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2:1 in Bochum : Frankfurt tanzt Walzer

  • -Aktualisiert am

Auswärtssieg in Bochum: Eintracht Frankfurt feiert den Siegtorschützen Caio (r.) Bild: APN

Eintracht Frankfurt bleibt in der Erfolgsspur. Nach dem Heimsieg gegen Bayern München gewinnen die Hessen in Bochum. Der VfL ist nach der vierten Niederlage nacheinander weiter in Abstiegsgefahr.

          Der Sieg über den FC Bayern hatte Trainer Skibbe auch für den Auftritt auf dem ungeliebten Bochumer Terrain zuversichtlich gestimmt. „Irgendwann reißt jede Serie einmal“, sagte der Frankfurter Trainer vor dem Auftritt in jenem Stadion, in dem seit fünfzehn Jahren keine Eintracht-Mannschaft mehr gewonnen hatte. Die Frankfurter Profis füllten die Zuversicht ihres Vorgesetzten mit Leben und bezwangen eine schwache Bochumer Mannschaft 2:1.

          Für die Eintracht trafen Marco Russ (29. Minute) und Caio (64.), nachdem Lewis Holtby den VfL zunächst in Führung geschossen hatte (10.). Dank dieses Auswärtssieges verkürzten die Hessen den Abstand auf den unmittelbar vor ihnen platzierten Hamburger SV und die Europapokalplätze auf drei Zähler. Die Hamburger treten allerdings noch am Sonntag in Mönchengladbach an.

          Der VfL Bochum, dessen Trainer Heiko Herrlich die Partie als Schlüsselspiel eingestuft hatte, erwies sich die meiste Zeit als Bundesliga-Leichtgewicht, auf das nach dieser Niederlage im Abstiegskampf schwere Zeiten zukommen.

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          Frankfurt mit Selbstvertrauen

          Der Bundesliga-Achte gegen den Vierzehnten, ein Bayern-Bezwinger gegen eine Gruppe zuletzt dreimal nacheinander unterlegener Abstiegskämpfer: Die jüngsten Eindrücke sprachen für Frankfurt. Andererseits waren die Hessen lange der Lieblingsgegner für den VfL, besonders in Heimspielen. Gegen keinen Klub gelangen dem Revierklub so viele Siege wie gegen Frankfurt. Die historischen Daten lieferten also keine verlässlichen Vorzeichen. Aber der Sieg gegen Bayern hatte den Hessen viel Selbstvertrauen eingeflößt. Michael Skibbe räumte den Spielern die sich gegen den deutschen Rekordmeister bewährt hatten, einen Bonus ein. So nahm der Frankfurter Trainer in der Startelf nur eine Änderung vor - notgedrungen. Der zuletzt gesperrte Patrick Ochs erhielt den Platz, der frei wurde, weil Kapitän Christoph Spycher wegen einer Muskelverletzung fehlte.

          Dagegen mussten Selim Teber und Maik Franz, die nach ihrer Sperre auch wieder zur Verfügung standen, mit einem Platz auf der Ersatzbank vorlieb nehmen. Skibbe sprach von „schwierigen Entscheidungen“ bei der Auswahl seines Personals. Weniger schwer fiel es den Hessen, früh eine dominante Haltung einzunehmen. Die Bochumer traten ihnen in der ersten Hälfte fahrig und verunsichert, zeitweise gar verängstigt entgegen.

          Die Fans tanzen Walzer

          Von dieser Regel gab es nur eine Ausnahme. Sie blieb nicht ohne Folgen: Vahid Hashemian, als hängende Spitze aufgeboten, setzte sich im Zweikampf gegen Benjamin Köhler durch und flankte von rechts in den Strafraum. Dort fand er in Lewis Holtby einen dankbaren Abnehmer, der unbehelligt zum Führungstor vollendete (10. Minute). Dieser Volltreffer änderte nichts an der Bochumer Zurückhaltung. Der VfL überließ den Frankfurten das Feld. Die Eintracht musste sich allerdings den Vorwurf gefallen lassen, ihre Stärken im ersten Durchgang nicht voll ausgespielt haben. Gemessen an ihrer Überlegenheit erzeugten die Frankfurter zu wenig Torgefahr.

          So reichte es bis zur Pause nur zu einem Treffer im Standardformat. Verteidiger Russ verwertete einen Freistoß von Köhler zum Ausgleich (29. Minute). Ein paar Minuten später vergab Korkmaz die beste Chance, die Eintracht noch vor der Pause in Führung zu schießen. Von Caio in Position gebracht, hob er die Kugel über VfL-Torhüter Philipp Heerwagen hinweg ins Netz.

          Nach dem Seitenwechsel rückten die Bochumer von der Strategie ab, sich nur einzumauern. Die Partie wurde zunächst offener. Aber die Eintracht bewahrte die Ruhe, wartete auf ihre Chance - und nutzte sie. Caio wuchtete den Ball aus 25 Metern Entfernung ins Netz (64.). Das Selbstvertrauen der Frankfurter äußerte sich auch in dem Wechsel, den Skibbe kurz nach dem 2:1 vornahm. Der Trainer ersetzte den offensiven Mittelfeldspieler Korkmaz durch den Stürmer Martin Fenin. Die Bochumer hatten wieder nachgelassen. Nur selten brachten sie die Eintracht so in Bedrängnis wie bei Dedics Volleyschuss, der knapp über das Ziel hinausging. Frankfurt brachte den Vorsprung letztlich souverän über die Zeit. Und die begeisterten Eintracht-Fans tanzten auf den Tribünen Walzer.

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