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1:1 gegen Stuttgart : Bielefeld besteht den Charaktertest

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Wenig Luft zum Jubeln: Bielefelds Spieler nach dem Ausgleich zum 1:1 Bild: dpa

Im Spitzenspiel der zweiten Bundesliga zeigt sich Spitzenreiter Arminia Bielefeld gegen den VfB weiterhin „cool“ und „gnadenlos“. Sogar die Stuttgarter zollen den Ostwestfalen anschließend Respekt.

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          Sie erreichten ihr Minimalziel mit einer Selbstverständlichkeit, die den Zweitliga-Tabellenführer Arminia Bielefeld über die gesamte Saison auszeichnet. Dank des 1:1 (0:0) im Montagsspiel beim Tabellenzweiten VfB Stuttgart nach Toren von Gomez (53. Minute) und Soukou (76.) verteidigten die Ostwestfalen ihren Sechspunktevorsprung gegenüber den Schwaben und hielten damit auch den Hamburger SV als Dritten im Bunde auf sieben Punkten Abstand. Bis auf eine fünfminütige VfB-Drangphase, in der der ehemalige Nationalspieler Gomez den Führungstreffer für die Schwaben erzielen konnte, behielten die Arminen die Kontrolle über dieses erst nach der Pause sehenswerte Spitzenspiel und kamen, als sie den Ausgleich brauchten, mit einer höheren Schlagzahl auch zwangsläufig zum 1:1. Der Ligaschützenkönig Fabian Klos (16 Treffer), der Soukou die Torvorlage geliefert hatte, stellte nach einer weiteren Reifeprüfung auf dem Weg zum achten Bielefelder Aufstieg in die Bundesliga nüchtern fest: „Wir haben den Charaktertest bestanden, an Selbstvertrauen mangelt es uns nicht.“

          2. Bundesliga

          Die Stuttgarter, angetreten, um als ursprünglicher Aufstiegsfavorit wenigstens in der Rolle des Herausforderers zu glänzen, konnten am Ende froh sein, nicht verloren zu haben, nachdem die Arminen einen aussichtsreichen Konter (86.) zum möglichen 2:1 vermasselt hatten. Den Respekt des Gegners nahmen die Bielefelder, offensiv wie defensiv die beste Mannschaft der Liga, gern mit nach Hause. Gonzalo Castro, einer der erfahrensten Profis im Stuttgarter Team etwa sagte: „So wie Arminia die ganze Saison spielt, wird es schwer, sie einzuholen.“

          Spieler und Trainer des Spitzenreiters vermieden es wie immer, ihre Aufstiegssehnsucht wortreich zu artikulieren. Sie verließen die vor den bevorstehenden „Geisterspielen“ im Zeichen des Coronavirus mit 54.302 Zuschauern noch einmal bestens gefüllte Stuttgarter Arena in dem Gefühl, auch den noch folgenden neun Proben aufs Exempel jederzeit gewachsen zu sein. Am Montag half ihnen zusätzlich der Stuttgarter Trainer Pellegrino Matarazzo, als er seinen einzig gefährlichen Angreifer Gomez nach 73 Minuten gegen den Innenverteidiger Karazor auswechselte. Damit stellte er die Signale auf Verteidigung des knappen Vorsprungs, verfehlte dieses Ziel aber auch mit einer Fünferabwehr vor Torwart Kobel. Eine taktische Maßnahme, die Bielefeld in die Karten spielte. Schließlich hatte deren Trainer Uwe Neuhaus kurz zuvor mit Soukou und Schipplock zwei Angreifer eingewechselt (65.).

          Die innerbetriebliche Stimmung in der Mannschaft des Zweitliga-Souveräns spiegelten Äußerungen der beiden Protagonisten Marcel Hartel und Amos Pieper wider. Der Spielmacher Hartel stellte fest: „Wir sind cool geblieben und haben unser Ding gnadenlos durchgezogen.“ Der Innenverteidiger Pieper verwies auf die kollektive Hartnäckigkeit der Arminia: „Selbst wenn wir mal einen kassieren, kommen wir immer wieder zurück. Als Mannschaft halten wir zusammen, egal, was passiert.“

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