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2:2 in Hannover : Wenigstens Müller hilft das Mainzer Torschusstraining

  • -Aktualisiert am

Gewusst wie: Nicolai Müller trifft für Mainz doppelt, Shawn Parker (r.) freut sich mit Bild: dpa

Wieder kein Sieg für Mainz 05, der europäische Traum ist endgültig ausgeträumt: Aber immerhin sichert Nicolai Müller mit seinen beiden Toren ein Unentschieden in Hannover. Der Gegner spielte allerdings am Ende nur zu zehnt.

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          Die vielen Fragen zu seinen beiden Geniestreichen beantwortete Nicolai Müller mit einem ersten Gesicht und recht kurzen Sätzen. „Ich hätte lieber gewonnen, als zwei Tore zu schießen. Ein Punkt, das bringt uns doch nicht weiter“, sagte jener Mann, der Mainz 05 mit zwei schönen Toren ein 2:2 (1:1) bei Hannover 96 ermöglicht hatte.

          Das Lob, das der agile Stürmer nach einem hart umkämpften Spiele einheimsen konnte, war völlig verdient. Bei seinem Führungstreffer in der 25. Minute hatte Müller den hannoverschen Abwehrspieler Karim Haggui genarrt. Beim 2:2 elf Minuten vor dem Abpfiff konnte er seine Schnelligkeit ausspielen. Offenkundig hat wenigstens er von den auf den Torabschluss fokussierten Trainingseinheiten in der vergangenen Woche profitiert, in denen sein Trainer Tuchel des öfteren seinen Missmut über nahezu fahrlässigen Umgang mit Torchancen zum Ausdruck gebracht hatte.

          Aber natürlich machte es Müller wenig Spaß, der Held einer Partie zu sein, in der auch die allerletzte Chance auf den Einzug in die Europa League verspielt worden war. „Wenn man zwölf Wochen lang nicht gewinnt, braucht man nicht über Europa zu reden“, sagte Müller.

          Tatsächlich warten die die Mainzer erst seit dem 9. März auf einen Sieg, aber dennoch war die Mehrheit der Mainzer Spieler nach dem Abpfiff enttäuscht zu Boden gesunken. Auch wenn die Entscheider des Vereins, allen voran Manager Christian Heidel, immer wieder betonen, dass Europa nicht das Saisonziel des Klubs gewesen sei – die Profis selbst hatten ganz offensichtlich das Gefühl, am 32. Spieltag der Fußball-Bundesliga erneut etwas verschenkt zu haben.

          „Die Hinrunde war sehr gut, die letzten Wochen waren enttäuschend“, gestand Innenverteidiger Nikolce Noveski, der in Hannover selbstkritisch genug war, von ärgerlichen und folgenschweren Fehlern zu sprechen. Dem 0:1 von Müller hatte die Mainzer Abwehr eine Unaufmerksamkeit folgen lassen und damit dem gerade erst eingewechselten 96-Stürmer Artur Sobiech den Ausgleich (36.) ermöglicht.

          Der 1:2-Rückstand durch ein Tor von Mame Diouf war in der 70. Minute zustanden gekommen, weil zunächst Julian Baumgartlinger in Bedrängnis den Ball verloren und dann die Mainzer Abwehr vergeblich auf Abseits gespielt hatte.  „Wir machen einfach mehr Fehler in der Vorrunde. Und der Tabellenstand entspricht unserem derzeitigen Leistungsvermögen“, meinte 05-Manager Heidel.

          Müllers Griffigkeit

          Sieben Partien in Folge ohne Sieg – es war fast bewundernswert, mit welcher Ruhe und Gelassenheit der Trainer erklärte, was für das stark ersatzgeschwächte Mainz 05 derzeit einfach schief läuft. „Wir hatte eine gute Basis im Spiel. Defensiv gut stehen, schnell umschalten, das haben wir zunächst gut gemacht. Und dann kamen die Fehler“, sagte Thomas Tuchel und ärgerte sich vor allem über eine Kette von Unzulänglichkeiten vor dem 1:2. Er hatte sich von den beteiligten Spielern mehr Aufmerksamkeit und Aggressivität gewünscht.

          Genau diese Tugenden hatte der überragende Müller in der Offensive gezeigt. Der 25-Jährige war ständig in Bewegung und hätte sogar zu drei bis vier Treffern kommen können. Einer war ihm in der 40. Minute verwehrt geblieben, als Schiedsrichter Wolfsburg Stark (Ergolding) ein Handspiel des Stürmer geahndet und mit einer Gelben Karte bestraft hatte. Den Rest der Torchancen von Müller machte Hannovers Schlussmann Ron-Robert Zieler zunichte. „Aber Nicolai hat ein wirklich tolles Spiel gemacht. Er entwickelt diese Griffigkeit, die wir brauchen und opfert sich körperlich für das Team auf“, sagte 05-Trainer Tuchel und geizte nicht mit Lob.

          Ein paar Meter weiter stand Heidel und musste sogar Fragen dazu beantworten, ob Müller in seinem Arbeitsvertrag eigentlich eine Ausstiegsklausel habe. Der Manager grinste dazu und antwortete lieber mit Lob. „Nicolai steht genau für die Spielweise, die Mainz braucht“, sagte Heidel und war offenbar froh, mit jedem gut gemeinten Satz über Müller eine kritische Bemerkung weniger über dessen Mitspieler bemühen zu müssen

          Hannover 96 - FSV Mainz 05 2:2 (1:1)

          Hannover 96: Zieler - Sakai, Haggui, Schulz, Pocognoli - Hoffmann, da Silva Pinto - Schlaudraff (62. Ya Konan), Stindl - Abdellaoue (35. Sobiech), Diouf (90.+3 Chahed)
          FSV Mainz 05: Wetklo - Pospech, Svensson, Noveski, Zabavnik - Baumgartlinger - Zimling (72. Risse), Caligiuri (76. Soto) - Rukavytsya (54. Parker) - Nicolai Müller, Malli
          Schiedsrichter: Stark (Ergolding)
          Zuschauer: 47 000
          Tore: 0:1 Nicolai Müller (25.), 1:1 Sobiech (36.), 2:1 Diouf (70.), 2:2 Nicolai Müller (79.)
          Gelbe Karten: da Silva Pinto (6) / Nicolai Müller (7), Zimling (5)
          Gelb-Rote Karten: Schulz (65./wiederholtes Foulspiel) / -

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