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2:2 gegen Wolfsburg : Mertesacker rettet Bremer Serie

  • -Aktualisiert am

Bildfüllende Freude in letzter Sekunde: Per Mertesacker nach seinem Ausgleichstor Bild: REUTERS

Werder Bremen musste sich im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg mit einem 2:2 begnügen, blieb damit aber auch im 21. Pflichtspiel hintereinander ohne Niederlage und übernahm zumindest vorerst die Tabellenführung.

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          Die Bremer Serie bleibt bestehen. Der Kopfballtreffer Per Mertesackers zum 2:2 hat Werder Bremen in letzter Sekunde vor der ersten Schlappe nach zuvor 20 Spielen ohne Niederlage bewahrt. In der Nachspielzeit glich der Bremer Verteidiger die Wolfsburger Führung durch Edin Dzeko aus. Der Bosnier hatte auch das 1:0 für die Niedersachsen geschossen, ehe Hugo Almeida erstmals ausglich. Durch den letztlich glücklichen Punktgewinn bleibt Werder ein heißer Kandidat für den inoffiziellen Titel des Herbstmeisters.

          „Kampfansage“ nennt man in der Sprache des Fußballs nämlich das, was der Bremer Sportdirektor Klaus Allofs vor der Partie in einem Interview gesagt hatte: „Wir treten jedes Jahr an, um Meister zu werden. Wir haben außer im letzten in jeden Jahr in der Spitzengruppe mitgespielt, da kann es für uns kein anderes Ziel geben.“ Das Bremer Selbstbewusstsein war nach der langen Serie gewachsen, den Gegner vom Samstag vielleicht im nächsten Mai zu entthronen.

          Dzeko war kaum zu sehen, traf aber doppelt

          Zuvor war Dzeko mit zwei Treffern der Spieler des Nachmittags gewesen. Nach zuletzt eher durchwachsenen Leistungen und einer unnötig egoistischen Aktion beim Champions-League-Spiel in Moskau am Mittwoch richteten sich alle Blicke auf den bosnischen Angreifer des deutschen Meisters. Vor allem, weil Dzeko zuletzt wieder mit einem Wechsel zu seinem Lieblingsverein geliebäugelt hatte. Das hörte man in Wolfsburg nicht gern in einer entscheidenden Phase dieser Vorrunde, in der es für Wolfsburg ja allenfalls durchschnittlich läuft.

          Vermeintlicher Matchwinner: Doppeltorschütze Dzeko
          Vermeintlicher Matchwinner: Doppeltorschütze Dzeko : Bild: REUTERS

          Dzeko nahm 41 Minuten lang kaum am Spiel teil; nichts wies darauf hin, dass sich an dieser Haltung gegen überlegene Bremer noch etwas ändern würde, ehe Dzeko zum 1:0 für den VfL traf: Wiese im Bremer Tor guckte bedröppelt; es war nach Grafites Chance in der 26. Minute erst der zweite Schuss auf sein Tor, und gleich stand es 0:1. Dabei hätte Werder Bremen zu dieser Zeit längst führen müssen. Denn der deutlichen Überlegenheit entsprangen gute Chancen. Werder war in Spiellaune, konnte auf Frings als Antreiber und Marin und Özil als Ideengeber bauen.

          Werder drängte - Wolfsburg konterte

          Es war eine Fortführung des Bremer Spiels in Freiburg, nur: die Tore fehlten. Das lag auch Diego Benaglio im Wolfsburger Tor: Almeidas Kopfball aus der fünften Minute wehrte der Schweizer Schlussmann ab, ebenso Boenischs Schuss in der 38. Minute. Bei Boenischs Kopfball rettete Hasebe auf der Linie. Werder machte das Spiel, Wolfsburg aber wirkte weniger verletzlich als zuletzt gegen den 1. FC Nürnberg - das lag vor allem daran, dass Armin Veh seine Abwehr und auch das defensive Mittelfeld umgestellt hatte: Nach monatelanger Pause durfte der Italiener Andrea Barzagli sich wieder einmal als Innenverteidiger probieren, vor der Abwehr hatte Veh wegen Josués Sperre Gentner und Hasebe zusammengespannt. Auf der linken Seite durfte Fabian Johnson zum ersten Mal von Beginn an verteidigen.

          Nach der Pause machte Werder Bremen genauso offensiv weiter und kam vor allem über die linke Seite zu einigen guten Aktionen. Dass später Hugo Almeida der Ausgleich gelingen würde, war genauso überraschend wie Dzeko als Schütze des ersten Treffers; der Portugiese, durch Pizarros Verletzung Stürmer Nummer eins der Bremer, schoss einen abgeprallten Ball knallhart ins Wolfsburger Tor (62.). Vorher hatte Benaglio einen Kopfball Naldos noch abwehren können. Werder drängte jetzt mit aller Macht auf den Sieg. Wolfsburg blieb bei Kontern gefährlich. Am Ende wirkten die Niedersachsen trotz der Reise nach Moskau frischer als Werder und gestalteten die Schlussminuten überlegen. Als dann Dzeko zum zweiten Mal frei vor Wiese auftauchte, zeigte der Angreifer seine ganze Klasse und traf zum 2:1. Den großen Jubel musste sich der Umstrittene verkneifen, denn Mertesacker raubte den „Wölfen“ noch den sicher geglaubten Sieg.

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