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Zweite Bundesliga : Köln zieht oben davon – Drama in Ingolstadt

  • Aktualisiert am

Auch Cordoba gehörte zu den Kölner Torschützen. Bild: dpa

Der FC nutzt die Schwächen der Konkurrenz und kommt dem Aufstieg in die Bundesliga näher. Gegen Kiel gibt es einen deutlichen Erfolg. Turbulent geht es am Ende beim Abstiegskrimi in Ingolstadt zu.

          Der 1. FC Köln hat die Schwächen seiner Verfolger eiskalt ausgenutzt und die Tabellenführung in der zweiten Fußball-Bundesliga zementiert. Die Geißböcke besiegten am 27. Spieltag Holstein Kiel mit 4:0 (2:0) und liegen nun drei Punkte vor dem Hamburger SV und bereits sieben Zähler vor Union Berlin auf dem Relegationsplatz.

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          Der Absteiger aus der Domstadt, für den allein die direkte Bundesliga-Rückkehr zählt, hat zudem noch ein Nachholspiel beim MSV Duisburg in der Hinterhand. Simon Terodde (22.) mit seinem 27. Saisontor, Kapitän Jonas Hector (25.), Jhon Cordoba (46.) und der eingewechselte Anthony Modeste (90.+1) trafen gegen den früheren Klub von FC-Trainer Markus Anfang, der mit fünf Punkten Rückstand auf Rang drei allerdings noch Restchancen im Aufstiegsrennen hat. Terodde scheiterte in der 41. Minute zudem mit einem Foulelfmeter an Holstein-Keeper Kenneth Kronholm.

          Der beste Angriff der Liga und drittbeste Offensive begegneten sich von Beginn an mit offenem Visier. Mit dem Selbstvertrauen von vier Siegen in Folge übte der FC mit den beiden ehemaligen Kielern Rafael Czichos und Dominick Drexler in der Startelf enormen Druck aus und kam früh zu guten Chancen. Die Führung durch Terodde nach einer schnellen Kombination über Florian Kainz und Cordoba, der im FC-Angriff den Vorzug gegenüber Modeste erhielt, war eine logische Folge. Nur drei Minuten später erhöhte Hector nach beherzter Einzelleistung. Kiel blieb aber gefährlich gegen eine bei schnellem Umschaltspiel nicht immer sattelfeste FC-Abwehr. Gleich nach Wiederanpfiff machte Cordoba mit seinem 13. Saisontreffer alles klar.

          Der Abstieg in die dritte Liga rückt für den FC Ingolstadt derweil immer näher. Das Tabellenschlusslicht unterlag im Kellerduell dem SV Sandhausen trotz der frühen Führung durch Björn Paulsen (12.) mit 1:2 (1:0). Der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt nach der fünften Niederlage in Serie fünf Punkte. Für die Gäste trafen Kevin Behrens (55.), der kurz vor der Pause den mit Verdacht auf Schienbeinbruch ausgewechselten Fabian Schleusener ersetzte (42), und Andrew Wooten (90.+2). Sandhausen hat nun zwei Zähler Vorsprung auf den Tabellen-16. Magdeburg. Schleusner war im Strafraum mit dem Ingolstädter Torhüter Philipp Tschauner zusammengeprallt. Tschauner konnte weiterspielen.

          Beim Treffer von Paulsen war Sandhausen vor 9317 Zuschauern indisponiert: Jonatan Kotze konnte unbedrängt flanken, der Däne unbedrängt einköpfen. Einem Ausgleich der Gäste durch Leart Pagarada stand zunächst der Pfosten im Wege (38.), auch Ingolstadts Sonny Kittel traf nur Aluminium (45.+4). Sandhausen war nach dem verdienten Ausgleich durch Behrens auf Vorlage von Dennis Diekmeier schon zuvor näher am Siegtreffer, in der Schlussphase drängte dann zunächst Ingolstadt mit Vehemenz – ließ jedoch beste Chancen ungenutzt. Die Strafe folgte durch Wooten.

          Arminia Bielefeld machte unterdessen den womöglich vorentscheidenden Schritt Richtung Klassenverbleib. Die Ostwestfalen erkämpften bei der Spielvereinigung Greuther Fürth nach einem 0:2 zur Halbzeit noch ein 2:2 und dürften bei nun 35 Punkten mit dem Abstieg nichts mehr zu tun bekommen. Auch Fürth hat mit 33 Zählern ein durchaus komfortables Polster auf die Abstiegszone. Mit einem kuriosen Treffer eröffneten die Fürther Gastgeber den Torreigen. Nach einem Distanzschuss von Julian Green prallte der Ball vom Pfosten gegen den Rücken des Bielefelders Keepers Stefan Ortega und von dort aus ins Tor (10.). Daniel Keita-Ruel erhöhte für die Hausherren in der 23. Minute auf 2:0.

          Vor 9440 Zuschauern gab sich Bielefeld aber noch nicht geschlagen und zeigte in der zweiten Halbzeit ein anderes Gesicht. Wieder einmal war es Torjäger Fabian Klos, der mit seinen Saisontoren Nummer elf und zwölf (47./65.) den Ausgleich erzwang. In der Halbzeitpause legten sich beide Trainer mit Schiedsrichter Alexander Sather (Grimma) an. Fürths Coach Stefan Leitl fand dabei offenbar die deutlicheren Worte, er bezeichnete Sather als „arrogant“, wie über die Mikrofone am Spielfeldrand zu hören war. Leitl musste sich daraufhin das Spiel in der zweiten Halbzeit von der Tribüne aus anschauen.

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