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SV Darmstadt 98 : Baustellen am Böllenfalltor

  • -Aktualisiert am

Herausforderungen vor dem Saisonbeginn: Darmstadt-Trainer Markus Anfang hat viel vor sich. Bild: dpa

Einen Monat nach dem letzten Saisonspiel kehren die Spieler vom SV Darmstadt 98 wieder zum Böllenfalltor zurück. „Lilien“-Trainer Anfang hat viel vor. Denn besonders die Innenverteidigung erweist sich als offene Baustelle.

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          29 Tage nach dem letzten Saisonspiel in Stuttgart sind die Profis des SV Darmstadt 98 an ihren Arbeitsplatz am Böllenfalltor zurückgekehrt. Bis zum Aufgalopp mit Stollenschuhen müssen sich die Spieler aber noch gedulden – der Trainingsauftakt ist für den kommenden Samstagvormittag vorgesehen. Die Rückkehr der Akteure begann mit einem Corona-Test, es folgen diverse andere (Belastungs-)Tests und Analysen.

          Aus dem gewonnenen Datenmaterial eines jeden Spielers kann der Trainerstab um den neuen Cheftrainer Markus Anfang dann die Saisonvorbereitung individuell steuern. Eine Zweitligasaison, in der es laut Anfang „Schlag auf Schlag gehen wird“. Er sagt: „Wir dürfen nicht in die Lage kommen, dass wir den hohen Belastungen nicht standhalten können. Dafür brauchen wir einen dementsprechenden Kader.“

          Schließlich läuft die Spielzeit nach einer sechswöchigen Vorbereitungszeit (im August ist ein kurzes Trainingslager im südhessischen Gernsheim geplant) quasi durchgehend von Mitte September bis Mai. Mit dem Stand der Dinge in der Kaderplanung ist Anfang noch unzufrieden. „Es gestaltet sich als schwierig, da bin ich ganz ehrlich“, sagte er in einer Telefonkonferenz. „Es ist nicht leicht, es ist ein Balanceakt.“

          Anfang, 46 Jahre alt, findet sich gerade zwischen verschiedenen Polen wieder: Da ist zum einen das gute Vorsaisonergebnis mit Rang fünf, an dem seine Arbeit gemessen werden wird. Zum anderen das pandemiebedingte Spargebot, das sich die „Lilien“ auferlegt haben. Was sich auch in einer Verkleinerung des Kaders spiegeln soll. Weil aber der eng getaktete Spielplan eine gewisse Tiefe benötigt, fordert Anfang, „die Positionen adäquat zu besetzen“.

          Enger wirtschaftlicher Rahmen

          Was sich wiederum stößt mit dem wirtschaftlich „sehr engen Rahmen“ (Anfang), den der Verein um die sportliche Führung gelegt hat. Es wird sich zeigen, ob Anfang sich zu Dienstbeginn zunächst verbal absichern will gegen mögliche sportliche Rückschläge. Oder ob es verfrühtes Klagen auf höherem Niveau ist. Denn das Fernsehgeld-Ranking der zweiten Liga weist die Darmstädter auf Rang vier aus – mit Einnahmen von rund 16 Millionen Euro.

          Die „größte Baustelle, die geschlossen werden muss“, so Anfang, liege in der Innenverteidigung. Die Stammbesetzung der letzten Saisonwochen, bestehend aus den geliehenen Dario Dumic (FC Utrecht) und Nicolai Rapp (Union Berlin), ist zu ihren Stammvereinen zurückgekehrt. Das Comeback von Mathias Wittek (schwere Knieverletzung) ist noch nicht absehbar. Auch Immanuel Höhn (Folgen eines Außenknöchelbruchs) und Patric Pfeiffer (Bänderriss im Fuß) verpassen den Trainingsstart. Immerhin haben die Darmstädter mit dem für ein Jahr vom FC Bayern geliehenen Lukas Mai einen Neuen für die Abwehrmitte präsentieren können.

          Neben den Abgängen der Profis Heller, Stark, Bereszovski und Hertner suchen die „Lilien“ auch Abnehmer für die Dauerreservisten, aber vertraglich noch gebundenen Wurtz und Ozegovic. Erich Berko, zuletzt ähnlich wenig im Einsatz, könnte ein neuer Anlauf am Böllenfalltor unter Anfang zugetraut werden. Dennoch dürfte Bewegung in diesem Offensivspieler-Trio Voraussetzung dafür sein, um Anfangs Wunsch zu erfüllen. Der da lautet: „Der eine oder andere neue Spieler für unseren Offensivverbund würde uns guttun.“ Zumal ja auch noch der Abgang von Torjäger Serdar Dursun, an dem Ligakonkurrent Hannover 96 großes Interesse zeigt, im Raum steht.

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