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Zweite Bundesliga : Darmstadt befreit sich dank Dursun

  • -Aktualisiert am

Ein bisschen „schwanger“: Serdar Dursun trifft für Darmstadt gegen Aue und jubelt auf seine Art. Bild: dpa

Auf den Sieg in Paderborn folgt der nächste Erfolg der „Lilien“ im Heimspiel gegen Aue. Darmstadt macht zwei große Schritte zum Klassenverbleib. Keine Tore fallen beim Düsseldorfer Spiel.

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          Das Schöne am Fußball ist, dass nicht alles, was auf dem Feld passiert, erklärbar ist. Da ist Markus Anfang, Cheftrainer des SV Darmstadt 98, unlängst in der tabellarischen Not abgerückt von seinem auf Dominanz und Ballbesitz fußenden Ansatz. Weil die „Lilien“ damit vorne zu ungefährlich und hinten zu anfällig waren, soll jetzt im Abstiegskampf Defensive Trumpf sein.

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          Aber in den beiden Zweitligapartien, in denen Abwehrarbeit Priorität hatte, schossen die „Lilien“ sieben Tore und, weit wichtiger, gewannen beide Spiele. Dem 3:2-Erfolg in Paderborn ließen die Darmstädter am Samstag im heimischen Stadion am Böllenfalltor einen 4:1-Sieg gegen Erzgebirge Aue folgen. Von einem direkten Abstiegsplatz trennen den SVD nun schon neun Punkte. Anfang zeigte sich „total zufrieden“, sagte aber auch: „Wir sind noch lange nicht raus.“

          Wie schon in Paderborn war auch gegen Aue Angreifer Serdar Dursun der überragende Darmstädter Faktor. Der Deutschtürke erzielte die ersten drei Treffer und zeigte über seine enorme Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor hinaus eine starke Leistung. Der Formaufschwung Dursuns mit fünf Treffern binnen acht Tagen hat den „Lilien“ nun beste Karten verschafft in dem Bemühen, den Abstieg zu vermeiden. „Ich träume seit meiner Kindheit davon, in einem Punktspiel drei Tore zu erzielen“, sagte Dursun, der noch eine Weile nach Spielschluss über seinen neuen Torstand von 15 Saisontreffern strahlend über den Rasen tänzelte.

          Dursun trifft schon früh

          Anfang hatte seine Elf auf einer Position verändert, für den gelbgesperrten Kapitän Fabian Holland begann Adrian Stanilewicz. Und es dauerte nicht lange, bis Dursun erstmals die Darmstädter Torhymne am Böllenfalltor in Gang setzte. Schon in der vierten Minute traf der 29-Jährige zur 1:0-Führung. Die „Lilien“ standen dennoch tief in der eigenen Hälfte – und vermochten die Auer zunächst doch nicht zu stoppen. Dem Stürmer Testroet boten sich in der 20. und 26. Minute zwei hochklassige Torgelegenheiten. Doch es traf weiter Dursun – in der 27. Minute per Kopf nach einem Freistoß. Der SVD wusste ungekannte Effizienz mit reichlich Glück zu paaren.

          In der Folge hatte wieder Testroet zweimal – in der 30. Minute köpfte er gegen die Latte, fünf Minuten später schoss er über das Ziel hinaus – die Chance, zurückzuschlagen. Doch als Aues Samson (57.) mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen wurde und Dursun per sehenswertem Distanzschuss (68.) traf, war die Entscheidung gefallen. Der von Aues Nazarov verwandelte Handelfmeter (79.) hatte keinen großen Einfluss. Als dann sogar der vor des Gegners Tor normalerweise arg zögerliche Mathias Honsak in der Nachspielzeit das 4:1 erzielte, war die Darmstädter Partystimmung perfekt.

          Fortuna Düsseldorf muss seine leisen Aufstiegshoffnungen wohl langsam begraben. Die Rheinländer kamen am 25. Spieltag beim Abstiegskandidaten SV Sandhausen trotz bester Chancen nicht über ein 0:0 hinaus und haben nach knapp zwei Monaten ohne Auswärtssieg sechs Punkte Rückstand auf Relegationsrang drei. Den Sandhäusern (22) fehlen derzeit zwei Zähler zum rettenden Ufer.

          Der Bundesliga-Absteiger fand am Hardtwald gut ins Spiel, es haperte aber an der Effizienz. So vergab Rechtsverteidiger Matthias Zimmermann (13.) die erste gute Gelegenheit der Partie. Auffälligster Akteur der von argen Personalproblemen geplagten Gastgeber war indes Torwart Stefanos Kapino, der mit guten Paraden den Rückstand zur Pause verhinderte. Nach dem Seitenwechsel stellte Sandhausen defensiv auf eine Dreierkette um, doch die Fortuna blieb spielbestimmend. Abermals musste Kapino die Hausherren in der 52. Spielminute in höchster Not retten. Die Führung für die Düsseldorfer war zu diesem Zeitpunkt längst überfällig.

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