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0:1 gegen St. Pauli : Spektakuläre Schlussphase bei Hamburger Derby-Pleite

  • Aktualisiert am

St. Paulis Siegtorschütze Daniel-Kofi Kyereh (Mitte) bejubelt seinen späten Treffer gegen den HSV. Bild: dpa

Bis wenige Minuten vor Abpfiff sah es nach einem torlosen Hamburger Derby aus. Doch dann trifft St. Pauli zur späten Führung – und Hamburgs Tim Leibold fliegt wegen einer Unsportlichkeit vom Platz.

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          Der FC St. Pauli hat den großen Nachbarn Hamburger SV gedemütigt und seine Siegesserie ausgebaut. Die Kiezkicker gewannen am Montagabend in der zweiten Fußball-Bundesliga das 105. Stadtderby mit 1:0 (0:0) und verhinderten damit die Rückkehr des Aufstiegsfavoriten HSV an die Tabellenspitze. Die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune bleibt auf dem vierten und damit ersten Nichtaufstiegsplatz hängen.

          2. Bundesliga

          Auf die führenden Teams VfL Bochum und Holstein Kiel (je 45 Punkte) hat der HSV nun drei Zähler Rückstand. St. Pauli rückte nach fünf Siegen in Serie auf Platz elf vor. Das Tor im Derby erzielte Daniel-Kofi Kyereh (88. Minute). HSV-Kapitän Tim Leibold musste nach einer Roten Karte in der Nachspielzeit vom Platz.

          Der FC St. Pauli, der damit die inoffizielle Stadtmeisterschaft gewann (Hinspiel 2:2), untermauerte seine Rolle als Team der Stunde in der zweiten Liga. Mit 15 Punkten aus sechs Spielen sind die Braun-Weißen, die in der Hinrunde auf Abstiegskurs waren, beste Rückrunden-Mannschaft. In der separaten Wertung hat der HSV im gleichen Zeitraum lediglich sechs Zähler geholt und findet sich auf Platz 14 wieder.

          Mit Schwung startete der HSV in die Partie, die mit einem Feuerwerk von Sylvester-Ausmaßen vor dem Stadion eingeleitet worden war. Mittelfeldakteur Sonny Kittel hämmerte schon nach 60 Sekunden einen Freistoß aus 30 Metern Entfernung an den Querbalken. Zehn Minuten später eine Neuauflage: Wieder Freistoß, wieder Kittel. Diesmal wehrte Dejan Stojanovic den Ball zur Ecke ab. Es schien, als wollte der HSV dem Nachbarn zeigen: Am Millerntor sind wir der Chef!

          Nach 15 Minuten übernahm aber der Hausherr das Kommando. Guido Burgstaller (23.) und Omar Marmoush (28., 29.) hatten die Führung auf dem Fuß und verlagerten das Kräfteverhältnis auf die Seite des FC St. Pauli. In der Hinrunde Abstiegskandidat, in der Rückrunde eines der dominierenden Teams in der Liga - St . Pauli demonstrierte Selbstbewusstsein und beeindruckte den Stadtrivalen.

          Schiedsrichter Deniz Aytekin zeigt Hamburgs Tim Leibold die rote Karte.
          Schiedsrichter Deniz Aytekin zeigt Hamburgs Tim Leibold die rote Karte. : Bild: dpa

          Die Platzherren hatten auch nach dem Seitenwechsel weiterhin Vorteile, wenngleich die großen Szenen des ersten Durchgangs fehlten. Nur kurz währte die Freude über einen zugesprochenen Foulelfmeter nach Grätsch-Attacke von Gideon Jung gegen St. Paulis Rodrigo Zalazar (52.). Schiedsrichter Deniz Aytekin nahm seine Entscheidung nach Konsultation mit dem Kölner Video-Keller zurück. Als sich beide mit dem Remis abzufinden schienen, leitete Zalazar mustergültig eine Attacke ein und Kyereh vollendete.

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