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2:1 in Freiburg : Die Rückkehr der Glücks-Bayern

  • -Aktualisiert am

Am Ende jubeln die Bayern: Ribéry trifft Bild: dpa

Bayern München kann sein Saisonziel wieder beherzt ins Auge fassen: Das Team von Noch-Trainer van Gaal gewinnt dank eines späten Treffers von Ribéry in Freiburg - und blickt wieder auf die Champions League.

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          Das Ausscheiden aus der Champions League saß ihnen lange in den Knochen, doch kurz vor dem Abpfiff setzten sich die Stars des FC Bayern München dann doch noch durch und gewannen am Samstagnachmittag vier Tage nach dem 2:3 gegen Inter Mailand ihre Bundesliga-Pflichtübung beim SC Freiburg 2:1 - dank eines mit einem plazierten Flachschuss abgeschlossenen Solos des französischen Flügelstars Franck Ribéry (88. Minute).

          Zuvor wogte die in der ersten Hälfte von den Südbadenern und danach von den Münchnern bestimmte Partie hin und her. Gomez (8. Minute) und Cissé (17.), die mit nun 19 und 18 Treffern besten Saisontorschützen, hatten die Treffer zum 0:1 (8.) und 1:1 (17.) erzielt. Cissé scheiterte dazu mit einem Foulelfmeter (14.) am Münchner Torhüter Kraft (14.). „Meine Spieler haben bis zum Ende gekämpft - das ist sehr gut“, sagte Bayern-Trainer Louis van Gaal.

          Nach der „Woche des Schreckens“, wie Nationalspieler Thomas Müller das Münchner Ende aller Titelambitionen umschrieb, ging es für die Bayern ins liebliche Breisgau zum Höhenluftschnappen. Schließlich blieb dem deutschen Meister keine Zeit, dem Aus in der Champions League lange nachzutrauern. „Wir müssen gemeinsam durch diese schwierige Phase gehen“, hatte Sportdirektor Christian Nerlinger die Losung für die letzten acht Saisonspiele ausgegeben und damit auch den Rückweg nach oben skizziert. So soll er laut Nerlinger ausschauen: „Der zweite Platz wäre für uns jetzt wie die Meisterschaft, aber auch Platz drei ist ein Ziel geworden.“

          Kein Hingucker, dafür ein Sieg: Bayern-Präsident Hoeneß
          Kein Hingucker, dafür ein Sieg: Bayern-Präsident Hoeneß : Bild: dapd

          Ballermann-Hitliste: Gomez und Cissé

          Die Titelhamsterer von gestern wollen nach dem Verlust aller Optionen auf wenigstens eine Trophäe zumindest die Qualifikation für die kommende Champions-League-Saison schaffen. Tabellenvierter sind sie erst einmal geblieben - mit nur zwei Punkten Rückstand auf Platz drei und die damit verbundene Champions-League-Qualifikation. „Es gibt kein Motivationsloch“, hatte Mario Gomez vor der Fahrt nach Freiburg versprochen, nachdem am Dienstagabend beim 2:3 gegen Inter schon eine ganze Saison in Trümmern zu liegen schien.

          Gomez vor allem blickte einem speziellen Duell neugierig entgegen: Er, bisher bester Bundesliga-Torschütze dieser Spielzeit, begegnete in dem mit 24.000 ausverkauften Badenova-Stadion dem Kollegen Papiss Demba Cissé, der Nummer zwei der Ballermann-Hitliste. Beide bestätigten ihren exzellenten Ruf prompt: Cissé allerdings erst im zweiten Versuch. Gomez legte nach Ribérys Freistoß per Kopf zum 1:0 vor (8. Minute); Cissé verschoss zunächst einen von Torhüter Kraft an Makiadi verursachten Foulelfmeter (14.), weil er den Bayern-Keeper mit seinem lasch und halbhoch in die Tormitte geschossenen Ball großherzig zu einer Parade einlud, legte dann aber, von Bastians' Kopfball freigespielt, zum 1:1 nach mit einem Tor aus kurzer Distanz (17.).

          Glückliches Ende für den Meister

          Zuvor hatte wieder einmal Luiz Gustavo, der als Innenverteidiger am Samstag eine glatte Fehlbesetzung war, eklatant gepatzt - wie schon vor dem Strafstoß und auch nach dem 1:1. Mit ein wenig mehr Glück - so landete Caligiuris Schuss aus spitzem Winkel am Torpfosten (36.) - und Kaltblütigkeit vor dem Münchner Tor hätten die Südbadener mit ihrem raumfüllenden 4-1-4-1-System und ihrem cleveren Spiel in die Münchner Schnittstellen bei Halbzeit gut und gern mit 3:1 oder 4:1 führen können. Nach vorn ging bei den defensiv desaströsen Münchnern aber auch nur wenig, zumal der holländische Flügelrenner Robben schon nach dreißig Minuten wegen einer Adduktorenreizung gehen und durch Altintop ersetzt werden musste.

          Nach dem Wechsel bequemten sich die Bayern zumindest, ein höheres Tempo und mehr Druck in die eigenen Aktionen zu bringen. Altintop besaß die größten Gelegenheiten zur Münchner Führung, als er, freigespielt von Gomez, zu lange mit dem Schuss zögerte, den Schuster kurz vor der Torlinie abblockte (63.) und danach gleich zweimal am starken Baumann im Freiburger Tor scheiterte (77.). Die Freiburger, nicht mehr ganz so forsch wie vor der Pause, blieben aber in dieser heiß umkämpften Partie weiter gefährlich. Flum war mit einem abgefälschten Schuss gegen das Außennetz einem weiteren Treffer am nächsten (58.).

          Entschieden wurde das Spiel kurz vor Toresschluss von Ribéry, der den Freiburgern (88.) einmal auf und davon lief und seinen Alleingang mit einem Flachschuss zum 2:1 krönte. Es war das glückliche Ende für den Meister, der sein Saisonziel, Erreichen der kommenden Champions-League-Runde, nun wieder beherzt ins Auge fassen kann. „Man muss nicht immer schön spielen“, sagte Bayern-Kapitän Philipp Lahm: „Wir brauchen Erfolg, brauchen immer die drei Punkte, und dann werden wir am Ende auch die Champions League erreichen.“

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