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2:1 in Mainz : Freiburgs erster Streich

Am Ende erleichtert: Freiburg-Trainer Christian Streich in Mainz Bild: dpa

Der SC Freiburg startet in die Rückserie wie vor einem halben Jahr in die Hinrunde. Der Auswärtssieg in Mainz beendet eine Negativserie. Zudem beraubt Nils Petersen den Bundestrainer Joachim Löw.

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          Es gibt wenige weiße Flecken in der Bundesliga-Bilanz des SC Freiburg. Bei Bayern München hat die Elf aus dem Breisgau beispielsweise noch nie gewonnen in 19 Versuchen. Das ist noch recht wenig überraschend. Der zweite Bundesligastandort, an dem der SC trotz einer zweistelligen Zahl von Anläufen noch nie zum Bundesliga-Auswärtssieg gebracht hatte, war bis zu diesem Samstag Mainz. Trainer Christian Streich hatte diese Negativbilanz unter der Woche bei seinen Spielern bereits angesprochen und sich gewünscht, auch in Mainz endlich einmal zu gewinnen.

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          Der Wunsch ist nach dem 2:1-Auswärtsieg dank Toren von Changhoon Kwon (28.) und Nils Petersen (41.) bei einem Gegentreffer durch Jean-Philippe Mateta (82.) zum Auftakt der Rückrunde in Erfüllung gegangen. „Das war eine typische Freiburg-Leistung auswärts“, sagte Torjäger Petersen, der mit seinem 84. Tor für Freiburg Bundestrainer Joachim Löw in der ewigen Torschützenliste des SC abgelöst hat. „Wir haben hinten alles weg verteidigt. Vorne brauchen wir nicht viele Chancen, wir sind effektiv.“

          Den ersten Streich in Rheinhessen im elften Bundesligaduell der beiden Klubs im Fußball-Oberhaus auf Mainzer Boden verdienten sich die Freiburger vor 23.000 Zuschauern ohne allzu großen spielerischen Glanz mit Kaltschnäuzigkeit und fleißigem Verteidigen. Die Mainzer erfüllten derweil bei weitem nicht die Erwartungen, die sie durch eine gelungene Rückrunden-Vorbereitung und einen Testspielerfolg gegen Borussia Dortmund im Trainingslager in Marbella geschürt hatten.

          Den besseren Start ins Spiel hatten die Mainzer noch, bei denen Levin Öztunali bereits in der zweiten Minute den Freiburger Schlussmann Alexander Schwolow mit einem Distanzschuss prüfte. Der Freiburger Torhüter war auch bei Schüssen von Baku und Mateta auf dem Posten, ehe der SC seine erste echte Torgelegenheit effektiv nutzte. Petersen legte dem quirligen Kwon perfekt auf, der Südkoreaner lenkte den Ball zur Führung ins Tor.

          Kwon, der erst zum zweiten Mal in der Startelf steht, hat die Rückrundenvorbereitung offenkundig gut getan. „Wir haben als Mannschaft das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben“, sagte der Koreaner. Der Gegentreffer raubte den Mainzern den Elan. Und noch vor der Pause erhöhte Freiburg auf 2:0. Einen Torschussversuch des aufgerückten Rechtsverteidigers Manuel Gulde wehrte der Mainzer Kapitän Moussa Niakhaté noch ab, Petersen war dann aber zur Stelle zum Leidwesen des bisherigen Rekordtorjägers Joachim Löw.

          „Ich glaube, dass der Bundestrainer das verkraften kann“, sagte Petersen. „Er hat genug erreicht im Fußball.“ Petersen muss nun sein Versprechen einlösen und den Teamkameraden eine Belohnung spendieren. Die Wünsche der Freiburger sind dabei erstaunlich bescheiden. Dominique Heintz wünschte sich ein alkoholfreies Bier, Torhüter Schwolow einen Schokoriegel.

          In der zweiten Halbzeit lauerten die Freiburger tief stehend auf Konter, durch die sie in schöner Regelmäßigkeit zu weiteren Torchancen kamen. Der starke Zentner verhinderte im Mainzer Tor Schlimmeres bei Chancen von Kwon und Schmid, während die Mainzer bei allem Bemühen lange zu keiner zwingenden Torchance kamen. Erst in der Schlussphase traf Mateta per Kopf zum Anschlusstreffer. Mehr gelang den Mainzer nicht mehr. „Wir hatten Chancen, wir müssen sie aber eben auch nutzen“, sagte der Mainzer Sportvorstand Rouven Schröder.

          Für Freiburg beginnt die Rückrunde dieser so erfreulichen Saison somit wie die Hinserie. Für Mainz ist die Niederlage gegen einen bisherigen Lieblingsgegner ein Rückschlag im Bemühen um eine halbwegs ruhige Spielzeit. Vor den schweren Spielen bei Borussia Mönchengladbach und gegen Bayern München sind die Rheinhessen den Abstiegsrängen wieder bedrohlich nahegekommen. „In der Hinrunde habe wir die ersten drei Spiele verloren. So gesehen haben wir nur was zu gewinnen“, sagte Schröder,.

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