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Zweite Bundesliga : Nächste Enttäuschung für den HSV im Derby

  • -Aktualisiert am

Nicht nur Hee-Chan Hwang traf das Derby in Hamburg nicht. Bild: EPA

57.000 Fans sehen das erste Zweitliga-Duell zwischen dem HSV und St. Pauli. Auch im dritten Spiel in Serie bleibt der Bundesliga-Absteiger tor- und sieglos. Größere Ausschreitungen unter den Anhängern gibt es nicht.

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          Vor dem 100. Hamburger Fußballderby zwischen dem Hamburger SV und dem FC St. Pauli war viel von befürchteter Gewalt, von möglichen Hooligankämpfen und hochgerüsteter Polizei die Rede gewesen. Vielleicht hat das abgeschreckt, denn zumindest bis zum späten Sonntagnachmittag stand dieses Fußballspiel im Zeichen des Sports – und nicht im Zeichen rivalisierender Banden. Womöglich hat auch das Ergebnis dazu beigetragen. In einer ziemlich mauen Partie der Zweiten Fußball-Bundesliga trennten sich der HSV und St. Pauli 0:0 – es war ein verdientes Ergebnis. Die Profis vom Millerntor, Marvin Knoll etwa, sanken nach dem Abpfiff zu Boden und jubelten, während die Spieler des HSV kopfschüttelnd, Gotoku Sakai und Lewis Holtby zum Beispiel, in die Kabine stapften: Am Ende einer enttäuschenden Englischen Woche hätte das Team des Trainers Christian Titz seinen Fans im ausverkauften Volksparkstadion liebend gern einen Sieg geschenkt.

          2. Bundesliga

          Nach dem 0:5 gegen Jahn Regensburg am Samstag vor einer Woche und dem müden 0:0 am Donnerstag in Fürth wären drei Punkte bitter nötig gewesen, um den 1. FC Köln im Kampf um die Meisterschaft nicht wegziehen zu lassen. Doch ohne Torschüsse keine Tore, und so konnte sich der Absteiger für 65 Prozent Ballbesitz wieder einmal nichts kaufen.

          Ein wenig konkreter waren bei diesem lauen Kick in der zweiten Halbzeit sogar die Paulianer geworden, hatten durch den spät aufwachenden Christopher Buchtmann ein paar Versuche aufs HSV-Tor – und hätten beinahe den umjubelten Helden des Tages gestellt: Doch Cenk Sahins sehenswerter Heber in der Nachspielzeit, der sich aus 40 Metern bedrohlich Richtung HSV-Tor senkte, wischte Keeper Julian Pollersbeck über die Latte. Kurze Zeit später stand Marvin Knoll 16 Meter vor dem Gehäuse des Gegners, brachte aber wenig mehr als ein Schüsschen zustande. „Er hat mir gerade gesagt, dass er keine Kraft mehr hatte“, sagte Markus Kauczinski, der Trainer des FC, mit einem Lächeln. Knoll und Johannes Flum hatten ihre Sachen als dauerlaufende Doppel-Sechs gut gemacht.

          Der HSV ist in dieser eng gestaffelten Unterhaus-Tabelle nach einem knappen Saisonviertel nun Dritter, erreicht mit seinem grundsätzlich ansehnlichen Ballbesitzfußball aber relativ wenig, weil die guten Möglichkeiten ausbleiben. Leicht auszurechnen ist dieses HSV-Spiel, das nach einem Plan B schreit. Diesen jedoch hat Christian Titz bisher nicht ausgepackt, und bei 14 Punkten aus acht Spielen ist die Begeisterung um ihn und seinen Stil abgeflaut. Drei Spiele ohne Treffer hat der HSV hinter sich. Eine schwache Ausbeute der nominell so starken Offensive. „Wir lassen hinten wenig zu, aber nach vorne fehlt uns die Leichtigkeit“, sagte Titz. Allerdings sei nach der bösen Überraschung gegen Regensburg auch vorrangiges Ziel gewesen, die anfällige Abwehr zu sichern.

          Der FC St. Pauli hat sich sieben Punkte aus den vergangenen drei Spielen geschnappt, bilanziert nun derer 13, und machte am Sonntagmittag im sonnigen Volkspark genau das, was Kauczinski verlangt hatte. „Wir haben uns vorgenommen, defensiv gut zu stehen und ein paar Nadelstiche zu setzen“, sagte der überzeugende Abwehrchef Christopher Avevor, der den übermotivierten HSV-Mittelstürmer Fiete Arp clever abkochte. Auch Kauczinski wirkte zufrieden, hatten er und Sportchef Uwe Stöver doch noch vor zehn Tagen heftig in der Kritik gestanden: „Wir haben uns heute mit Herz und Verstand gut verkauft und hatten am Ende den Derbysieg auf dem Fuß. Wir haben uns mit sieben Punkten oben rangepirscht und haben jetzt die richtige Balance im Spiel.“

          Eine letztlich banale Partie ohne große Höhepunkte endete am Sonntagnachmittag 0:0, und zwei Fangruppen schrien sich ihre gegenseitige Abneigung aus dem Leibe. Es war erfreulich, dass außer ein paar Feuerwerk-Einsätzen auf beiden Seiten nichts geschah.

          Gesamtes Präsidium von Dynamo Dresden zurückgetreten

          Das gesamte Präsidium von Fußball-Zweitligaverein Dynamo Dresden ist Medienberichten zufolge zurückgetreten. Mehrere Medien beriefen sich am Sonntagabend übereinstimmend auf ein gemeinsames Schreiben des Gremiums der Sachsen. Vereinspräsident Andreas Ritter sowie die Vizepräsidenten Michael Winkler und Diana Schantin legten demnach ebenso mit sofortiger Wirkung ihre Ämter nieder wie der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende André Gasch, der Ehrenratsvorsitzende Klemens Rasel und der stellvertretende Ehrenratsvorsitzende Michael Walter. Eine Bestätigung des Vereins lag zunächst nicht vor. Grund für den Rückzug sollen interne Machtkämpfe beim ehemaligen Bundesligavereins sein.

          „In den letzten Wochen sind in unserem Verein wieder Grabenkämpfe ausgebrochen, die den Frieden in unserer Sportgemeinschaft ernsthaft bedrohen“, heißt es in der Erklärung, die unter anderem dem MDR und der „Bild“-Zeitung vorlagen. „Trotz spektakulärer sportlicher und wirtschaftlicher Erfolge gerade in den vergangenen Jahren müssen wir nun feststellen, dass wieder Kräfte zu Tage getreten sind, die unseren Verein zurück in die alten Zeiten gestoßen haben.“ Diese Zustände seien „von Lügen, Diffamierungen und persönlichen Anfeindungen“ getragen, deswegen wolle man sie „nicht weiter mittragen“. (dpa)

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