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Zweite Bundesliga am Sonntag : Ausgelaugter Herbstmeister aus Darmstadt

  • -Aktualisiert am

1:1 geht das Spiel aus zwischen Darmstadt und Fürth. Bild: dpa

Die Niedergeschlagenheit nach dem 1:1 gegen Fürth zeugt vom neuen Selbstverständnis am Böllenfalltor. Die Saisonunterbrechung dürfte selten ein Herbstmeister so herbeigesehnt haben wie die „Lilien“.

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          Die Körpersprache der Spieler zeugte nach Abpfiff von einer tiefen Erschöpfung. Erst als Cheftrainer Torsten Lieberknecht an der Mittellinie zu einer langen Ansprache im gesamten Mannschafts- und Betreuerkreis ansetzte, vermochten sie sich wieder etwas zu straffen. Und dem frisch errungenen Remis gegen Greuther Fürth viel Positives abgewinnen. Denn zum einen hielt auch im letzten Spiel des Jahres die Serie von nunmehr 18 ungeschlagenen Pflichtspielen in Serie.

          Zum anderen geht eine Zweitliga-Hinrunde zu Ende, die den SV Darmstadt 98 mit starken 36 Punkten als Herbstmeister ausweist. „Wir sind unbesiegbar – SVD“, sangen die Fans im ausverkauften Stadion am Böllenfalltor den Profis bei ihrem Gang in die lange WM- und Winterpause hinterher. Und selten dürfte ein Spitzenreiter mit dieser imposanten (Zwischen-)Bilanz eine Saisonunterbrechung so herbeigesehnt haben wie die personell arg gebeutelten „Lilien“: „Ich bin froh, dass es in die Pause geht. Wir haben eine phantastische Hinrunde gespielt, auf die ich massiv stolz bin“, sagte Lieberknecht nach dem Spiel.

          2. Bundesliga

          Das Unentschieden gegen formstarke Fürther entsprach letztlich den Spielanteilen, von denen die Darmstädter nach ihrem erfolgreichen Frühstart erst in Überzahl wieder mehr hatten. Nach zwei Partien, in denen ein gegnerischer Platzverweis den SVD auf die Siegerstraße brachte, gelang dies gegen zwar dezimierte, aber wehrhafte Franken nicht.

          Die Liste der Darmstädter Spieler im Krankenstand hatte vor Anpfiff neue Höhen erreicht. Stammtorhüter Marcel Schuhen (Oberschenkelblessur) fehlte im Kader, die Stammkräfte Yannik Müller, Christoph Zimmermann und auch Frank Ronstadt saßen angeschlagen auf der Bank, wobei die beiden letzteren als Einwechselspieler dennoch früh Dienst tun mussten. Die „Lilien“ starteten unter anderem mit dem 19 Jahre jungen Clemens Riedel auf der Sechserposition, wo er von seinen erfahrenen Mitspielern fast permanent gecoacht wurde.

          Glück im Dauererfolgsmodus

          Eine Ausgangslage jedenfalls, die Zweifel wecken musste, ob die Mannschaft noch über ausreichend Energie verfügt für das letzte Match des Jahres. Konnten die Darmstädter Stärken noch einmal zum Ausdruck kommen? Zunächst ja. Denn schon wenigen Sekunden hallte ein Jubelschrei durchs Stadion am Böllenfalltor. Karic hatte den Ball aus der Distanz einfach mal Richtung Tor befördert, wo er genau im linken Winkel einschlug (2.).

          Eine Szene, die lehrbuchmäßig dafür herhalten konnte, dass einer Mannschaft im Dauererfolgsmodus auch das nötige Glück hold ist. Doch allzu viel Sicherheit und Antrieb spendete die frühe Führung den „Lilien“ nicht. Bis zur Halbzeitpause kam keine weitere gefährliche Situation vor dem Fürther Gehäuse mehr zustande. Ganz anders sah es im gegenüberliegenden Strafraum aus. Die agilen Franken, die mehr und mehr ihre Chance beim Tabellenführer witterten, zwangen erst SVD-Ersatztorhüter Alexander Brunst zu einer reflexhaften Parade, mit der er den Kopfball von Michalski an den Pfosten lenkte (24.).

          Ein hartes Stück Arbeit

          Auch in der 41. Minute war Brunst, der drei Tage zuvor nach seiner Einwechselung in Magdeburg noch komplett beschäftigungslos geblieben war, im kurzen Eck auf dem Posten. Doch schon eine Minute später war er chancenlos gegen Michalski, der nach einem Eckball aus der Nahdistanz einköpfte. Selbst das Remis zur Pause war schmeichelhaft für die Südhessen. Denn sie konnten von Glück sagen, dass der Schuss von Sieb vom Innenpfosten wieder zurück ins Feld sprang (45.).

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