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Zweite Bundesliga : Der nächste Patzer des HSV

  • Aktualisiert am

Pierre-Michel Lasogga und der HSV stolpern Richtung Bundesliga. Bild: Picture-Alliance

Der Kampf um die Plätze in der Bundesliga spitzt sich zu: Mitfavorit Hamburger SV gewinnt ein Heimspiel wieder nicht. Auch Union Berlin strauchelt. Dafür siegt Paderborn im Topspiel – und ist nun Dritter.

          Der Hamburger SV hat auf dem Weg zum Wiederaufstieg in die Fußball-Bundesliga wieder gepatzt. Die Mannschaft von Trainer Hannes Wolf musste sich gegen Erzgebirge Aue mit einem 1:1 (0:1) begnügen und liegt nach dem fünften Spiel in Folge ohne Sieg als Tabellenzweiter nur noch zwei Punkte vor dem SC Paderborn auf dem Relegationsrang. Philipp Zulechner brachte die Gäste nach zuletzt vier Niederlagen in Serie in Führung (43.). Manuel Wintzheimer (53.) glich für die Hamburger aus, die am Dienstag (20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zurm DFB-Pokal, in der ARD und bei Sky) im Halbfinale des DFB-Pokals Bundesligaverein RB Leipzig empfangen.

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          Die Gastgeber waren vor 52.354 Zuschauern von Beginn an spielbestimmend. Aue stand sehr tief und sorgte kaum für Entlastung. Dem HSV mangelte es in der Offensive im ersten Durchgang aber an Ideen und Durchschlagskraft. Die kämpferisch überzeugenden Gäste gingen mit ihrer ersten Chance in Führung. Zulechner traf nach einer Ecke und einem Fehler des HSV-Torhüters Julian Pollersbeck.

          Die Hamburger erhöhten im zweiten Durchgang den Druck und belohnten sich durch den Ausgleich von Wintzheimer. Der 20 Jahre alte Stürmer hatte den Norddeutschen schon im Topspiel beim 1. FC Köln (1:1) mit seinem Treffer einen Punkt gerettet. Wolf erhöhte nach dem Ausgleich das Risiko und brachte mit dem zuletzt angeschlagenen Pierre-Michel Lasogga einen zweiten Stürmer. Zum erhofften Sieg reichte es aber nicht. In der 86. Minute traf Aaron Hunt per Freistoß die Latte des Aue-Tores.

          Paderborn entschied das Verfolgerduell für sich entschieden und eroberte den Aufstiegs-Relegationsplatz. Gegen Kiel setzte sich das Team von Trainer Steffen Baumgart mit 2:1 (0:0) durch und verdrängte Union Berlin mit 51 Punkten von Rang drei, Kiel liegt mit 46 Punkten auf Platz fünf. Masaya Okugawa (47.) brachte die Störche kurz nach dem Seitenwechsel in Führung. Kai Pröger (57.) erzielte den Ausgleich. In der Schlussphase traf Christopher Antwi-Adjei (82.) zum 2:1 für Paderborn.

          13.129 Zuschauer sahen eine temporeiche erste Halbzeit. Die beste Möglichkeit der Hausherren hatte Mathias Honsak (4.), der freistehend an Gäste-Keeper Leopold Zingerle scheiterte. Auf der Gegenseite entwickelte sich zunächst ein Privatduell zwischen Dominik Reimann und SCP-Stürmer Sebastian Vasiliadis, aus dem Reimann viermal als Sieger hervorging. Die spielerisch überlegenen Gäste hätten spätestens durch Mohamed Dräger (37.), der ebenfalls im Kieler Schlussmann seinen Meister fand, in Führung gehen müssen.

          Nach dem Seitenwechsel schlug Kiel zu: In abseitsverdächtiger Position grätschte Okugawa nach einer schönen Einzelaktion von Jannik Dehm den Ball ins Tor - zuvor war Okugawa Sekunden nach dem Wiederanpfiff ein regulärer Treffer aberkannt worden. Nachdem Laszlo Benes die Riesenchance auf die 2:0-Führung vergab, gelang den Ostwestfalen durch einen sehenswerten Fernschuss der Ausgleich. Antwi-Adjei legte mit einem Schlenzer nach.

