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2:2 gegen Wolfsburg : Frankfurt schafft es nach Europa

Adler wollen fliegen: Frankfurter Fußballer auf dem Weg nach Europa Bild: Wonge Bergmann

Nicht gut gespielt, aber ins Ziel gezittert. Eintracht Frankfurt schafft als Aufsteiger den Einzug in die Europa League. Das erlösende Tor beim 2:2 gegen Wolfsburg fällt in letzter Minute durch ein Eigentor.

          2 Min.

          Das Traumziel Europa ist erreicht. Die Frankfurter Eintracht hat es tatsächlich geschafft, als Aufsteiger im Gesamtklassement Sechster zu werden. Am Ende genügte den Hessen ein 2:2 gegen den VfL Wolfsburg, um aus eigener Kraft die Qualifikation für die Europa League zu schaffen. Spannend in der mit 51.500 Zuschauern ausverkauften Arena war es bis zum Schluss, und schon als das 0:1 des Hamburger SV gegen Bayer Leverkusen bekannt wurde, kannte der Jubel keine Grenzen. Sechzig Sekunden später schaffte die zu diesem Zeitpunkt zurückliegende Eintracht dank eines Eigentores von Ricardo Rodríguez noch das 2:2.

          Schon vor dem Anpfiff gab es aus Frankfurter Sicht Grund zur Freude und kräftigen Beifall von den Rängen. Oka Nikolov hat das Vertragsangebot der Eintracht angenommen, ein weiteres Jahr als zweiter Mann hinter Kevin Trapp zwischen den Pfosten zu stehen. Damit geht der am 25. Mai 39 Jahre alt werdende Torwart, aktuell der älteste und dienstälteste Bundesliga-Spieler, in seine zwanzigste Saison für die Eintracht.

          Begonnen hatte der letzte Dienstauftritt der Saison 2012/13 für Nikolov denkbar ungünstig. Schon nach acht Minuten war er erstmals geschlagen. Nach einer Ecke von Rodríguez überwand Jan Polak den Eintracht-Keeper mit dem Kopf. Schlimmer noch: Nach 19 Minuten hieß es aus Frankfurter Sicht 0:2. Diesmal war es Diego, der einen Konter gegen die indisponierte Eintracht-Abwehr eiskalt abschloss. Unmittelbar zuvor hätten die Hessen treffen müssen. Doch der Japaner Takashi Inui hatte doppelt Pech. Erst nahm er zu genau Maß und verpasste sein Ziel um Zentimeter (16.), dann stand ihm nach einem Schuss aus spitzem Winkel der Pfosten im Wege (19.). Besser machte es der beste und verlässlichste Frankfurter Schütze der gesamten Saison. Kapitän Alexander Meier ließ sich die Chance nicht nehmen, unbedrängt aus elf Metern Diego Benaglio zu überwinden (36.). Inui war zuvor von seinem Landsmann Makoto Hasebe im Strafraum gefoult worden, der Wolfsburger wurde gleich doppelt bestraft und sah zudem Rot - eine strittige Entscheidung.

          Nach dem Seitenwechsel setzte sich das Nerven- und Zitterspiel unvermindert fort. Ein Tor noch - und der Traum von Europa wäre auch aus eigener Kraft in Erfüllung gegangen. Bislang profitierte die zurückliegende Eintracht nur davon, dass es zwischen Verfolger Hamburger SV und Leverkusen 0:0 stand. Nach 66 Minuten musste Nikolov verletzungsbedingt den Dienst quittieren, für ihn kam der 20 Jahre alte Bundesliga-Novize Aykut Özer. Der nervöse, nicht fehlerfrei agierende Türke hielt sein Tor sauber, und vorne glückte der Eintracht noch der Ausgleich. Nach einem langem Pass von Pirmin Schwegler köpfte Rodríguez vorbei am herauseilenden Torwart Diego Benaglio ins eigene Tor. Den Sprung nach Europa geschafft: Freudenstimmung in Frankfurt, bei Trainer Armin Veh und seiner Eintracht.

          Eintracht Frankfurt - VfL Wolfsburg 2:2 (1:2)

          Eintracht Frankfurt: Nikolov (66. Özer) - Jung, Zambrano (59. Schwegler), Anderson, Oczipka (46. Djakpa) - Rode, Russ - Aigner, Meier, Inui - Lakic
          VfL Wolfsburg: Benaglio - Hasebe, Naldo, Knoche, Rodriguez - Medojevic, Polak - Vieirinha (89. Madlung), Diego, Perisic (38. Träsch) - Olic (82. Hasani)
          Schiedsrichter: Zwayer (Berlin)
          Zuschauer: 51 500 (ausverkauft)
          Tore: 0:1 Polak (8.), 0:2 Diego (19.), 1:2 Meier (36./Foulelfmeter), 2:2 Rodriguez (90./Eigentor)
          Gelbe Karten: Rode (8), Russ (5), Zambrano (11) / Diego (7)
          Rote Karten: - / Hasebe (35./Notbremse)

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