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2:2 gegen Leverkusen : Die Bremer Moral ist bundesligareif

  • -Aktualisiert am

Erleichterung: Die Bremer Torschützen Mertesacker und Prödl (l.) Bild: dapd

Werder Bremen fühlt sich am Abgrund offenbar wohl: Gegen Bayer Leverkusen retten die Hanseaten in der Nachspielzeit einen Punkt und verlassen Relegationsrang 16. Bayer verliert weitere zwei Punkte auf Dortmund. Torsten Frings kündigt derweil sein Karriereende an.

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          Das Hoffen und Bangen bleibt ständiger Begleiter von Werder Bremen. Im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen zitterte sich ein Team, das seinen Ruf als verlässliche Größe der Fußball-Bundesliga weiter gefährdet, am Sonntagabend zu einem 2:2. Die Treffer von Eren Derdiyok und Simon Rolfes reichten den überlegenen Leverkusenern nicht, weil Stefan Kießling per Eigentor und Sebastian Prödl in der Schlussphase noch für die tapferen Bremer trafen. Das Werder-Team konnte sich bei seinem Kraftakt auf das Publikum in einer hektischen Schlussphase verlassen und wurde als moralischer Sieger gefeiert.

          Die Bremer Anfangsformation musste als verzweifelter Versuch von Thomas Schaaf bezeichnet werden, sein grün-weißes Schaffen noch einmal neu zu erfinden. Nach Wochen der Pleiten und harten Worten im Training setzte der Übungsleiter solch teure Profis wie Marko Marin, Marko Arnautovic und Aaron Hunt zunächst auf die Ersatzbank. Dafür durften Reservist Tim Borowski und die in der Bundesliga unerfahrenen Florian Trinks sowie Dominik Schmidt zeigen, dass sie mit dem nötigen Elan an dem Rettungsversuch des SV Werder teilnehmen.

          Was die stark veränderte Elf ohne ihren gesperrten Kapitän Torsten Frings gegen die starken Leverkusener zeigte, verdiente Respekt. Aber eine echte Trotzreaktion zu Gunsten des Trainers sieht anders aus. Borowski besaß in der 19. Minute immerhin die beste Torchance der ersten Hälfte, scheiterte aber mit seinem Schuss am Schlussmann René Adler.

          Am Sonntag gesperrt, nach der Saison im Ruhestand: Torsten Frings hat sein Karriereende verkündet
          Am Sonntag gesperrt, nach der Saison im Ruhestand: Torsten Frings hat sein Karriereende verkündet : Bild: dpa

          Das Publikum im Weserstadion vertrat eine klare Meinung, wer für die Misere des heimischen Vereins verantwortlich sein könnte. Als Borowski wegen einer Verletzung kurz vor der Halbzeit ausgewechselt werden musste, wurde der für ihn aufgestellte Hunt mit einem Pfeifkonzert der Fans bedacht. Der Angreifer steht für ein Stück Werder Bremen, das nicht mehr funktioniert und über dessen Ablösung dringend nachgedacht werden muss.

          Frings vor Karriereende

          Mit Frings hat einer der bisherigen Eckpfeiler des hanseatischen Ensembles bereits bestätigt, dass mit ihm nicht mehr lange geplant werden muss. „Die Tendenz ist, dass ich im Sommer aufhöre. Irgendwann muss Schluss sein“, sagte der 34-Jährige und klang angesichts der sportlichen Talfahrt an der Weser ernüchtert.

          Das runderneuerte Bremer Team wehrte sich nach Kräften. Aber es hatte auch Glück, dass die Leverkusener - ohne Michael Ballack und Stefan Kießling in der Anfangself - ihre Überlegenheit noch aufs Spiel setzten. Schaaf korrigierte seine Aufstellung mit der Einwechslung von Marin und Arnautovic erst spät.

          Und es blieb an Tim Wiese bei dessen Comeback hängen, mit mehreren Glanzparaden einen noch größeren Rückstand zu verhindern. Der Bremer Torhüter reagierte vor allem bei den vielen Chancen für Eren Derdiyok glänzend.

          Trotzdem musste sich Wiese geschlagen geben, als der Leverkusener nach einem Eckball deutlich höher als sein Bewacher Sebastian Prödl gesprungen war und gekonnt einköpfte. Simon Rolfes gelang in der 67. Minute nach Vorlage von Derdiyok das 0:2, ehe Per Mertesacker mit seinem 1:2 (82.) die Bremer Aufholjagd einleitete.

          Die Leverkusener verloren erst Arturo Vidal (Gelb-Rot, 88.) durch einen Platzverweis und dann wegen des Ausgleichstreffer von Prödl kurz vor dem Abpfiff auch den sicher geglaubten Sieg.

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