          Union Berlin verpasste indes einen Big Point im Aufstiegsrennen. Die Eisernen musste sich trotz zwischenzeitlicher Überzahl bei Greuther Fürth mit einem 1:1 (1:0) begnügen, verloren nach einer Führung zwei wichtige Zähler und rutschten auf den vierten Platz ab. Joshua Mees (35.) sorgte per Kopf für die Führung der Gäste, Marco Caligiuri (67.) glich für die Franken vor 9650 Zuschauern aus. Das Kleeblatt hatte ab der 38. Minute nach der Roten Karte für Torjäger Daniel Keita-Ruel aufgrund einer Tätlichkeit an Felix Kroos mit zehn Mann auskommen müssen. In der 70. Minute sah Berlins Nicolai Rapp wegen groben Foulspiels die Rote Karte.

          Die Berliner sind jetzt fünf Spiele ohne Sieg, während die Fürther auch im sechsten Spiel in Folge zu Hause ungeschlagen blieben. In der Anfangsphase setzten die Fürther die Akzente und besaßen durch Julian Green (4.) eine Großchance. Die Vorarbeit hatte Keita-Ruel geleistet, aus drei Metern schoss Green jedoch Keeper Rafal Gikiewicz an. Union benötigte eine 20-minütige Anlaufphase, kam dann allerdings besser ins Spiel. Beim Treffer von Mees stand den Berlinern allerdings das Glück zur Seite, denn Paul Jaeckels Abwehrversuch landete beim Union-Torschützen.

          Trainer Steffen Baumgart und der SC Paderborn mischen kräftig mit im Aufstiegsrennen.

          Die Fürther hielten die Partie selbst in Unterzahl offen und hatten durchaus Chancen zum Ausgleich. Im Abschluss fehlte allerdings etwas die Zielstrebigkeit. Allerdings gaben die Hausherren nicht auf und wurden schließlich für ihre Moral belohnt. In der 75. Minute lenkte Gikiewicz einen Schuss von Green an den Außenpfosten.

          Der MSV Duisburg kassierte im Abstiegskampf trotz einer starken Aufholjagd einen womöglich vorentscheidenden Rückschlag. Im Kellerduell gegen den direkten Konkurrenten SV Sandhausen reichte es für den MSV zum Auftakt des 30. Spieltags nur zu einem 2:2 (0:1), die Chance auf die direkte Rettung ist bei sieben Punkten Rückstand auf Sandhausen und Rang 15 gering. Nach dem 0:2-Rückstand durch einen Doppelpack von Andrew Wooten (28./62., Foulelfmeter) kam Duisburg zwar durch Havard Nielsen (71.) und Kevin Wolze (88., Handelfmeter) zurück ins Spiel, blieb aber letztlich zum sechsten Mal in Serie sieglos.

          Bei einem Sieg des 1. FC Magdeburg am Sonntag in Regensburg würde der MSV, der zumindest vorerst den letzten Tabellenplatz verließ, sechs Punkte hinter dem Relegationsplatz liegen. Sandhausen blieb zum sechsten Mal in Folge ungeschlagen (vier Siege, zwei Remis). Vor 13.295 Zuschauern an der Wedau machte Duisburg zwar zunächst das Spiel, Sandhausen kam aber mit der ersten guten Chance durch eine starke Einzelaktion von Wooten zum Führungstreffer. Unter zunehmenden Pfiffen der eigenen Fans bemühte sich Duisburg zwar in der Folge um den Ausgleich, Zweitliga-Niveau erreichten die Zebras dabei aber nur phasenweise Nach einem Zweikampf zwischen Dustin Bomheuer und Wooten nutzt Sandhausens Torjäger den folgenden Strafstoß zu seinem 14. Saisontreffer - doch Duisburg wehrte sich mit dem Mute der Verzweiflung und holte noch einen Punkt.

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