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Zweite Bundesliga : Darmstädter Eigentor in letzter Minute

  • -Aktualisiert am

Union Berlin und Darmstadt 98 schenkten sich nichts. Bild: dpa

Nach einer langen Durststrecke steht Darmstadt dicht vor einem Sieg. Doch in letzter Sekunde kassieren die „Lilien“ in einem turbulenten Zweitliga-Spiel noch den Ausgleich bei Union Berlin – durch ein Eigentor.

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          Bis wenige Sekunden vor Spielende durften die „Lilien“ auf das seit Wochen ersehnte Erfolgserlebnis hoffen. Doch ein extrem unglücklich zustande gekommenes Eigentor zum 3:3 in der 94. Minute brachte den SV Darmstadt 98 am Freitagabend beim 1. FC Union Berlin um den Lohn seiner erheblichen Mühen. Die Südhessen zeigten sich spielerisch und kämpferisch stark verbessert, wiesen über die gesamte Spielzeit kaum Krisensymptome auf – aber in Summe bleibt der bitter anmutende Befund, dass der SVD nunmehr in der Zweiten Fußball-Bundesliga seit neun Partien auf einen Sieg wartet.

          2. Bundesliga

          Der Berliner Eckball am Ende der Nachspielzeit versprach die letzte Aktion dieses aufregenden Matches zu sein: Der Darmstädter Abwehrmann Fabian Holland wehrte den Berliner Versuch auf der Linie stehend ab, doch vom Kopf des Mitspielers Jan Rosenthal fand der Ball den Weg ins eigene Netz. Damit haben sich die „Lilien“ in den vergangenen beiden Auswärtsspielen jeweils im letzten Moment den sicher anmutenden Sieg noch entreißen lassen. Es wird spannend zu sehen sein, wie die Südhessen mit diesem neuen Rückschlag umgehen werden. Cheftrainer Torsten Frings stellte nach dem desaströsen Heimauftritt gegen Sandhausen (1:2) „nur“ auf drei Positionen um. Unter anderem beorderte er Florian Stritzel, die etatmäßige Nummer drei, ins Darmstädter Tor. Und diese Personalie sollte für Frings in die Kategorie „wie man es macht, macht man es falsch“ fallen.

          Die Darmstädter starteten trotz der Hypothek ihrer Sieglos-Serie engagiert in das Match vor einer stimmungsvollen Kulisse in Berlin-Köpenick. Doch in gefährlichen Torraumszenen schlug sich diese nicht nieder. Vielmehr drückten von der 19. Minute an die Berliner aufs Tempo. Der Kopfball des nach einem Freistoß völlig freistehenden Petersen landete in den Händen von Stritzel. Der Führungstreffer der „Eisernen“ resultierte dann aus einem erheblichen Patzer von Stritzel. Petersen nahm es als Solist von der linken Außenposition mit fünf SVD-Profis auf, legte zurück auf Prömel – und dessen mittig gehaltenen, nicht sonderlich harten Schuss ließ Stritzel tatsächlich passieren (39.).

          In der Nachspielzeit rutschte der Ball doch nochmal ins Darmstädter Tor.

          Man muss es den „Lilien“ hoch anrechnen, dass sie nach diesem Nackenschlag zum 0:1 den Kopf oben behielten und in Sachen Wehrhaftigkeit zulegten. Den Kopfball von Terrence Boyd vermochte Union-Keeper Busk noch zu parieren (42.), doch kurz nach der Pause war er gegen Boyds Schuss aus der Nahdistanz chancenlos (51.). Dies war der Auftakt zu einem spektakulären Schlagabtausch in der zweiten Hälfte zweier voll auf Sieg spielenden Teams. Polter nahm die Elfmeterchance zum 2:1 für die Gastgeber dankend an (58.), die SVD-Kapitän Sulu mit seinem Handspiel im Luftkampf ermöglichte.

          Doch die im Vergleich zur Vorwoche wie verwandelten „Lilien“ schlugen prompt und vor allem doppelt zurück. Der Amerikaner Boyd verwandelte eine präzise Steinhöfer-Flanke schulbuchmäßig per Kopf zum Ausgleich (61.). Fünf Minuten später holte Marvin Mehlem geschickt einen Elfmeter heraus, den der kurz zuvor eingewechselte Tobias Kempe souverän verwandelte (66.). Rosenthal verpasste für die kämpferisch und auch spielerisch überzeugenden „Lilien“ per Kopf die große Chance, dem aufregenden Match eine vollends neue Wendung zu geben – was die Südhessen noch sehr bereuen sollten. Auf der Gegenseite machte Unglücksrabe Stritzel im Darmstädter Tor seinen Fehlgriff vom 0:1 zum Teil wieder gut, als er den Kopfball von Polter über das Tor lenkte (76.). In der Folgezeit verteidigten die „Lilien“ den Vorsprung gekonnt. Bis die 94. Minute anbrach.

          1. FC Heidenheim setzt Erfolgsserie fort

          Der 1. FC Heidenheim hat seine Erfolgsserie in der zweiten Fußball-Bundesliga zum Auftakt des 15. Spieltags fortgesetzt. Die Schwaben gewann am Freitag das sehenswerte baden-württembergische Landesduell beim SV Sandhausen verdient mit 2:1 (0:1) und holten damit zehn Punkte aus zuletzt vier Spielen gegen Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel. Robert Glatzel (48. Minute) und John Verhoek (73.) trafen vor 5243 Zuschauern für den FCH, der auf Rang 13 vorrückte. Tim Knipping hatte den Tabellensechsten Sandhausen zunächst in Führung gebracht (28.), SVS-Stürmer Richard Sukuta-Pasu scheiterte mit einem Foulelfmeter (52.) an FCH-Torwart Kevin Müller. (dpa)

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