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2:2 in Hannover : Der HSV verschenkt mal wieder Punkte

  • -Aktualisiert am

Die Labbadia-Elf kassierte kurz vor Schluss den Ausgleich Bild: dpa

Lange Zeit sah der Hamburger SV wie der Sieger aus, doch ein von Stajner verwandelter Elfmeter brachte Hannover 96 das 2:2. Wieder einmal verschenkt der HSV spät Punkte im Titelrennen der Fußball-Bundesliga.

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          Lange Zeit hatte der Hamburger SV wie der Sieger ausgesehen, doch ein zweifelhafter Elfmeter, nachdem Stajner von Rincon gefoult worden sein soll, ermöglichte Hannover 96 einen nicht mehr für möglich gehaltenen Punktgewinn: Jiri Stajner selbst verwandelte vom Elfmeterpunkt und schaffte in der 88. Minute das 2:2. Wieder einmal hat der HSV also spät Punkte verschenkt im Titelrennen der Fußball-Bundesliga.

          Denn der überragende Elia hatte erst das 1:0 durch Jansen vorbereitet, dann nach Ya Konans Ausgleich selbst zur Führung getroffen. Dass sich der HSV wieder einmal selbst bestrafte, lag an diesem Sonntag an ein, zwei schlampig gespielten Kontern und ein bisschen an Rincon: Stajner wollte in dieser Szene ein Foul und fiel, Schiedsrichter Drees zeigte prompt auf den Punkt. Der HSV blieb auch im vierten Bundesligaspiel nacheinander ohne Sieg, während Hannover 96 seine ansprechende Serie unter Trainer Andreas Bergmann ausbaute. Der Punkt gegen lange Zeit dominante Hamburger war allerdings sehr glücklich, wie auch der Hannoveraner Trainer zugab.

          Diese Startformation war wirklich überraschend: eigentlich stellt sich der Angriff des Hamburger SV ja von selbst auf, wo doch Guerrero und Petric noch lange verletzt sind. Also laufen Pitroipa und Berg im HSV-Sturm auf. So war es zumindest bislang gewesen. Am Sonntag war dem Hamburger Trainer Bruno Labbadia aber mal eine andere Idee gekommen. Er brachte seinen schnellsten Spieler als Linksaußen und seinen jüngsten als Mittelstürmer: Eljero Elia und Tunay Torun.

          Da war die Welt noch in Ordnung: Hamburg bejubelt das 1:0
          Da war die Welt noch in Ordnung: Hamburg bejubelt das 1:0 : Bild: dpa

          Ein Einfall, der alle Hannoveraner zu irritieren schien, denn es war Elia, der der Abwehr der „Roten“ mit seinem atemberaubenden Tempo und seiner zirkusreifen Technik narrte. Sein Gegenspieler Steven Cherundolo sah in fast allen Zweikampfszenen schlecht aus. Schon nach fünf Minuten hätte Elia, der sonst im offensiven Mittelfeld zum Einsatz kommt, die Hamburger in Führung schießen müssen - erst rannte er Cherundolo davon, dann visierte er das lange Eck an, schlenzte den Ball aber am Tor vorbei.

          Konan ist ein Gewinn für Hannover

          Der HSV war sofort gut im Spiel. Wirkte bissig, gut aufeinander abgestimmt und hatte in Elia den Mann, der mit jedem Ball etwas anzufangen wusste. Es konnte eigentlich nur er sein, der in der 15. Minuten den entscheidenden Geistesblitz hatte, der letztlich zur Führung für den HSV sorgte: wo andere womöglich selbst geschossen hätten, legte Elia im Hannoveraner Strafraum quer und Marcell Jansen musste nur einschieben.

          9000 mitgereiste Fans jubelten in der endlich einmal ausverkauften Arena über das verdiente 1:0 der in allen Bereichen besseren Gäste. Zé Roberto und Jarolim lenkten das Hamburger Spiel, von der Aggressivität der „Roten“ aus den letzten beiden Spielen war zunächst nichts zu sehen. Der Eckball in der 26. Minute war die erste Annäherung der Hannoveraner ans Hamburger Tor; dass dann der eher kleine Ivorer Didier Ya Konan gegen die eher großen Mathijsen und Rozehnal an den Ball kam und ihn gekonnt ins HSV-Tor lenkte, war die zweite große Überraschung dieses Nachmittags. Die Ecke war von Djakpa in den Strafraum gesegelt. Ein Ausgleich aus dem Nichts. Ya Konan, für kleines Geld aus Trondheim geholt, ist ein Gewinn für Hannover - es war schon sein viertes Tor.

          Stajner verdirbt Elias Feierstunde

          Wieder einmal fing sich der HSV also ein leichtes Gegentor ein. Geschockt waren die Hamburger nicht. Schon sieben Minuten nach dem Ausgleich hätte Torun die abermalige Hamburger Führung erzielen müssen - doch er schoss aus fünf Metern am Tor vorbei. Eifrig, aber ungefährlich, das war Torun. Mit einer kleinen Pause, aber dann entscheidend zur Stelle, das war Elia. Als nach einem Freistoß Trochowskis weder Enke weit genug aus dem Tor lief noch Cherundolo hochsprang, erreichte Elia den Ball mit dem Kopf vor den beiden und es stand 2:1 für den HSV (44. Minute).

          Ein Torwartfehler? Eher ein Abwehrfehler Cherundolos. Nach der Pause waren es wieder die beiden Hamburger Hauptdarsteller, die Hannover in Atem hielten: nach schönem, energischen Solo setzte Torun den Ball an den Pfosten, den Abpraller bekam Elia vor die Füße, dessen Schuss Enke aber zum Eckball abwehrte. Elia war inzwischen auf die rechte Seite gewechselt. Ihm schien es gleichgültig, für seine neuen Gegenspieler Rausch und Djakpa wurde es jetzt ungemütlich. Der abschließende Elfmeter von Stajner verwandelte verdarb Elia dann seine persönliche Feierstunde.

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