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2:1 in Frankfurt : Viertes Spiel, vierter Dortmunder Sieg

Freude im Doppelpack: Mkhitarjan schießt zwei Tore für die Borussia Bild: AP

Dortmund siegt einfach weiter: Nach dem 2:1 in Frankfurt hat die Borussia nun zwei Punkte Vorsprung auf die Konkurrenz. Der Armenier Mkhitarjan erzielt beide Treffer.

          3 Min.

          Dieses Gefühl kennt Jürgen Klopp, der Trainer der Dortmunder  Borussia, nur zu gut - wenn nämlich seine Mannschaft während der Woche international gespielt hat und er danach heraus finden muss, wer für das  Wochenende in der Bundesliga überhaupt noch spielfähig ist. Auch aus diesen  Gründen leisten sich die Spitzenteams einen Kader, bei dem auch die Ersatzbank überaus vorzeigbar besetzt ist.

          Peter Penders

          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Diesmal allerdings hatten sich die Dortmunder in Ruhe auf die Partie in Frankfurt vorbereiten dürfen, während sich die  Eintracht den Traum von der Qualifikation für die Europa League erfüllte. Das  hatte Folgen - für’s erste vor allem personell. Neben dem ohnehin verletzten  Sebastian Jung fehlten auch Alex Meier, der Torschütze vom Dienst der Hessen,  sowie  Sebastian Rode und Srdjan Lakic, dazu saßen Pirmin Schwegler und Bastian  Oczipka zunächst nur auf der Bank.

          Dass dies nicht gutgehen könnte, schien ausgemachte Sache - es ging aber besser als erwartet. Die Frankfurter verloren  zwar 1:2 gegen vor allem in der zweiten Halbzeit enttäuschende Dortmunder,  war  aber drauf und dran, einen Punkt im Kampf David gegen Goliath zu retten.

          Die Eintracht ohne ihre Mittelfeldachse Rode, Schwegler und Meier - das  war gegen den einzigen ernsthaften Bayern-Herausforderer Dortmund von vornherein ein interessantes Experiment. Die erste Chance der Partie aber  hatten tatsächlich die Hessen, als Inui nach nur vier Minuten von Aigner  freigespielt worden war, aber am Dortmunder Torhüter Weidenfeller  scheiterte. Danach aber hatte die Dortmunder Kombinationsmaschine ihre Arbeit  aufgenommen, die allerdings auch viele Torchancen ausspucken muss - die  Borussia vergibt in der Regel gerne ein paar. Diesmal ließ Blaszczykowski, von  Reus ins Szene gesetzt, die erste ungenutzt verstreichen (5.), dann Reus, bedient von Großkreutz, die zweite, ehe aus Dortmunder Sicht alle guten Dinge drei waren: Diesmal kam der Pass von Blaszczkowski, und Mkhitarjan durfte sich  über sein erstes Bundesligator (10.) freuen.

          Überraschender Ausgleich

          Hübsch anzusehen ist der Fußball der Borussen in der Offensive, dem  es aber zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison genauso noch etwas an  Entschlossenheit fehlt wie der Abwehr - was allerdings den Erfolg wesentlich  mehr gefährdet. Vor allem Nationalspieler Mats Hummels  wirkte in der ein oder  anderen Szene etwas unkonzentriert, was aber ohne Folgen blieb, da seine  Nebenleute zweimal noch rechtzeitig eingriffen. Nach einem Foul an Kadlec sah  Hummels allerdings die Gelbe Karte - es war am vierten Spieltag die erste  Verwarnung für die Dortmunder.

          Erstes Tor für die Eintracht: Vaclav Kadlec trifft zum Ausgleich

          Am überraschenden Ausgleich zum 1:1 (36.) war er  dann allerdings nicht beteiligt - da hatte sich Aigner hinter dem Rücken von  Schmelzer auf und davon gemacht. Sein Kopfball war zwar nur gegen den Pfosten  geflogen, aber der Abpraller führte schnurstracks zur nächsten Premiere. Václav  Kadlec, Eintrachts Königstransfer von angeblich etwas mehr als drei Millionen  Euro, schaltete nämlich am schnellsten und beförderte den Ball über die  Linie.  Bei rund 30 Millionen Euro liegt der Lizenzspieleretat der Frankfurter  Eintracht - nur etwas weniger hat die Borussia für ihren Rekordtransfer  Mkhitarjan bezahlt. Das Geld, wenn man es den hat, scheint allerdings gut  angelegt - zumindest hinterließ der zweite Treffer (56.) des Armeniers den  Eindruck, als sollte die Bundesliga davon noch mehr zu sehen bekommen.

          Man ahnt das BVB-Potenzial

          Wollen die Borussen allerdings ihre naturgemäß hohen Ziele tatsächlich  erreichen,  wird dies wohl auch nötig sein, denn auch die Frankfurter  Verlegenheitsmannschaft war stark genug, die Dortmunder Abwehr ab und an  in  Verlegenheit zu bringen - etwa durch den Kopfball von Bamba Anderson in der  62. Minute, der nach einem Eckball aber nur folgenlos gegen den Pfosten  prallte.

          Zufrieden: Jürgen Klopp übernimmt mit seinem Team wieder die Tabellenführung

          Auf die Probleme von Hummels hatte Klopp schon zur Pause reagiert und  ihn durch Sokratis ersetzt. Trotzdem wirkte die Defensive alles andere als  souverän - vielleicht mit der Ausnahme von Kevin Großkreutz, der auf der  rechten Seite eigentlich aber nur den fehlenden Piszczek vertritt und im  Mittelfeld zu Hause ist. Weil die Eintracht aber trotz der Partie vom Donnerstag nicht müde  wurde und mit Oczipka und Schwegler nun auch zwei Stammkräfte und mit Joselu  einen Joker  gebracht hatte, lief Dortmund immer Gefahr, den Ausgleichstreffer  hinnehmen zu müssen - zumal der hochkaratig besetzte Angriff kaum noch etwas  Nachhaltiges zustande brachte.

          Auch nach dem vierten Spiel bleibt es also dabei: Man kann ahnen, welche Möglichkeiten diese Borussia tatsächlich hat aber man  merkt es ihr noch nicht an. Nur der  Ertrag  mit vier Siegen in vier Spielen  und der Tabellenführung  stimmt schon.

          Eintracht Frankfurt - Borussia Dortmund 1:2 (1:1)

          Eintracht Frankfurt: Trapp - Schröck, Zambrano, Anderson, Djakpa (67. Oczipka) - Russ, Flum (71. Schwegler) - Aigner, Rosenthal, Inui (83. Joselu) - Kadlec
          Borussia Dortmund: Weidenfeller - Großkreutz, Subotic, Hummels (46. Sokratis), Schmelzer - Sahin, Bender - Blaszczykowski (71. Aubameyang), Mchitarjan, Reus (86. Kehl) - Lewandowski
          Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)
          Zuschauer: 51 500 (ausverkauft)
          Tore: 0:1 Mchitarjan (10.), 1:1 Kadlec (36.), 1:2 Mchitarjan (56.)
          Gelbe Karten: Zambrano (2) / Hummels (1), Reus (1)

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