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Finale der zweiten Bundesliga : Für Darmstadt 98 ist noch alles möglich

  • -Aktualisiert am

Geht da noch mehr? Darmstadt 98 will es wissen. Bild: dpa

Das Saisonfinale verspricht für Darmstadt 98 jede Menge Dramatik: Aufstieg oder weiter zweite Bundesliga? Oder doch in die Relegation? Die „Lilien“ stehen wieder einmal am Scheideweg.

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          Hochspannung bis zum Schluss? Wird „Lilien“-Anhängern traditionell nach Art des Hauses dargebracht. Blickt man nur auf die vergangenen zehn Jahre, die intensivsten der Vereinsgeschichte, hat Darmstadt 98 quasi alle Saisons mit Aufstiegschance oder Klassenkampf bis zum Schluss verbracht.

          Herzschlagfinals sind eine südhessische Spezialität. Und zwar meist mit Happy End. Allein die goldenen Jahre 2014 bis 2016: Aufstieg in die zweite Liga via dramatischer Relegation, Aufstieg in die Bundesliga dank eines Heimsieges am letzten Spieltag, Verbleib erste Klasse am vorletzten Spieltag sichergestellt.

          Die im Vergleich dazu sportlich eher grauen Jahre nach dem Bundesligaabstieg waren geprägt davon, dass jedes Jahr über kurz oder lang Abstiegssorgen herrschten – ehe sich zumindest dahingehend alles in Wohlgefallen auflöste.

          Alles ist noch möglich

          Nun also ein monatelang zugespitztes Aufstiegskampffinale am 34. Spieltag, das jede Menge Dramatik verspricht. Direkter Aufstieg über Rang zwei, Relegationsplatz drei oder der undankbare vierte Rang – alles ist noch möglich. Auch wenn Letzterer qua Ausgangsposition am wahrscheinlichsten ist.

          Die „Lilien“ brauchen neben einem adäquaten Ergebnis in ihrem Heimspiel gegen Paderborn an diesem Sonntag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur 2. Bundesliga und bei Sky) auch einen Ausrutscher der Konkurrenten Werder Bremen und/oder Hamburger SV.

          2. Bundesliga

          „Die Vorfreude ist riesig. Am letzten Spieltag kann immer alles passieren. Wir haben in dieser Saison schon gegen so viele Widerstände angekämpft, seien es die Corona-Ausbrüche, die zwischenzeitliche Torflaute von zwei unserer Stürmer oder eine 0:5-Heimniederlage gegen den HSV. Dass wir immer noch dabei sind, spricht für unsere Widerstandskraft“, sagt Sportdirektor Carsten Wehlmann.

          Der Sprung in die Bundesliga wäre ein gigantischer für den SVD. Ein abermaliger Booster für die Entwicklung – zumal nach den finanziellen Einbußen in der Corona-Zeit –, egal wie lange sich die „Lilien“ erstklassig würden halten können.

          Verbleibt der Verein in der zweiten Liga, würde dort im Sommer eine gesunde und muntere Organisation an den Start gehen. Mit einem Stadionumbau, der dann kurz vor dem Abschluss steht. Mit einem Spielerkader, in dem die wichtigsten und entwicklungsfähigsten Profis vertraglich zum Teil langfristig gebunden sind.

          Personelle Kontinuität

          Von den aktuellen Stammkräften läuft einzig der Vertrag von Tim Skarke, der augenscheinlich um ein Erstligaengagement in Darmstadt oder anderswo pokert, Ende Juni aus. Dazu das Leihverhältnis mit Torjäger Luca Pfeiffer. Das letzte Heimspiel wird der Klub aufgrund der Situation nicht dafür nutzen, jene Profis, die Darmstadt verlassen werden, zu verabschieden.

          2. Bundesliga

          Die „Lilien“ würden sich zwar hüten, im neuen Zweitliga-Spieljahr eigene Aufstiegsambitionen zu postulieren, aber zum Kreis der Anwärter zum großen Sprung nach oben zählten sie dann allemal. Denn im Falle eines Aufstiegs von Schalke und Werder und eines Abstiegs von Fürth und Bielefeld wäre das Unterhaus nicht mehr ganz so namhaft besetzt.

          Die diversen Vertragsverlängerungen wichtiger Spieler während des Dauer-Hochs dieser Spielzeit bringen die Darmstädter in diesem Sommer in die kommode Ausgangsposition, in jedem Fall viel Kontinuität wahren zu können.

          Viele Profis sind keine Youngster mehr, könnten aber dennoch ihre beste Zeit noch vor sich haben. Auch lange Jahre ungekannte Transfererlöse – wie im vergangenen Sommer mit Victor Palsson (Schalke) und Trainer Markus Anfang (Bremen) schon erfolgt – könnten sich ergeben.

          Der letzte Akt im Aufstiegskampf 2021/22 ist für die „Lilien“ keiner, in dem es um Wohl und Wehe geht. Sondern vielmehr um eine vielleicht auf Jahre hinaus einmalige Chance.

          So ist das Match gegen Paderborn in den Augen von Torhüter Marcel Schuhen „vielleicht das letzte Heimspiel der Saison“. Und Relegation, da weht noch immer der Geist des dramatischen Schlagabtausches mit Arminia Bielefeld von Mai 2014 durchs Böllenfalltor, davon sind sie überzeugt in Darmstadt: können wir.

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