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2:1 in Hoffenheim : Nichts kann diese Bayern stoppen

Der Vorlagengeber wird gefeiert: Douglas Costa (Mitte) zeigte wieder eine formidable Leistung im Bayern-Trikot Bild: AFP

Gegentor nach neun Sekunden, ein Elfmeter und Unterzahl für zwanzig Minuten. Trotzdem gewinnt der FC Bayern bei der TSG Hoffenheim. Robert Lewandowski erlöst den Rekordmeister wenige Minuten vor dem Abpfiff.

          Im neugestalteten Hoffenheimer Klubmagazin gibt es die schöne Rubrik „Geschichtsstunde mit Dietmar Hopp“, Teil 1: Kicken, Krieg und Kaugummi. Wenn der sendungsbewusste Mäzen sich in kommenden Ausgaben der Gegenwart nähert, wird gewiss auch jene Zeit noch einmal aufleben, in der seine Hoffenheimer sich anschickten, den großen Bayern die Stirn zu bieten. Auch das allerdings scheint allmählich ein wenig in die Historie entrückt; zuletzt trafen die Münchner bei ihren Dienstreisen in den Kraichgau nicht mehr auf allzu großen Widerstand.

          Am Samstag aber wirkte die TSG Hoffenheim fest entschlossen, daran etwas zu ändern - und beinahe wäre es ihr auch gelungen. Doch weil der eingewechselte Robert Lewandowski in der 90. Minute noch das 2:1 für die Münchner erzielte, standen Markus Gisdol und sein Team am Ende doch mit leeren Händen da. Eine Viertelstunde zuvor hatte es noch nach einer möglichen Überraschung ausgesehen: als Schiedsrichter Stieler auf Handelfmeter für Hoffenheim entschied und Bayerns Boateng mit Gelb-Rot vom Platz stellte.

          Jubel nach nur wenigen Sekunden: die Hoffenheimer feiern das schnellste Tor der Liga-Geschichte Bilderstrecke

          Doch Polanski schoss den Strafstoß nur an den Pfosten. Es war also eine Portion Glück im Spiel für die Bayern, das konnte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie die dominante Mannschaft waren - aufgrund der Spielanteile und auch der Chancen ging der zweite Saisonsieg allemal in Ordnung.

          Für die TSG war es am Ende einer intensiven Begegnung ein schwacher Trost, dass sie sich fortan mit einer kleinen historischen Bestmarke schmücken kann. Kevin Volland teilt sich den Rekord des schnellsten Liga-Tores nun mit dem Leverkusener Karim Bellarabi - nach nur neun Sekunden schlug der TSG-Angreifer zu.

          Was Vollands Tor noch einmal von dem Bellarabis aus der Vorsaison abhob, war, dass es unter umgekehrten Vorzeichen zustande kam: nach einem Anstoß des Gegners nämlich. Alaba war so freundlich, einen Querpass auf Boateng so unpräzise zu spielen, dass Volland danke sagte und mit dem ersten Hoffenheimer Ballkontakt das 1:0 erzielte. Kurz vor der Pause allerdings antworteten die Bayern bereits ein erstes Mal durch Thomas Müller (41.).

          Trainer Gisdol hatte sich, anders als gegen stark ersatzgeschwächten Bayern im Vorjahr, diesmal für einen mutigen Auftritt entschieden - und tatsächlich schafften es die Hoffenheimer, die mit derselben Elf wie beim 1:2 in Leverkusen begonnen hatten, zumindest phasenweise, die Münchner vor eine knifflige Aufgabe zu stellen: Neuer oder Boateng mussten bisweilen etwas länger Ausschau nach einer Anspielstation halten, als ihnen lieb war.

          Wenn das Spiel der Bayern allerdings ins Laufen kam, wurde es aber doch schnell mal ungemütlich für die TSG. Pep Guardiola hatte im Vergleich zum 5:0 gegen Hamburg Götze für Lewandowski beginnen lassen. Doch auch wenn der Weltmeister sich redlich mühte - Torszenen für die Roten beschworen andere herauf. Douglas Costa zum Beispiel. Der Brasilianer zündete seinen Turbo zwar nicht so funkensprühend wie noch gegen den HSV, aber auch so erwies er sich als Belebung des Bayern-Spiels, das mit ihm und Robben einfach wieder Flügel bekommen hat. Kurz vor der Pause konnte TSG-Torwart Baumann, der zuvor noch exzellent gegen Müller reagiert hatte, einen Douglas-Schuss nur in die Mitte abwehren, von Müllers Knie sprang der Ball ins Netz.

          Verdient war der Ausgleich allemal. Und nach der Pause ging es so weiter. Die Münchner waren der Führung weit näher, doch dann schien plötzlich alles noch einmal in eine andere Richtung zu laufen. Entsprechend emotional reagierten die Bayern, als die Elfmeterchance für Hoffenheim vertan war. In der Schlussphase warfen sich die Münchner, obwohl in Unterzahl, noch einmal richtig ins Zeug und wurden durch Lewandowski, der erst in der 67. Minute für Lahm gekommen war, belohnt.

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