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2:1 in Düsseldorf : Dortmunds 1b-Elf reicht auch

  • -Aktualisiert am

Geschonte Spitzenspieler (v.l.): Subotic, Lewandowski, Bender und Reus Bild: AP

Die meisten Stammspieler dürfen durchatmen, ihre Vertreter gewinnen 2:1 bei Fortuna Düsseldorf. Sahin und Blaszczykowski nutzen ihre Chancen. Erst gegen Ende gerät Borussia Dortmund in Bedrängnis.

          2 Min.

          Früher nannte man es „rotieren“, wenn die Trainer zwischen zwei Spielen auf internationaler Ebene dem ein oder anderen Stammspieler eine Verschnaufpause gönnten und die Ergänzungsspieler ran durften. Inzwischen darf man offenbar gleich zwischen einer A- und einer B-Mannschaft unterscheiden - und das nicht nur in München. Auch Jürgen Klopp sorgte in Düsseldorf für einen Dortmunder Vereinsrekord und tauschte gegenüber dem Champions-League-Auftritt gegen Real Madrid fast eine komplette Mannschaft aus.

          Peter Penders
          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Einzig Mats Hummels hatte auch gegen die Spanier in der Startaufstellung gestanden und nach längerer Verletzungspause durchaus ein paar Unsicherheiten gezeigt. Er durfte oder musste also wieder ran, der Rest durfte sich entweder auf der Ersatzbank das Treiben anschauen oder war wie Lukasz Piszczek (Adduktorenzerrung, Einsatz am Dienstag in Madrid gefährdet), Ilkay Gündogan (Nackenbeschwerden) oder Mario Götze gar nicht erst in Düsseldorf beim 2:1-Sieg der Dortmunder Borussia.

          Den besseren Start erwischte so fast zwangsläufig die Düsseldorfer Fortuna, bei der Trainer Norbert Meier auch ohne internationaler Belastung allerdings fünf Neue brachte. Die völlig neu zusammengestellte Dortmunder Abwehr musste sich offenbar in den ersten Minuten erst einmal ein wenig einspielen, und so kamen die Rheinländer zunächst zu zwei viel versprechenden Situationen, aus denen sich etwas hätte entwickeln können - was es allerdings nicht tat. Gut zehn Minuten dauerte die Dortmunder Eingewöhnungszeit, dann übernahm die Borussia mehr und mehr die Spielinitiative. Schiebers Kopfball an den Pfosten, als Torwart Giefer einen Eckball falsch einschätzte, war ein erstes Warnzeichen, das zweite war dann allerdings schon für den Spielstand relevant.

          Nuri Sahin, rund 30 Meter vor dem Tor von Leitner angespielt, hatte entweder aus den Augenwinkeln erkannt, dass Giefer weit vor seinem Tor stand, oder es schon vor dem Zuspiel gewusst. Zumindest schlenzte er den Ball sofort hoch über den Schlussmann hinweg. Der Torwart der Fortuna ist zwar 1,96 Meter groß, hätte sich in diesem Fall aber ein paar Zentimeter mehr gewünscht. Er brachte nur noch die Fingerspitzen an den Ball - zu wenig, um das 0:1 nach 20 Minuten zu verhindern. Entgegen aller außerbetrieblicher Störungen scheint das Dortmunder Binnenklima nach wie vor intakt: Sahin rannte schnurstracks zur Dortmunder Bank und sprang Robert Lewandowski in die Arme.

          Chance genutzt: Jakub Blaszczykowski spielt und trifft
          Chance genutzt: Jakub Blaszczykowski spielt und trifft : Bild: dpa

          Auch nach der Pause ändert sich das Bild zunächst nicht. Die Fortuna, die nach den Ergebnissen des Nachmittags dringend zumindest einen Teilerfolg nötig gehabt hätte, schien erst einmal nicht an die eigene Chance zu glauben. Die Dortmunder Hochbegabten wie Bittencourt und vor allem Leitner leisteten sich zwar im Spielaufbau so manchen Fehler im Übereifer, der aber keinen Schaden anrichtete. Als weitere Drohkulisse liefen sich zudem die prominenten Dortmunder Ersatzspieler warm - und in der 68. Minute kamen dann Blaszczykowski und Lewandowski für Bittencourt und Leitner. Dann ging es ganz schnell, keine 120 Sekunden später durfte Dortmund über das 2:0 durch Blaszczykowski jubeln.

          Die Fortuna bäumte sich ein letztes Mal verzweifelt auf und forderte vergeblich einen Elfmeter, als Hummels im Strafraum mit der Hand auf den Ball fiel. Dann schienen die Düsseldorfer Chancen endgültig dahin, als auch noch Reus für Hofmann mitmachen durfte und wenig später Reisinger, der für den glücklosen Ilsö gekommen war, aus aussichtsreicher Position den Ball genau in die Arme des Dortmunder Ersatztorhüters Langerak köpfte. Bodzek aber sorgte mit seinem Kopfballtreffer in der 88. Minute dafür, dass die Fortuna bis zum Schluss hoffen durfte. Mit dem letzten Mut der Verzweiflung brachten die Düsseldorfer die Borussia noch gehörig durcheinander - und Langerak konnte in der Nachspielzeit einen Kopfball von Latka soeben noch von der Torlinie kratzen und den Sieg retten.

          Fortuna Düsseldorf - Borussia Dortmund 1:2 (0:1)

          Fortuna Düsseldorf: Giefer - Balogun, Latka, Malezas, van den Bergh - Bodzek, Lambertz - Kruse, Ilsø (65. Reisinger), Bellinghausen - Schahin
          Borussia Dortmund: Langerak - Kirch, Felipe Santana, Hummels, Großkreutz - Kehl, Sahin - Hofmann (79. Reus), Leitner (69. Lewandowski), Bittencourt (69. Blaszczykowski) - Schieber
          Schiedsrichter: Weiner (Ottenstein)
          Zuschauer: 54 000 (ausverkauft)
          Tore: 0:1 Sahin (20.), 0:2 Blaszczykowski (70.), 1:2 Bodzek (88.)
          Gelbe Karten: Bodzek (7), Ilsø (4), Kruse (8), Reisinger (3), van den Bergh (3) / Hummels (3), Schieber (3)

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