https://www.faz.net/-gtm-98qjp

Kölner 2:2 gegen Schalke : Zum Sterben zu viel, fürs Überleben zu wenig

  • -Aktualisiert am

Rutschpartie zum Unentschieden: Schalke und Köln (im Bild Kölns Dominic Maroh (r) und Schalkes Franco Di Santo) trennen sich 2:2 Bild: dpa

Der 1. FC Köln wehrt sich nach Kräften. Gegen Schalke 04 reicht es nach einem 0:2-Rückstand aber nur zum ehrenwerten Unentschieden. Der Abstieg ist fast besiegelt. Schalke verspielt wie schon in Hamburg eine Zwei-Tore-Führung.

          2 Min.

          Am Ende spendeten Kölner Anhänger Applaus – derweil waren in den Gesichtern vieler Spieler Tränen zu erkennen. Das glücklich erkämpfte 2:2 gegen den FC Schalke 04 bedeutete, dass die Kölner trotz großen kämpferischen Einsatzes ihre letzte Chance auf den Klassenverbleib nicht genutzt hatten. Zwar liegt der FC nur acht Punkte bei drei noch ausstehenden Partien hinter dem Relegationsplatz. Doch so wenig Realismus legen noch nicht einmal die leicht zu Euphorie neigenden Kölner an den Tag. Der sechste Abstieg der Klubgeschichte dürfte nicht mehr zu verhindern sein. „Wenn man nicht mit dem erhofften Ergebnis das Spiel beendet, dann wird der Gang zu den Fans immer schwerer. Das ist sehr emotional, dann realisiert man das, was kommt, immer mehr“, sagte Marcel Risse.

          Bundesliga

          Die Partie zuvor hatte kaum begonnen, da lagen die Kölner schon in Rückstand. Der von Trainer Stefan Ruthenbeck als zentraler Spielmacher aufgestellte Jonas Hector verlor den Ball an Naldo, der mit einem sehenswerten Pass Yevhen Konoplyanka freispielte. Dessen Querpass nutzte Breel Embolo zur frühen Schalker Führung (5.). Damit hatten der Ruhrgebietsklub die Rheinländer in ein Dilemma hinein manövriert. Sie mussten die Initiative übernehmen. Allerdings gingen sie damit auch das Risiko ein, den Schalkern Räume für Konter zu gewähren.

          Die Mannschaft von Trainer Domenico Tedesco konnte sich darauf konzentrieren, eine solide Defensive zu bilden und Gelegenheiten für Konter abzuwarten. Die Kölner hatten so mehr Ballbesitz, weil ihnen die Schalker diesen mehrheitlich überließen. Aber je häufiger der FC in seinen Bemühungen scheiterte, einen Angriff bis vor das Tor zu tragen, umso unruhiger und mürrischer wurde das Publikum. Und spätestens nach 23 Minuten, als Konoplyanka die Kölner Abwehrspieler Frederik Sörensen und Jorge Meré wieder einmal nach Belieben ausspielte und das 0:2 erzielte, glaubte wohl niemand der 50.000 Zuschauer in Müngersdorf mehr an ein gutes Kölner Ende.

          Zu Beginn jubelte Schalke: Leon Goretzka (l-r), Breel Embolo und Jewgeni Konopljanka feiern das 2:0 Bilderstrecke

          Die Überlegenheit der Schalker war zu groß und hätte sich noch deutlicher in Fakten darstellen können. Konoplyanka scheiterte noch mit einem Pfostenschuss und zweimal alleine vor dem prächtig reagierenden Torhüter Timo Horn. Tedesco hatte nach dem Abpfiff allerdings wenig wohlwollende Worte für seine Mannschaft über. „Arroganz und Fahrlässigkeit“ erkannte er bei seinem Team und war sichtlich wütend. Denn seine Spieler hatten die eigentlich sichere Qualifikation für die Champions League leichtfertig aufs Spiel gesetzt.

          „Von Champions League brauchen wir momentan gar nicht reden. Da gibt es Mannschaften, die das besser machen“, sagte Tedesco und bemängelte die fehlende Chancenverwertung. „Wir haben die Torchancen nicht genutzt. Das darf uns nicht passieren.“

          Leonardo Bittencourt hatte zwischenzeitlich die Laune der FC-Anhänger noch in der ersten Hälfte wieder ein wenig verbessert. Nach feinem Pass von Hector verkürzte der Angreifer zum 1:2 (23.). Die Schalker blieben zwar auch im zweiten Durchgang das bessere, das gefährlichere Team, aber die Torchancen vergaben sie weiterhin in Hülle und Fülle. Der FC kämpfte unverdrossen weiter – und Risse (83.) erzielte mit einem Freistoß aus 30 Metern Entfernung noch den umjubelten Ausgleich, der an der harten Kölner Realität aber nichts mehr ändern konnte.

          Weitere Themen

          Wie eine sich häutende Schlange

          BVB-Gegner Inter Mailand : Wie eine sich häutende Schlange

          Viel Geld, hohe Ansprüche und neue Stars: Trainer Antonio Conte soll Inter Mailand zu alter Größe zurückführen. Und aus gleich mehreren Gründen könnte der italienische Fußballklub Borussia Dortmund gefährlich werden.

          Topmeldungen

          Will nicht weichen: Baschar al Assad am Mittwoch in Idlib

          Syrien-Konflikt : Wer Schutz verspricht, muss schützen

          Seit Jahren wird über sichere Zonen in Syrien diskutiert, doch nie waren die Umstände widriger. Nato-Mitglieder zweifeln an Deutschlands Motiven – derweil spielen russische und türkische Einsatzkräfte vor Ort ihre Macht aus.
          Das war nichts: Axel Witsel (Zweiter von links) und Borussia Dortmund verlieren in Mailand.

          Pleite in Champions League : Dieser BVB reicht nicht

          Mit der ersten Chance trifft Inter Mailand gegen Dortmund. Der BVB erholt sich davon bis zum Schlusspfiff nicht und muss sogar noch einen weiteren Rückschlag einstecken. Besonders eine Situation dürfte die Borussia deshalb besonders ärgern.
          Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow im September bei der Kartoffelernte in Heichelheim.

          Linkspartei in Thüringen : Ganz anders als gedacht

          In Thüringen führt Bodo Ramelow seit fünf Jahren die erste rot-rot-grüne Regierung. Am Sonntag will er wiedergewählt werden. Selbst ohne eigene Mehrheit könnte er im Amt bleiben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.