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St.-Pauli-Trainer Luhukay : Ständig unzufrieden

  • -Aktualisiert am

Jos Luhukay: Seine Unzufriedenheit war der rote Faden der Saison. Bild: dpa

Sieht man von den Derbysiegen ab, hat der FC St. Pauli eine nächste unbefriedigende Saison gespielt. Der ebenso unzufriedene wie unbeliebte Trainer wird nun wohl zum letzten Mal das Team coachen.

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          Man kann wirklich nicht behaupten, dass sich Jos Luhukay Mühe gegeben hat, in Hamburg gemocht zu werden. An seiner schroffen Art sind viele abgeprallt. Er selbst sieht das anders: „Ich bin geradeaus und ehrlich“, charakterisiert er sich. Kurios dabei ist, dass kaum jemand beim FC St. Pauli versäumt loszuwerden, welch großartiger Fachmann dieser 57 Jahre alte Niederländer ist.

          2. Bundesliga

          Besonders Präsident Oke Göttlich ist ein Fan des Cheftrainers; oder müsste man eher sagen: war? Es ist noch nicht verkündet, scheint aber beschlossene Sache, dass Luhukay am Sonntagnachmittag beim SV Wehen Wiesbaden (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur zweiten Fußball-Bundesliga und bei Sky) zum letzten Mal auf der Bank des FC sitzen wird.

          Der FC St. Pauli hat eine nächste unbefriedigende Saison gespielt, sieht man von den Derbysiegen ab. Es gab eine Reihe ordentlicher Heimspiele, gefolgt von peinlichen Auswärtsniederlagen. Konstanz war selten drin in dieser gesichtslosen Mannschaft – wohl auch deswegen, weil Luhukay munter wechselte und immer wieder Spieler aus dem Hut zauberte, die kaum einer kannte. Planlos war das nicht. Luhukay wollte damit zeigen, dass der Kernkader seinen Ansprüchen nicht genügte.

          Luhukays Unzufriedenheit war der rote Faden der Saison. Seit April 2019 beim FC St. Pauli und für den Aufstieg geholt, hatte Luhukay mit dem ersten Spiel in Bielefeld seine Rolle gefunden als derjenige, der die Probleme des Kiezklubs benennt: Zufriedenheit bei den Spielern, Wohlfühlatmosphäre im Verein. Keine leistungsfördernde Atmosphäre. Befunde, die die Klubführung um Göttlich teilt.

          Gemeinsam mit Luhukay hatte sie ja verkrustete Strukturen aufbrechen wollen. Doch der Trainer, gewiss kein Diplomat, verlor zunehmend die Mannschaft – sie war es leid, wie nach dem 0:4 in Hannover öffentlich rundgemacht zu werden. Zuletzt warf Luhukay dem besten Stürmer Henk Veerman in selten gehörter Deutlichkeit fehlende Fitness vor.

          Das 1:1 gegen Jahn Regensburg am vergangenen Wochenende brachte zwar den noch benötigten Punkt zum Klassenverbleib, doch eine Zukunft hat Luhukay bei St. Pauli wohl auch nicht mehr – für das aktuelle Team gilt allerdings das Gleiche. Sportchef Andreas Bornemann soll etwas Neues aufbauen; im Gespräch als nächster Cheftrainer ist der frühere Profi Timo Schultz, der aktuell die A-Jugend trainiert.

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