem Vertrag ein Bekenntnis zu den „Lilien“. Und vorne wird Torjäger Serdar Dursun (25 Saisontore), der noch lukrative Angebote wägt, schmerzlich vermisst werden.

          Viel Konkurrenz auf Spielermarkt

          Eine Gemengelage, die vor dem Hintergrund einer enorm (finanz-)stark besetzten zweiten Liga in der neuen Runde Gefahren birgt. Aber auch Chancen, wie Sportdirektor Carsten Wehlmann meint. „Die Mannschaft hat in der Rückrunde eine starke Entwicklung genommen. Das ist auch außerhalb wahrgenommen worden und kann attraktiv auf mögliche neue Spieler wirken“, sagt er. Und weiter: „Wir wissen, dass wir etwas am Kader tun müssen, wir sind alle ehrgeizig und ambitioniert. Aber wir werden das innerhalb unserer finanziellen Möglichkeiten tun.“

          Durch die namhaften Bundesliga-Absteiger und Drittliga-Aufsteiger sowie eines zuletzt zurückgefahrenen Lizenzspielerbudgets werden die Darmstädter auf dem Spielermarkt viel Konkurrenz haben. Zumal Anfang vermutlich Personal verlangen wird, mit dem er seinen Ansatz von einem offensiven Stil mit viel Ballbesitz und hohem Pressing verwirklichen kann. Für SVD-Verhältnisse ist der Klub ungewöhnlich früh auf dem Transfermarkt tätig geworden: Mit Angreifer Phillipp Tietz, Innenverteidiger Jannik Müller, Torhüter Morten Behrens und Außenverteidiger Emir Karic stehen vier Neuzugänge fest.

          Die Südhessen wollen nach wie vor jungen Spielern Entwicklungschancen bei sich geben, aber auch den erlittenen Verlust an Qualität mit gestandenen Profis ausgleichen. „Spieler von besonderer Qualität zu leihen ist weiter ein Modell, mit dem wir uns beschäftigen. Zumal es beispielsweise mit Lars Lukas Mai sehr gut funktioniert hat. Darmstadt kann durchaus ein gutes Schaufenster für Spieler sein“, sagt Wehlmann.

          Vier Siege in Serie und 16 Punkte aus den vergangenen sechs Spielen sind womöglich ein Gütesiegel im Saisonfinale, das Wehlmanns Arbeit erleichtern wird. Noch ein Sieg an diesem Sonntag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur 2. Bundesliga und bei Sky) bei Anfangs früherem Klub Holstein Kiel, und die Darmstädter hätten eine komplizierte Saison noch mit Gloria beendet.

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