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2:3 gegen Mainz : Bochum nach Schürrles Doppelpack in Not

  • -Aktualisiert am

Freude über den Doppelpack: Andre Schürrle traf zwei Mal für die Mainzer beim Sieg in Bochum Bild: dpa

Auch eine 2:1-Führung gegen schwache Mainzer reichte den wie Absteigern spielenden einstigen Unabsteigbaren nicht zum Sieg. Die Bochumer Fans fordern nach der 2:3-Niederlage das Ende von VfL-Trainer Koller - am tag danach wird er entlassen.

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          Vor dem Anpfiff schwelgten die Fans des VfL Bochum in der Vergangenheit. Der Vereinsvorstand ernannte die Bochumer Fußball-Ikone Michael, genannt „Ata“ Lameck, auf dem Rasen zum Ehrenmitglied. Der frühere Mannschaftskapitän steht für jene Bundesligageneration des VfL, die, wider die Grammatik, als „unabsteigbar“ galt. Der sechzigste Geburtstag des Fußballvorarbeiters, der mehr als 500 Erstligaspiele für Bochum bestritt, war den Fans ein willkommener Anlass, der guten alten, wenn auch spielerisch keineswegs glanzvollen Zeit zu gedenken.

          Die Gegenwart erscheint vielen Fans noch grauer als jene Jahre. Durch das 2:3 gegen den FSV Mainz 05 fühlten sie sich wieder einmal bestätigt. Viele Anhänger forderten die Entlassung des Trainers Marcel Koller, der beim Volk seit langem unbeliebt ist. Aber auch Vorstand und Aufsichtsrat haben, der Stimmung im Stadion nach zu urteilen, an der Basis ihren Kredit verspielt. Am Sonntagabend reagierte der Verein und entließ den Schweizer.

          „Und so spielt ein Absteiger“

          „Nur für Ata sind wir heute hier“, stand auf Plakaten zu lesen, die Hunderte Anhänger hochhielten. Von der aktuellen Mannschaft haben viele Fans wieder einmal „die Schnauze voll“. Der Ärger über die zuletzt schwachen Leistungen war so groß, dass die meisten Fans sich anfangs mit Anfeuerungsrufen bewusst zurückhielten. Dem Torschrei in der siebten Minute wollten sie sich aber nicht verschließen. Mimoun Azaouagh hatte von einer Unsicherheit des Mainzer Torwarts Wetklo profitiert, der einen Freistoß von Yahia zu kurz abgewehrt hatte.

          Danach geschah so gut wie nichts - bis zur 45. Minute. Dann nutzten auch die Mainzer ihre erste Möglichkeit. Andreas Ivanschitz traf das Tor, doch Diego Klimowicz gelang Sekunden später, in der Nachspielzeit der ersten Hälfte, abermals der Führungstreffer für die Heimelf.

          Davon wiederum ließen sich die Mainzer, die äußerst schwach begonnen hatten, nicht entmutigen. Im Gegenteil: Die Rheinhessen steigerten sich nach der Pause, und Andre Schürrle stürzte Bochum mit zwei Treffern (52./71.) in noch tiefere Depressionen. Ein Teil der 16.000 Zuschauer resignierte lautstark und sang: „Und so spielt ein Absteiger.“ Wer wollte ihnen widersprechen?

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