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2:2 gegen Hertha : Später Ausgleich trifft Dortmund

  • -Aktualisiert am

Ausschreitungen überschatten die Bundesliga-Partie zwischen Dortmund und Berlin. Bild: EPA

In letzter Minute gleicht Kalou für die Hertha zum 2:2 beim BVB aus. Prügeleien zwischen Berliner Fans und der Polizei überschatten eine sehenswerte Partie.

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          Es war eine höchst seltsame Atmosphäre, die die Partie zwischen Borussia Dortmund und Hertha BSC umrahmte, die eigentlich ein großes Fußballfest werden sollte. Beide Teams spielen eine starke Saison, die Begegnung war tabellarisch betrachtet das Topspiel des Wochenendes, doch wieder einmal haben gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen so genannten Fußballfans und der Polizei die Freude an einem eigentlich sehr sehenswerten Spiel eingetrübt, das durch einen späten Elfmetertreffer des Berliners Salomon Kalou 2:2 endete.

          Bundesliga

          Mitte der ersten Halbzeit war es zu heftigen Konflikten zwischen der Polizei und Dutzenden Fans im Hertha-Fanblock gekommen. Zuvor waren dort große Mengen Pyrotechnik abgebrannt worden. Wie üblich, hatten sich die Übeltäter unter einem Banner versteckt, um sich zu vermummen, und dort auch ihre Fackeln angezündet; das reduziert die Gefahr, über Kameraaufzeichnungen identifiziert zu werden. Wahrscheinlich wollte dann eine Gruppe von Polizisten das Transparent, unter dem die Berliner sich verborgen hatten, entfernen, die Lage eskalierte.

          Minutenlang prügelten sich die Beamten und der schwarze Block hinter dem Zaun am Spielfeldrand. Es habe insgesamt 45 Verletzte gegeben, teilte die Dortmunder Polizei am Abend mit. Zwar beruhigte sich die Situation wieder, aber ein wirklich stimmungsvolles Fußballfest entwickelte sich nur noch in einzelnen Momenten. Hertha BSC bezeichnete in einer Stellungnahme besonders die „Gewaltszenen gegenüber der Polizei“ als „nicht hinnehmbar“ und kündigte an: „Wir werden alles unternehmen, um die Verantwortlichen zu identifizieren.“ Und Hertha-Manager Michael Preetz ergänzte: „Das ist ein Tag, der dem Fußball und unserem Verein schadet.“

          Die Dortmunder spielten schwungvoll wie fast immer in den vergangenen Wochen, schon nach vier Minuten musste Karim Rekik einen Schuss von Jadon Sancho von der Linie kratzen. Aber Hertha BSC hielt dagegen, Niklas Stark forderte BVB-Keeper Roman Bürki zu einem starken Reflex heraus (10.), und Sancho erzielte einen Treffer, der aufgrund einer Abseitsstellung von Vorlagengeber Marco Reus vom Videoassistenten annulliert wurde. Beide Teams spielten sehr ordentlich, der BVB war leicht überlegen, so dass Sanchos 1:0 verdient war. Mario Götze spielte am Ende eines schönen Spielzuges quer, so dass der Engländer keine Mühe hatte, das Tor zu treffen (27.).

          Der Berliner Plan war damit zunächst durchkreuzt. „Wenn wir eine Stunde das 0:0 halten, dann haben wir eine gute Chance“, hatte Trainer Pal Dardai erklärt, aber die Hertha kam zurück. Nach Fehlpass von Mahmoud Dahoud konterten die Berliner, Maximilian Mittelstädt passte auf Salomon Kalou, dem vom Elfmeterpunkt der Ausgleich gelang (41.).

          Dahoud war einer von drei neuen Spielern, die BVB-Trainer Lucien Favre im Vergleich zur Partie gegen Altético Madrid in die Startelf befördert hatte. Zudem stattete er sein Team mit einer neuen Flügelzange aus. Statt Jacob Bruun Larsen und Christian Pulisic spielten Raphael Guerreiro und der Doppeltorschütze Sancho auf den offensiven Außenpositionen. Abermals nicht im Kader war Paco Alcácer, ein Einsatz käme nach der Oberschenkelzerrung des Spaniers noch zu früh, hatte Favre verkündet. Im Sturmzentrum agierte daher wieder Mario Götze, und auch an diesem Tag spielte der ehemalige Nationalspieler sehr ordentlich, obgleich die Dortmunder Mannschaft nicht mehr ganz so berauscht wirkte wie in den Wochen zuvor. Nach der Pause hatte Dortmund bei zwei guten Gelegenheiten von Kalou (47.) und dem eingewechselten Vladimir Darida (50.) Glück, nicht in Rückstand zu geraten. Doch der BVB fing sich, wurde wie oft in den vergangenen Wochen in der zweiten Hälfte dominanter. Die logische Folge: Sancho traf nach einer Vorlage von Achraf Hakimi zum verdienten 2:1 (61.), Guerreiro (78.) und der spät eingewechselte Bruun Larsen (86.) hatten noch wunderbare Möglichkeiten zu einem dritten Treffer, bevor Kalou das 2:2 gelang (90.)

          Favres Forderung, sich angesichts der Debatten über Titelambitionen und der Vergleiche zu den Meisterjahren 2010 und 2011 „nur auf Fußball zu konzentrieren“ und einfach weiter zu gewinnen, war also nicht wirklich aufgegangen. Wobei es an diesem Tag eher die Vorkommnisse im Berliner Fanblock waren, die die Konzentration aufs Wesentliche störten.

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