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„Lilien“ verlieren in Nürnberg : „Jetzt wird das Ganze eben ein bisschen spannend“

Durch die Niederlage fallen Philipp Tietz und die „Lilien“ auf Platz vier zurück. Bild: dpa

Durch zwei späte Gegentore verliert Darmstadt 98 das Topspiel beim 1.FC Nürnberg. In der Tabelle fallen die „Lilien“ damit aus den Aufstiegsrängen. Trainer Lieberknecht nimmt’s gelassen.

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          Mit 18 erzielten Toren sind die Darmstädter die Standardkönige der zweiten Fußball-Bundesliga. Doch am Samstag fanden die Südhessen ihren Meister ausgerechnet im 1. FC Nürnberg. Beim 3:1 über den SV 98 gelangen dem „Club“ durch Nikola Dovedan zum 1:0 (43. Minute) und Lukas Schleimer zum 2:1 (82.) zwei Treffer nach ruhenden Bällen. „So ist manchmal Fußball. Wenn man es am meisten braucht, dann schickt der Himmel Standardtore“, sagte der Nürnberger Trainer Robert Klauß und freute sich. „So gut waren wir noch nicht bei Standards diese Saison.“

          Jörg Daniels
          Redakteur in der Sportredaktion

          Vor dem Anpfiff des Spitzenspiels, in dem die „Lilien“ durch ihre achte Saisonniederlage aus den Aufstiegsplätzen fielen, hatten die Darmstädter den Wettbewerbsvorteil noch auf ihrer Seite gesehen. Ligaweit sind deren Offensivstandards bei den Gegnern gefürchtet. Nur diesmal stellten die auf Rang fünf platzierten Nürnberger, die nach 44 Jahren zum ersten Mal wieder gegen den SVD gewannen, die Kräfteverhältnisse auf den Kopf: Beim 1:0 war der 1,72 Meter große Dovedan im Anschluss an einen Freistoß von Johannes Geis mit dem Kopf erfolgreich, weil keiner der Darmstädter Hünen – darunter der 1,99 Meter große Aaron Seydel – Zugriff auf den „Club“-Offensivspieler bekam.

          „Darf uns nicht passieren“

          „Wir wissen, was heute das Thema ist: Wir haben zwei Standardtore hinnehmen müssen“, bilanzierte Trainer Torsten Lieberknecht. Bei Schleimers Kopfballtreffer zum 1:2 aus SV 98-Sicht übersprang der 1,84 Meter große Nürnberger den 1,96 Meter langen „Lilien“-Profi Patric Pfeiffer. „Es darf uns nicht passieren, hier zwei Standardgegentore zu kriegen“, ärgerte sich dessen Namensvetter Luca Pfeiffer.

          2. Bundesliga

          Der SV 98-Stürmer hatte nach 58 Spielminuten zum 1:1 getroffen. Es war sein 13. Saisontreffer, allerdings der erste seit November 2021. Für das letzte „Club“-Tor am 29. Spieltag war der eingewechselte Darmstädter André Leipold verantwortlich, dem in der Nachspielzeit ein Eigentor zum 1:3 unterlief. Das 20 Jahre alte „Lilien“-Talent besiegelte damit die 200. Niederlage der Südhessen in der zweiten Liga, bei denen Torhüter Marcel Schuhen (Oberschenkel) und Seydel (Wade) verletzt ausschieden.

          „Wir hatten sehr gute Torchancen“

          Die Darmstädter mussten sich nicht nur ihre Schläfrigkeit bei Standardsituationen ankreiden lassen. Auch ihre Chancenverwertung entsprach nicht den Ansprüchen eines Aufstiegsanwärters. Bereits in den Anfangsminuten hatte Seydel die Chance zum Führungstreffer nicht nutzen können. Und nach 56 Minuten zielte Marvin Mehlem knapp neben das „Club“-Tor. „Wir hatten sehr gute Torchancen“, sagte Lieberknecht. „Wir haben ein gutes, engagiertes sowie offensiv ausgerichtetes Spiel gezeigt.“ Kurios: Luca Pfeifer konnte sich über sein Tor zum 1:1 nicht richtig freuen. „Ich hätte vorbeischießen sollen. Ich hätte gerne die Rote Karte genommen und ein Elfmetertor, aber da denkt man dann auch nicht dran. So kann ich mir vom dem Tor auch nichts kaufen“, sagte der „unglückliche“ Torschütze im Fernsehen.

          Der Nürnberger Pascal Köpke hatte den Schuss von Phillip Tietz nur mit dem Arm abwehren können, bevor Luca Pfeiffer mit dem 1:1 zur Stelle war. Der Treffer bewahrte Köpke vor der Roten Karte und dem „Worst Case Szenario“ (Klaus) für den „Club“. Dessen Trainerkollege Lieberknecht wollte nach dem Abpfiff nicht lange hadern. „Der Auftritt meiner Mannschaft macht mir massiv Mut für die kommenden Wochen“, sagte er. „Jetzt wird das Ganze eben ein bisschen spannend.“ Aktuell liegt Nürnberg zwei Punkte hinter dem Vierten Darmstadt. Für einen Tag waren die Franken in neuer Rolle die Standardkönige.

          2. Bundesliga

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