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2:1 im Revierderby : Schalke stürzt Dortmund in die Krise

  • -Aktualisiert am

Schlag ein, Bruder: die Schalker Choupo-Moting und Boateng feiern Bild: AP

Königsblau macht seinen holprigen Saisonstart mit einem frenetisch bejubelten 2:1-Sieg gegen den Erzrivalen vergessen. Die Borussia bleibt ohne Durchschlagskraft und zündende Ideen.

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          Kurz nach Herbstanfang ist Königsblau die aktuelle Trendfarbe im westfälischen Fußballrevier. Der FC Schalke 04 besiegte am Samstag im Ruhrgebiets-Derby den Erzrivalen Borussia Dortmund 2:1. Dieser frenetisch bejubelte Erfolg tut den Gelsenkirchenern in mehrerlei Hinsicht gut. Der Derbysieg entschädigt die Fans für die vielen Enttäuschungen der ersten Wochen; der schwache Saisonstart ist „auf“ Schalke so gut wie vergessen.

          An diesem für Dortmund verflixten siebten Bundesliga-Spieltag gelang es den Königsblauen sogar, den BVB in der Tabelle zu überflügeln. Schalke ist nun Siebter, Dortmund Neunter. So jubilierten die königsblaue Mehrheit unter den 61.000 Zuschauern in der Arena: „Die Nummer eins im Pott sind wir!“

          Sie nennen es „echte Liebe“: Anhänger von Borussia Dortmund

          Alle Tore fielen in der besseren ersten Hälfte dieses emotional geführten Nachbarschaftsduells. Joel Matip (10. Minute) und Eric Maxim Choupo-Moting (23.) hatten Schalke in Führung gebracht, Pierre-Emerick Aubameyang gelang für Dortmund nur der Anschlusstreffer (26.). Wie schon beim letzten Aufeinandertreffen in Dortmund blieb es, bei aller Rivalität, auf den Rängen friedlich.

          BVB-Trainer Jürgen Klopp hatte vor der Partie noch einmal zusammengefasst, warum seine Mannschaft zuletzt in der Bundesliga unter den Erwartungen geblieben war. „Wir haben in den letzten zwei Spielen fünf gravierende Fehler gemacht, davon wurden vier mit einem Gegentor bestraft“, sagte er. So reichte es in Mainz und daheim gegen Stuttgart nur zu insgesamt einem Punkt. Doch allzu viel hatte die Fehleranalyse offenbar nicht bewirkt. Im Derby folgten rasch die nächsten folgenschweren Patzer. Beim ersten Gegentor herrschte im Dortmunder Abwehrzentrum große Leere, und Matip nutzte seine grenzenlose Freiheit, um einen Eckstoß von Aogo mit dem Kopf zu nutzen. Beim zweiten Treffer half ein Dortmunder sogar aktiv mit. Als Aushilfskraft im eigenen Strafraum postiert, spielte Adrian Ramos, in aller Regel fürs Stürmen zuständig, Klaas-Jan Huntelaar den Ball in die Füße. Dessen Schuss wurde zu Choupo-Moting abgelenkt, der den Vorsprung ausbaute.

          BVB-Kapitän Mats Hummels, zum ersten Mal in dieser Saison fit genug für die Startelf, hatte jüngst nach dem Unentschieden gegen Stuttgart fehlende Stabilität in der Defensive beklagt. Aber auch „auf“ Schalke gerieten die Borussen selbst verschuldet in Bedrängnis. Wie drei Tage zuvor gegen den VfB Stuttgart lagen sie 0:2 zurück, diesmal allerdings schon nach 23 Minuten. Und die Anhänger des FC Schalke frohlockten schon.

          Aber auch diesmal ließen die Borussen sich durch den Rückstand nicht entmutigen. Nach dem zweiten Gegentor schüttelten sie sich kurz, nahmen den Kampf an und Fahrt auf. Es dauerte nur drei Minuten, bis sich das auszahlte. Aubameyang nutzte einen Rückpass von Ramos zum Anschlusstor – ein schneller Mann mit einer schnellen Antwort. Dortmund war nun drin in diesem Hochgeschwindigkeitsspiel.

          Kurz nach dem Seitenwechsel bot sich sogar die Chance zum Ausgleich, doch Ciro Immobile scheiterte am Schalker Torwart Ralf Fährmann. Auf der Gegenseite vergab Kevin-Prince Boateng, der nach seiner Sperre in die Elf zurückgekehrt war, die Chance, Schalkes Vorsprung wieder auszubauen. Es wogte hin und her, ohne dass eine Partei für sich hätte in Anspruch nehmen können, dominant zu sein. Klopp versuchte, dem Streben seiner Elf nach ausgeglichenen Verhältnissen mit einem Wechsel Nachdruck zu verleihen. Er brachte Spielmacher Shinji Kagawa für Immobile ins Spiel, der im Angriff nicht zur Geltung gekommen war.

          Doch das Niveau ließ allmählich nach. Zwar blieb es bis zum Ende spannend, aber der Spielfluss und die Produktivität gerieten ins Stocken. In der Schlussphase drängte Dortmund energisch auf den Ausgleich, doch es fehlte der Mannschaft an Durchschlagskraft und auch an zündenden Ideen, um den massiven Schalker Widerstand zu brechen. Die größte Chance im zweiten Durchgang hatten sogar die Gelsenkirchener:. Huntelaar brachte den Ball nicht an BVB-Torhüter Roman Weidenfeller vorbei. Doch das störte die Schalker nicht – kurz darauf ertönte der für sie erlösende Schlusspfiff.

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